{"id":20888,"date":"2019-11-04T13:18:37","date_gmt":"2019-11-04T12:18:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=20888"},"modified":"2022-12-13T14:20:23","modified_gmt":"2022-12-13T13:20:23","slug":"das-risiko-liegt-im-unerwarteten-verlust-kreditportfoliosteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/das-risiko-liegt-im-unerwarteten-verlust-kreditportfoliosteuerung\/","title":{"rendered":"Das Risiko liegt im unerwarteten Verlust: Kreditportfoliosteuerung"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Keine Normalverteilung bei Kreditausf\u00e4llen<\/h2>\n<p>Um eine Bank zu steuern ist ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die verbundene Wirkung von Krediten notwendig. Ziel ist es, eine Verteilungsfunktion f\u00fcr die m\u00f6glichen Verluste des Portfolios zu entwickeln. Leider kann bei Krediten nicht von einer Normalverteilung ausgegangen werden. Empirisch ist ein Downrating deutlich wahrscheinlicher als eine Ratingverbesserung. Au\u00dferdem sind bei einem Ausfall die m\u00f6glichen Verluste viel h\u00f6her als m\u00f6gliche Gewinne durch eine erh\u00f6hte Kreditqualit\u00e4t.<\/p>\n<h2>Abdeckung unerwarteter Verluste durch \u00f6konomisches Eigenkapital<\/h2>\n<p>Die erwarteten Verluste beziehen sich dabei auf die durchschnittlichen Ausf\u00e4lle. Im Rahmen der Kreditbewertung werden sie oft als Standardrisikokosten bezeichnet. Dies ist jedoch irref\u00fchrend. Es handelt sich einfach um Kosten, da bei richtigem Rating \u00fcber einen langen Zeitraum diese Verluste anfallen m\u00fcssen. Das Risiko stellt der unerwartete Verlust, also in einem spezifischen Jahr \u00fcber dem Durchschnitt zu liegen, dar.<\/p>\n<p>In einer solchen Situation muss die Bank mit Eigenkapital die Verluste abdecken k\u00f6nnen. Dies wird im Gegensatz zum regulatorischen als \u00f6konomisches Eigenkapital bezeichnet. Seine H\u00f6he h\u00e4ngt vom Zielrating der Bank ab. Wird beispielsweise ein AA angestrebt, sollte in einem Jahren die Ausfallwahrscheinlichkeit der Bank maximal 0,02% betragen. Verluste bis zu dieser H\u00f6he m\u00fcssen daher mit Eigenkapital unterlegt oder externalisiert werden. Das notwendige Eigenkapital muss dann mit der entsprechenden Zielrendite bei der Bewertung angesetzt werden. Im Regelfall wird dem Kredit das marginale Eigenkapital zugeordnet, also die Erh\u00f6hung des \u00f6konomischen Kapitals durch die Hereinnahme des zus\u00e4tzlichen Kredits.<\/p>\n<h2>Diversifikation im Portfolio<\/h2>\n<p>Im Rahmen der Portfoliosteuerung wird einerseits auf die Risikoverteilung im Sinne der Ratings geachtet. Dies determiniert die erwarteten Verluste. Genauso entscheidend ist aber auch die Analyse der Diversifikation im Portfolio. Je geringer die Kredite korreliert sind, umso unwahrscheinlicher wird ein unerwarteter gro\u00dfer Verlust. Daher bindet ein granulares Portfolio bei gleichen erwarteten Ausf\u00e4llen deutlich weniger Eigenkapital als ein Portfolio mit Klumpenrisiken.<\/p>\n<p>Die Kreditportfoliosteuerung bezieht sich auf die unerwarteten Verluste. Diese h\u00e4ngen neben dem Rating zentral von der Diversifikation ab. Deshalb flie\u00dfen diese Portfolio\u00fcberlegungen in die Preise neuer Kredite auf Basis der Eigenkapitalkosten ein.<\/p>\n<h2>Exkurs: Berechnung der Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Anzahl von Kreditausf\u00e4llen<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20929 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Formel-300x83.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"83\" srcset=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Formel-300x83.jpg 300w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Formel-768x213.jpg 768w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Formel.jpg 982w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Dabei ergibt sich die Wahrscheinlichkeit<\/strong> mithilfe der Parameter:<\/p>\n<p><b>\u00b5<\/b>\u00a0 Summe der Ausfallwahrscheinlichkeiten aller Kredite der Gr\u00f6\u00dfenklasse<br \/>\n<b>n<\/b>\u00a0 Anzahl der Kredite einer Gr\u00f6\u00dfenklasse (Lost Given Default ist gleich)<br \/>\n<b>e <\/b>\u00a0 Eulersche Zahl<\/p>\n<p><strong>genau n Ausf\u00e4lle zu haben.<\/strong><\/p>\n<h2>Steigerung der Eigenkapitalrendite<\/h2>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Banken ihr Eigenkapitalrisiko zu senken ist der Kreditverkauf. Am sinnvollsten ist der Verkauf der Forderungen \u00fcber Asset Backed Securities. Es entstehen f\u00fcr den Investor attraktive Anlagem\u00f6glichkeiten, da die Klumpenrisiken besser gestreut werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Bank werden Eigenkapitalrisiken gegen Fremdkapitalkosten getauscht. Dies f\u00fchrt zu einer deutlichen Steigerung der Eigenkapitalrendite.<\/p>\n<p>Die Frankfurt School hat ein breites Portfolio an Seminaren und Zertifikatsstudieng\u00e4ngen zum Themenbereich <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/risk-management\">Risikomanagement<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Normalverteilung bei Kreditausf\u00e4llen Um eine Bank zu steuern ist ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die verbundene Wirkung von Krediten notwendig. Ziel ist es, eine Verteilungsfunktion f\u00fcr die m\u00f6glichen Verluste des Portfolios zu entwickeln. Leider kann bei Krediten nicht von einer Normalverteilung ausgegangen werden. 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