{"id":11210,"date":"2018-11-21T11:53:00","date_gmt":"2018-11-21T10:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=11210"},"modified":"2021-02-15T21:05:03","modified_gmt":"2021-02-15T20:05:03","slug":"kaum-bewerber-im-azubi-recruiting-und-die-meisten-ungeeignet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/kaum-bewerber-im-azubi-recruiting-und-die-meisten-ungeeignet\/","title":{"rendered":"Kaum Bewerber im Azubi-Recruiting \u2013 und die meisten ungeeignet"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Ver\u00e4nderungen im Recruiting von Auszubildenden stellt Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen.<\/h2>\n<p>Wenn wir auf Messen oder bei Unternehmensbesuchen mit Personalern zum Thema Azubi-Recruiting sprechen, werden verst\u00e4rkt Aussagen getroffen, dass stetig weniger Bewerbungen zu offenen Ausbildungspl\u00e4tzen eingehen und viele davon f\u00fcr eine Einstellung ungeeignet sind. Als Folge davon k\u00f6nnen mehr und mehr Ausbildungspl\u00e4tze nicht mehr besetzt werden.<\/p>\n<p>Die Schuld daran wird bei den potenziellen Azubis gesehen: Diese k\u00f6nnten noch nicht mal die Bewerbungsunterlagen richtig und vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllen \u2013 und Praktika wollen sie auch noch alle machen. Es zeigt sich, wie m\u00fchsam der Bewerbungsprozess sein kann.<\/p>\n<p>Aber sind es wirklich nur die Bewerber? Kann man jungen Menschen, Schulabg\u00e4ngern, angehenden Azubis wirklich vorwerfen, dass sie sich ein Bild von dem Unternehmen vor Ort machen wollen, in dem sie die n\u00e4chsten Jahre verbringen wollen? Und sollten wir uns hier nicht an die eigene Nase fassen, da wir immer noch dem Denken unterliegen, dass der Bewerber dankbar f\u00fcr einen Ausbildungsplatz sein sollte, wir hingegen unendliche Anforderungen stellen d\u00fcrfen und bei dem kleinsten Fehler in der Bewerbung diese bereits auf den Ablehnungsstapel legen k\u00f6nnen? Die meisten Sch\u00fcler wissen um die Misere der Unternehmen und k\u00f6nnen sich fast sicher sein, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu erhalten \u2013 immerhin wird dies in den Medien breit getreten.<\/p>\n<p>Ein Umdenken der Personal- und Ausbildungsverantwortlichen ist also zwingend erforderlich. Es f\u00e4ngt schon bei den Karriere-Websites an. Oft kaum zu finden, weil neben dem Impressum versteckt, dazu noch unpers\u00f6nlich mit langen Phrasen und hohen Anforderungen gespickt, ohne die wahren Fragen der Bewerber zu beantworten: Wie sieht der zuk\u00fcnftige Alltag in der Praxis aus? Wie viel verdiene ich und welche Perspektiven habe ich nach der Ausbildung?<\/p>\n<h2><strong>Neue Wege f\u00fcr das Ausbildungs-Marketing<\/strong><\/h2>\n<p>Die jungen Leute spielen doch sowieso den ganzen Tag nur mit ihr<br \/>\nem Smartphone &#8230; und da ist schon das n\u00e4chste Problem: Welchen Social-Media-Kanal soll man als moderner Personaler f\u00fcr das Recruiting nutzen? Facebook, Instagram, Snapchat oder Apps wie zum Beispiel Talentscout oder Jobufo? Na klar \u2013 bevor wir etwas falsch machen oder gar einen Shit-Storm herauf beschw\u00f6ren, machen wir lieber gar nichts und schalten eine Print Anzeige in der \u00f6rtlichen Zeitung, in der Hoffnung, dass die lieben Eltern sie lesen. Das hat ja schon immer gut geklappt.<\/p>\n<p>Aber ist das der richtige Weg? Es geht auch anders: Lassen Sie zum Beispiel Ihre aktuellen Azubis als Projekt einen Social-Media-Kanal f\u00fcttern, indem sie Fotos und kleine Videos aus ihrem Arbeitsalltag posten und so Freunden und Bekannten in ihrem Alter das Unternehmen kostenlos und zielgruppengerecht pr\u00e4sentieren. Es gibt zahllose Ans\u00e4tze und Ideen \u2013 nutzen Sie die Expertise Ihrer Azubis und binden Sie sie in Ihr Ausbildungsmarketing ein. Der Erfolg ist Ihren garantiert.