{"id":1899,"date":"2015-03-24T13:40:10","date_gmt":"2015-03-24T13:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=1899"},"modified":"2019-02-20T12:09:11","modified_gmt":"2019-02-20T11:09:11","slug":"zentralisierung-im-zahlungsverkehr-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/zentralisierung-im-zahlungsverkehr-2-0\/","title":{"rendered":"Zentralisierung im Zahlungsverkehr 2.0"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Einf\u00fchrung von SEPA haben Unternehmen das Potential erkannt, eine weitere Zentralisierung ihres Zahlungsverkehrs in EUR zu erreichen, indem sie f\u00fcr alle eingehenden und ausgehenden Zahlungen aller Gruppenunternehmen nur noch ein einziges EUR Konto nutzen.<\/p>\n<p>Ziel ist es, eine noch bessere Kontrolle \u00fcber die eingehenden und ausgehenden Zahlungsstr\u00f6me zu erhalten aber auch, die Konten in den EUR L\u00e4ndern zu reduzieren und damit die Kosten (und auch Risiken) zu minimieren. \u201eTraditionelle\u201c Pooling L\u00f6sungen w\u00fcrden bei einem Konto f\u00fcr alle EUR Transaktionen letztendlich ebenfalls \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung h\u00f6rt sich einfach an, ist aber recht komplex und wohl vor allem von Interesse f\u00fcr Unternehmen, die in der Zentralisierung des Zahlungsverkehrs zumindest auf dem Wege zu einer Payment Factory besser noch zu einem Shared Service Centre sind. Somit sollte dieser Schritt zu einem einzigen Konto in EUR nur ein weiterer aber vielleicht nicht der erste Schritt in einem Zentralisierungsprojekt des Zahlungsverkehrs sein. Es bedarf einer umfangreichen IT- und Personalinfrastruktur, um mit einem einzigen Konto in EUR tats\u00e4chlich einen Mehrwert f\u00fcr das Unternehmen zu schaffen.<\/p>\n<p>Rechtliche und steuerliche Aspekte sind ebenfalls zu bedenken (auf die wir hier nicht eingehen).<br \/>\nBei der Einf\u00fchrung eines einzigen Kontos \u2013 f\u00fcr die ganz Ehrgeizigen sogar jeweils eines f\u00fcr die wesentlichen W\u00e4hrungen \u2013 ist das zahlungstechnische Hauptproblem die operative Abwicklung (Payments on behalf of \u2013 POBO, Collections on behalf of \u2013 COBO) und die entsprechende Zuordnung der eingehenden und ausgehenden Zahlungen zu den jeweiligen operativen Einheiten bzw. Tochtergesellschaften.<\/p>\n<p>Hier setzt nun das Konzept der virtuellen Konten ein. Dabei werden vor allem zwei Varianten diskutiert (und manchmal auch verwechselt\u2026).<\/p>\n<h3>Die \u201eBankenl\u00f6sung\u201c<\/h3>\n<p>Bei dieser L\u00f6sung nutzt ein Unternehmen ein Bankkonto mit mehreren Unterkonten f\u00fcr die Gruppenunternehmen. Dabei hat jede Tochter bzw. Unternehmenseinheit ein Unterkonto zum Hauptkonto des Shared Service Centres mit jeweils einer eigenen IBAN. Die IBAN kann durchaus auch eine lokale Komponente pro Land haben, d.h. f\u00fcr die deutsche Tochter beginnt sie mit DE, f\u00fcr die franz\u00f6sische mit FR usw. Das hat den Vorteil, dass der Zahler das \u201eGef\u00fchl\u201c hat, auf ein Konto im eigenen Land zu zahlen bzw. davon bezahlt zu werden. Vor allem aber dient die IBAN als eine \u201eIdentifikationsnummer\u201c f\u00fcr die interne buchhalterische Zuordnung der Zahlungen.<\/p>\n<h3>Die \u201eUnternehmensl\u00f6sung\u201c<\/h3>\n<p>Der ultimative Schritt ist allerdings, tats\u00e4chlich nur ein Bankkonto pro W\u00e4hrung bei einer Bank zu halten und die eingehenden und ausgehenden Zahlungen \u00fcber unternehmensinterne Konten abzuwickeln. Dies bedarf dann einer IT und ERP Infrastruktur, die in der Lage ist, Zahlungen, die auf dem Bankkonto gebucht sind, mit Hilfe einer entsprechenden intern generierten Referenz der jeweiligen Gesellschaft zuzuordnen. Zahlungen werden als \u201ePOBO\u201c bzw. \u201eCOBO\u201c mit dieser Referenz versehen. Die entscheidenden Vorteile bei dieser L\u00f6sung sind die weitere Reduzierung der Bankkonten, noch gr\u00f6\u00dfere Unabh\u00e4ngigkeit von Banken, eine Reduzierung der Bankkosten aber vor allem eine komplett unternehmensintern kontrollierte Infrastruktur f\u00fcr den Zahlungsverkehr. Dies ist auch im Zusammenhang von steigenden Anforderungen an die Compliance und die Sicherheit von Zahlungen ein entscheidender Vorteil der \u201eUnternehmensl\u00f6sung\u201c.<\/p>\n<p>Mehr zu dem Thema und weitere praxisnahe Aspekte des Zahlungsverkehrs bietet Ihnen das Seminar \u201e<a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/content\/de\/seminar\/bank\/zahlungsverkehr\/industrie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Internationaler Zahlungsverkehr im Industrieunternehmen \u2013 eine \u00dcbersicht<\/a>\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Einf\u00fchrung von SEPA haben Unternehmen das Potential erkannt, eine weitere Zentralisierung ihres Zahlungsverkehrs in EUR zu erreichen, indem sie f\u00fcr alle eingehenden und ausgehenden Zahlungen aller Gruppenunternehmen nur noch ein einziges EUR Konto nutzen. 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