{"id":10320,"date":"2018-06-08T12:41:20","date_gmt":"2018-06-08T11:41:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=10320"},"modified":"2022-06-22T12:44:16","modified_gmt":"2022-06-22T11:44:16","slug":"von-guinea-pigs-zu-deal-managern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/von-guinea-pigs-zu-deal-managern\/","title":{"rendered":"Von Guinea Pigs zu Deal Managern"},"content":{"rendered":"<h2>Das Experiment<\/h2>\n<blockquote><p>It\u2019s far better to buy a wonderful company at a fair price than a fair company at a wonderful price.<\/p><\/blockquote>\n<p>So formulierte es Warren Buffet vor nahezu 30 Jahren in einem Schreiben an seine Shareholder. Aber was bestimmt nun im Rahmen eines M&amp;A-Deals ob das Target wonderful oder fair ist? Wie wird ein Kaufgegenstand auf Herz und Nieren gepr\u00fcft und welche Risiken stellen Deal Breaker dar? Mit diesen Fragen durfte sich der <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/programmes\/master\/mergers-acquisitions.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><span style=\"color: #0066cc;\">LL.M.-Studiengang in M&amp;A<\/span><\/u><\/a> dieses Jahr intensiv auseinandersetzen. Nicht nur im Rahmen der regul\u00e4ren monatlichen Vorlesungsreihen am neuen Campus in Frankfurt. Sondern auch im Wege einer bisher noch nie dagewesenen und innovativen Pr\u00fcfungsleistung \u2013 der Erstellung eines Due Diligence Reports auf Basis einer, von der Frankfurt School in Zusammenarbeit mit dem Datenraumanbieter Drooms, kreierten Fallkonstellation:<\/p>\n<ul>\n<li>Reale Transaktion aus der Tech-Industrie<\/li>\n<li>271 Originaldokumente<\/li>\n<li>Virtueller Datenraum von Drooms<\/li>\n<li>Q&amp;A-Sessions<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein gewagtes Experiment der Frankfurt School, dass sich bestens in das M&amp;A-Curriculum einreiht. Allgemein ist der Studiengang nicht auf einer Seite auf die Weitergabe von Wissen \u2013 das durch eine Vielzahl von renommierten Praktikern der Branche transportiert wird \u2013 begrenzt, sondern stellt auf der anderen Seite die Umsetzung in den Vordergrund. Der Student wird entlang der Studienzeit vor praxisnahe Herausforderungen gestellt und w\u00e4chst zum Deal Manager heran. So auch im Rahmen der Erstellung des Due Diligence Reports, eine Form der Pr\u00fcfungsleistung an die sich bislang keine andere Business School herangewagt hat. Die Studenten profitieren gleich mehrfach und transformieren von Guinea Pigs zu Deal Managern. Was genau verbirgt sich nun hinter einer Due Diligence? Wieso ist im Rahmen eines M&amp;A-Deals eine solche empfehlenswert oder sogar erforderlich? Wer ben\u00f6tigt diese und wer sollte bei der Erstellung mitwirken? Welche Auswirkungen hat dies auf den Gesamtprozess und welche Schwerpunkte sind zu setzen? Bevor die Studenten auf die eigenst\u00e4ndige Erarbeitung eines Due Diligence Reports <em>losgelassen<\/em> werden, sind die Antworten auf diese Fragen zentrales Thema der vorangeschalteten Vorlesungsreihe.<\/p>\n<h2>Die Umsetzung<\/h2>\n<p>Nach dem Startschuss f\u00fcr die Pr\u00fcfungsleistung, begann die Uhr zu <em>ticken<\/em>. 54 Tage, eine Aufgabe. Grunds\u00e4tzlich mehr als ausreichend Zeit. Hier macht sich die Besonderheit eines Part-Time-Studiums an der Frankfurt School bemerkbar. Die Studenten arbeiten Full-Time \u2013 das Studium kommt On-Top. Auch das ausgekl\u00fcgeltste Zeitmanagement sch\u00fctzt hier vor zahlreichen Night Shifts nicht. Wie also soll die Herangehensweise an die Aufgabe strukturiert werden? Welche Priorisierung und Fokussierung ist erforderlich? Alles beginnt mit der Analyse der Dokumente des Datenraums. Gibt es Unklarheiten oder fehlen wesentliche Dokumente, besteht die M\u00f6glichkeit mit dem Verk\u00e4ufer \u00fcber eine Q&amp;A-Session in Kontakt zu treten. Es folgt das Herausfiltern der Chancen und Risiken, sowie von Deal Breakern im und durch das Target genauso wie die Frage nach den monet\u00e4ren Implikationen auf den Deal aus Sicht des potentiellen Investors. Die Grundlagenarbeit fu\u00dft in einem n\u00e4chsten Schritt im Herzst\u00fcck der Pr\u00fcfungsleistung, dem Due Diligence Report: Ein kompakter Bericht \u00fcber das Target, der die wesentlichen Findings, diezsbez\u00fcgliche Bewertungsaussagen und ma\u00dfgebliche Handlungsempfehlungen umfasst.<\/p>\n<h2>Aus der Praxis<\/h2>\n<p>Sofern sie es nicht bereits vor der Pr\u00fcfungsleistung waren, wurden viele Kommilitoninnen und Kommilitonen durch die gesetzte Aufgabe zu regelrechten Fachspezialisten in den Bereichen der kommerziellen, rechtlichen, finanziellen , personellen und steuerlichen Problemfeldanalyse. Gleiches gilt auch f\u00fcr den laufenden Konsumgrad von Kaffee und whisky-haltigen Cocktails. Nicht nur die Skills des einzelnen Studenten wurde durch diese neue Form der Pr\u00fcfungsaufgabe bereichert, sondern auch der Informationstransfer im gesamten Studiengang.<\/p>\n<h2>Fair Enough<\/h2>\n<p>Was jetzt? Ein erfolgreiches Projekt geht hoffentlich im n\u00e4chsten Intake des M&amp;A-Masters in die zweite Runde, mag der Mehrwert dieser interdisziplin\u00e4ren Aufgabe doch f\u00fcr jeden Beteiligten wertvoll sein. Ich bin gespannt, welche Deals aus welchen Industrien zuk\u00fcnftig als Transaktion herangezogen und welche Fallstricke gel\u00f6st werden d\u00fcrfen. Bestimmt wird es sich auch weiterhin lohnen, stets ein paar Grundregeln im Blick zu haben: use milestones and keep track, just focus and keep it short \u2013 not simple.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Experiment It\u2019s far better to buy a wonderful company at a fair price than a fair company at a wonderful price. So formulierte es Warren Buffet vor nahezu 30 Jahren in einem Schreiben an seine Shareholder. Aber was bestimmt nun im Rahmen eines M&amp;A-Deals ob das Target wonderful oder fair ist? 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