{"id":12110,"date":"2014-09-01T09:03:30","date_gmt":"2014-09-01T09:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=598"},"modified":"2019-02-20T11:26:13","modified_gmt":"2019-02-20T10:26:13","slug":"prozesslabor-konstruktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/prozesslabor-konstruktion\/","title":{"rendered":"Konstruktion eines Prozesslabors"},"content":{"rendered":"<p>In vielen Branchen \u2013 z.B. in der Fertigungsindustrie, der Medizin und der Raumfahrt \u2013 ist die Nutzung von Prozesslaboren selbstverst\u00e4ndlich. Dort wird geforscht, getestet und simuliert. Dagegen ist in der Finanzbranche der Aufbau von Laboren bislang nicht \u00fcblich. Prozessver\u00e4nderungen und neue Prozesse werden von Finanzdienstleistern oft ungepr\u00fcft in die Realit\u00e4t \u00fcbergeben. Dabei bietet sich die Simulation von Gesch\u00e4ftsprozessen in einer Laborsituation f\u00f6rmlich an, denn Prozessdaten sind inzwischen meist ebenso vorhanden wie die notwendige Software.<\/p>\n<h2>Prozesslabor f\u00fcr Banken<\/h2>\n<p>In dem Beitrag <strong>Konstruktion eines Prozesslabors: Vom Process Mining zur Prozesssimulation<\/strong> (<strong>Leyer<\/strong>\/<a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/content\/de\/who_we_are\/staff\/moormann.\"><strong>Moormann<\/strong><\/a>) in der Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.ibi.de\/banking-and-information-technology-bit\">Banking and Information Technology (BIT) <\/a>zeigen wir, wie ein Prozesslabor f\u00fcr Banken aufgebaut und die Simulation von Prozessen durchgef\u00fchrt werden kann. Als wichtiges Hilfsmittel wird das Process Mining in die Vorgehensweise integriert. In dem Beitrag werden die wesentlichen Komponenten eines Prozesslabors erl\u00e4utert und es wird die Idee an einem Fallbeispiel verdeutlicht.<br \/>\nF\u00fcr das Prozesslabor schlagen wir vier Komponenten vor:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Simulationsmodell des Ist-Prozesses<\/strong><br \/>\nEin Simulationsmodell soll die Ist-Situation abstrakt, aber realit\u00e4tsnah abbilden. D.h. das Modell muss m\u00f6glichst einfach sein, aber das gleiche Verhalten wie der Prozess in der Realit\u00e4t aufweisen. Idealerweise wird der Ist-Prozess anhand des Process Mining ermittelt.<\/li>\n<li><strong>Bestimmung der Szenarien<\/strong><br \/>\nAus der zu untersuchenden Fragestellung ergeben sich unterschiedliche Szenarien. Diese m\u00fcssen identifiziert und auf Basis von Annahmen konkretisiert werden. Die Simulation erm\u00f6glicht es dann, den Einfluss von Prozessver\u00e4nderungen in diesen Szenarien zu untersuchen.<\/li>\n<li><strong>Festlegung der Handlungsoptionen<\/strong><br \/>\nBei der Simulation kann auf Handlungsoptionen zur\u00fcckgegriffen werden, die aus der Fertigungsindustrie bekannt sind (K\u00fcrzeste Bearbeitungszeit, First-in-First-out-Prinzip usw.). Allerdings muss, bevor Handlungsoptionen auf Finanzdienstleistungsprozesse angewendet werden, eine Vorauswahl getroffen werden. Dazu sollte ein Katalog, basierend auf den Eigenschaften des Ist-Prozesses, erstellt werden.<\/li>\n<li><strong>Durchf\u00fchrung der Experimente<\/strong><br \/>\nNun kann das Simulationsmodell anhand der Ist-Prozessdaten durchlaufen werden. Damit das Simulationsmodell valide Ergebnisse liefert, muss eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Testl\u00e4ufen durchgef\u00fchrt werden, um eine statistische Basis f\u00fcr den Vergleich der historischen mit den simulierten Daten zu erhalten. Danach k\u00f6nnen sukzessive verschiedene Handlungsoptionen in verschiedenen Szenarien durchgespielt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<h2><strong>\u00dcberzeugende Vorteile<\/strong><\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Grenzen der Prozesssimulation. So beinhaltet ein Simulationsmodell nicht alle Merkmale eines Ist-Prozesses. Aktivit\u00e4ten, die nicht in Workflow-Management-Systemen erfasst sind (z.B. Telefonate von Mitarbeitern), gehen nicht in die Simulation ein. Zudem k\u00f6nnen weiche Faktoren (z.B. Kundenzufriedenheit, Mitarbeitermotivation) nur schwer quantifiziert werden.<\/p>\n<p>Andererseits bietet die Simulation in einer Laborumgebung den Banken gro\u00dfe Vorteile: So k\u00f6nnen Fehler bei der Prozesskonstruktion oder der operativen Steuerung, die gegebenenfalls erhebliche Kosten nach sich ziehen, verhindert werden. Auch k\u00f6nnen verschiedene Szenarien analysiert und Ansatzpunkte zur Prozessverbesserung leichter identifiziert werden.<\/p>\n<p>Banken gehen unweigerlich den Weg der Industrialisierung. Das trifft in besonderem Ma\u00dfe auf das Prozessmanagement zu. Die Anwendung von Verfahren wie der Prozesssimulation wird deshalb zuk\u00fcnftig selbstverst\u00e4ndlich sein. Dann wird die Arbeit in Laboren nicht nur in der Architektur, der Medizin usw. stattfinden, sondern auch in der Finanzbranche.<\/p>\n<p>Leyer, M., Moormann, J., 2014. Konstruktion eines Prozesslabors: vom Process Mining zur Prozesssimulation, <em>Banking and Information Technology (BIT)<\/em> Bd. 15(1), S. 9-20.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen Branchen \u2013 z.B. in der Fertigungsindustrie, der Medizin und der Raumfahrt \u2013 ist die Nutzung von Prozesslaboren selbstverst\u00e4ndlich. Dort wird geforscht, getestet und simuliert. 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