{"id":21176,"date":"2019-12-30T16:46:34","date_gmt":"2019-12-30T15:46:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=21176"},"modified":"2020-07-08T14:14:54","modified_gmt":"2020-07-08T13:14:54","slug":"arzt-und-manager-klinikmanagement-fur-leitende-arzteinnen-in-krankenhausern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/arzt-und-manager-klinikmanagement-fur-leitende-arzteinnen-in-krankenhausern\/","title":{"rendered":"Arzt und Manager: Klinikmanagement f\u00fcr leitende \u00c4rzte*innen in Krankenh\u00e4usern"},"content":{"rendered":"<p>Klinikmanagement ist mittlerweile fester Bestandteil im Arbeitsalltag von Krankenhaus\u00e4rzten*innen. Die Bearbeitung von Verwaltungsaufgaben war w\u00e4hrend meiner T\u00e4tigkeiten als Oberarzt und in Ausbildung zum HNO-Facharzt eher eine Fortf\u00fchrung bestehender Abl\u00e4ufe und Orientierung an den Arbeitsweisen von \u00e4lteren Oberarzt-Kollegen. Dies bedeutete oftmals eine autodidaktische Herangehensweise an Personalf\u00fchrung, Weiterbildung von j\u00fcngeren \u00c4rzten*innen und Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten mit \u201etry and error\u201c.<\/p>\n<p>Nach Klinikwechseln und ersten Erfahrungen als Chefarzt war es interessant zu beobachten, auf welche unterschiedlichen organisatorischen Strukturen ich an den Kliniken traf \u2013 seitens der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, der Verwaltung, der \u00c4rzteschaft in der eigenen Klinik und den Chefarzt-Kollegen. Ich bemerkte, dass sich durch einen Lernvorgang \u201eon the job\u201c meine Herangehensweise und Strategie ver\u00e4ndert hatten.<\/p>\n<p>2004 erh\u00f6hte sich durch den \u00dcbergang in die DRG-Finanzierung der \u00f6konomische Druck enorm und griff tief in die medizinischen Bereiche ein. Pl\u00f6tzlich mussten meine Kollegen und ich uns mit detaillierten Tabellen und Statistiken auseinandersetzen, also Controlling im eigentlichen Wortsinn \u2013 steuern und lenken \u2013 aus\u00fcben. Dies ist nicht Bestandteil der medizinischen Ausbildung, als Arzt kann ich besser operieren als Gesch\u00e4ftsberichte deuten oder Fehler in Statistiken aufdecken. Das Klima im Haus war gl\u00fccklicherweise nicht konfrontativ, aber ich f\u00fchlte mich \u201eunterlegen\u201c. Ich habe mich in Eigeninitiative weitergebildet, betriebswirtschaftliche B\u00fccher gelesen und an einem Fernkurs teilgenommen, der auf meine Situation zugeschnitten war, aber auch f\u00fcr andere \u201ePlayer\u201c im Gesundheitswesen gedacht war. Mit Wirkung: In Gespr\u00e4chen mit \u00d6konomen und in meinen Entscheidungen habe ich mich sicherer und erfolgreicher gesehen.<\/p>\n<h2><strong>Klinikmanagement: Medizin und Betriebswirtschaft d\u00fcrfen sich nicht ausschlie\u00dfen<\/strong><\/h2>\n<p>\u00c4rzte in Kliniken werden in Deutschland medizinisch fachlich hervorragend und sorgf\u00e4ltig ausgebildet, auf die Situation, eine Klinik oder Abteilung zu leiten, wird man bisher nur sehr ausnahmsweise vorbereitet. Durch Delegation besch\u00e4ftigt man sich zwar immer wieder mit Teilaspekten, hat jedoch nie die letztliche Verantwortung, die man sp\u00e4ter als Klinik- oder Abteilungsleiter aus\u00fcben muss. Manche Kollegen absolvieren mit viel pers\u00f6nlichem Engagement parallel zum Beruf ein betriebswirtschaftliches Masterstudium. Den hohen Zeitaufwand w\u00fcrde man jedoch gern oder lieber in wissenschaftliche oder klinische Projekte investieren.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/leadership-communication\/management-im-krankenhaus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gezielte Weiterbildung<\/a> f\u00fcr eine Position als Chefarzt*\u00e4rztin oder Lehrstuhlinhaber*in muss nat\u00fcrlich betriebswirtschaftliches Wissen vermitteln, damit man in Budgetverhandlungen und anderen \u00f6konomischen Anforderungen etwa auf Augenh\u00f6he agieren kann. Man soll die Klinik nicht in betriebswirtschaftlicher Qualifikation selbst leiten. F\u00fcr eine kooperative F\u00fchrung muss man jedoch die Sprache des Gegen\u00fcbers lernen und verstehen. Man muss die F\u00e4higkeit erlernen, Nicht-Medizinern die medizinischen Sachverhalte verst\u00e4ndlich zu machen und fundiert f\u00fcr seine Sache zu argumentieren. W\u00e4hrend andere F\u00fchrungskr\u00e4fte auf Auswahlverfahren vorbereitet werden, sind Mediziner diesbez\u00fcglich eher Autodidakten. Die Motivation von \u00e4rztlichen und nicht-\u00e4rztlichen Mitarbeitern*innen kann man in Grundz\u00fcgen lernen und durch sein Vorbildverhalten mit seinem eigenen Stil leben. Auff\u00e4llig ist, dass man in einer Leitungsfunktion mit seinen Problemen zunehmend allein ist. Ein externer Rat und eine Begleitung in schwierigen Situationen k\u00f6nnen dann sehr stabilisierend sein. F\u00fcr Ordinariate kommt es zunehmend darauf an, Wissenschaft an der Klinik zu managen, zu f\u00f6rdern und die Lehre kompetitiv zu den anderen Fachbereichen gut aufzustellen. Hier muss das Rad nicht neu erfunden werden: \u201elearn from the best\u201c ist der erfolgreichste Weg.<\/p>\n<h2><strong>Unsere Kernkompetenz ist die Heilung von Menschen<\/strong><\/h2>\n<p>Um eine Klinik oder Fachabteilung in der momentanen \u00f6konomischen Drucksituation in Deutschland erfolgreich f\u00fchren zu k\u00f6nnen, ist ein BWL-Studium meines Erachtens eine \u00dcberqualifikation. Ein guter Mix aus verschiedenen F\u00e4higkeiten und Informationen kann Kandidaten*innen am besten und am zielgenauesten vorbereiten. Schlussendlich ist unsere Kernqualifikation unsere hochklassige medizinische Ausbildung, die wir zeitintensiv lernen und die wir immer weiter erarbeiten. Davon beziehen wir eine hohe Motivation durch die Dankbarkeit erfolgreich behandelter Patienten*innen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klinikmanagement ist mittlerweile fester Bestandteil im Arbeitsalltag von Krankenhaus\u00e4rzten*innen. 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