<\/p>\n<p>Womit beginnen? Fragen Sie einen Youngster, einen Blick auf Ihre Website zu werfen \u2013 sozusagen aus Bewerbersicht. Das k\u00f6nnte ein Mitarbeiterkind, ein Jugendlicher aus dem Sportverein oder ein Azubi aus einem anderen Unternehmen \u2013 es findet sich sicher ein Freiwilliger, der diese Aufgabe gerne \u00fcbernimmt. Sie werden \u00fcberrascht sein, welche R\u00fcckmeldungen Sie erhalten.<\/p>\n<p>Sie erhalten mehr Anfragen f\u00fcr Praktika als Sie erf\u00fcllen k\u00f6nnen? Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Es gibt keine bessere Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, um zu sehen, ob man f\u00fcr eine Ausbildung zusammenpasst. Auch wenn das Betreuen von Praktikanten vielleicht nicht zu den Lieblingsaufgaben Ihrer Mitarbeiter z\u00e4hlt \u2013 es ist eine Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens. Und Sie k\u00f6nnen nicht alle unterbringen, weil alle im gleichen Zeitraum kommen m\u00f6chten? Dann laden Sie doch die \u00fcbrigen Interessierten an einem Tag f\u00fcr zwei Stunden zu Ihnen ins Unternehmen und pr\u00e4sentieren sich \u2013 und am besten, Sie laden die Eltern gleich mit ein: Je mehr Multiplikatoren Sie f\u00fcr die Ausbildung in Ihrem Haus haben, umso besser. Wenn Sie diese Veranstaltung dann auch noch als Azubiprojekt durchf\u00fchren, haben Sie einen Mehrwert f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<h2><strong>Ein nachvollziehbarer und transparenter Recruiting-Prozess<\/strong><\/h2>\n<p>Hand aufs Herz: Erhalten wirklich alle Bewerber von Ihnen innerhalb k\u00fcrzester Zeit eine Eingangsbest\u00e4tigung mit einem Ausblick, wie und in welchem Zeitraum der Prozess weitergeht und wird dieser dann auch eingehalten? Ein genauer Blick darauf lohnt sich allemal. Offensichtlich gibt es gro\u00dfe Diskrepanzen zwischen dem, was Unternehmen meinen zu leisten und dem, wie es beim Bewerber ankommt. Eine schnelle und verbindliche Kommunikation ist die Basis daf\u00fcr, dass Sie weiter im Rennen bleiben.<\/p>\n<p>Wie und wo finden Ihre Bewerbungsgespr\u00e4che statt? In offener freundlicher Atmosph\u00e4re, in der der Bewerber ein gleichwertiger Gespr\u00e4chspartner ist und Sie sich als Arbeitgeber bestm\u00f6glich pr\u00e4sentieren? Oder sitzen etwa immer noch mehrere streng blickende Pr\u00fcfer hinter schweren Tischen und quetschen den Bittsteller aus, um ja auch die allerletzte Verfehlung aus dem Kindergarten zu entdecken und einen Grund zu finden, warum er nicht absolut perfekt f\u00fcr den Ausbildungsplatz ist? Wir befinden uns im Ausbildungsmarkt inzwischen in einem K\u00e4ufermarkt. Nat\u00fcrlich ist nicht jeder Bewerber geeignet, aber denken Sie immer daran, dass er als Multiplikator f\u00fcr Freunde, Mitsch\u00fcler und Geschwister alles in seine Umgebung weitertr\u00e4gt, was er bei Ihnen erlebt hat.<\/p>\n<p>Wenn Sie verinnerlicht haben, dass sich der Markt und die Positionen der Beteiligten ge\u00e4ndert haben, ist das schon ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr Ihren Recruiting-Erfolg. <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/executive-education\/azubimanagement\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eine professionelle Beratung<\/a> zu dem Thema kann weitere wertvolle Ans\u00e4tze liefern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4nderungen im Recruiting von Auszubildenden stellt Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen. 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