{"id":21367,"date":"2019-12-19T17:20:02","date_gmt":"2019-12-19T16:20:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=21367"},"modified":"2023-11-28T14:30:43","modified_gmt":"2023-11-28T13:30:43","slug":"six-red-bricks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/six-red-bricks\/","title":{"rendered":"Sechs rote Bausteine"},"content":{"rendered":"<p>915.103.765 \u2013 Anfang des Jahres habe ich diese bemerkenswerte Zahl im Lego House im d\u00e4nischen Billund entdeckt. In der N\u00e4he des Ausgangs steht eine Maschine, die sechs rote Lego-Steine formt und als Geschenk verpackt. Und da habe ich an der Wand diese Zahl zum ersten Mal gesehen, in fettgedruckten schwarzen Ziffern. 915.103.765 \u2013 fast eine Milliarde. Mathematiker haben ausgerechnet, dass man sechs identische Lego-Steine auf so viele Weisen zusammenstecken kann.<\/p>\n<p>Die Frankfurt School hat uns allen einen bemerkenswerten Satz Bausteine f\u00fcr die Zukunft an die Hand gegeben. Ich stehe lediglich f\u00fcr einen Satz, eine Reihe von B\u00fcchern und Vorlesungen, Auslandsstudien und Fallstudien. Die M\u00f6glichkeiten sind endlos. Kaum etwas anderes ist ein so individuelles Erlebnis wie das <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/programmes\/mba\/full-time\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MBA-Studium<\/a>. Schlie\u00dflich geht es in der Gesch\u00e4ftswelt ja darum, menschliche Bed\u00fcrfnisse und menschliches Potenzial immer wieder neu zu interpretieren. Das Studium hat uns einen Einblick in dramatische globale Ver\u00e4nderungen erm\u00f6glicht und damit unsere Chancen auf \u00fcberraschende Weise gepr\u00e4gt. Viele von uns f\u00fchlten sich durch schwierige wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse oder pers\u00f6nliche Richtungswechsel eingeschr\u00e4nkt. Manchmal hatten wir das Gef\u00fchl, nach etwas gegriffen zu haben, jedoch mit leeren H\u00e4nden dazustehen. Aber unsere H\u00e4nde sind nicht leer. Wir haben die Voraussetzungen f\u00fcr eine gl\u00e4nzende Zukunft, auch wenn sich Schwierigkeiten vor uns auft\u00fcrmen.<\/p>\n<p>Wenn ich mir meine Kommilitoninnen und Kommilitonen im MBA-Programm ansehe, kann ich \u00fcber ihre Kreativit\u00e4t und ihr Durchhalteverm\u00f6gen nur staunen. Ein Mitstudierender verantwortete zum Beispiel transatlantische Logistik, ein anderer betreute die virtuellen Welten von Gaming-Gemeinschaften. Manche haben Firmen in ihrer Heimat gemanagt, etwa ein Chemieunternehmen in Nigeria oder ein E-Commerce-Netzwerk von Handwerkern in Indien. Auf dem Weg an die Frankfurt School haben viele von ihnen ganze Kontinente \u00fcberquert, ihre Familien und Freunde zur\u00fcckgelassen, eine Fremdsprache gelernt und sich zum ersten Mal mit Finanzen besch\u00e4ftigt. Ich habe Frauen kennengelernt, die den ganzen Tag an Lehrveranstaltungen teilgenommen und sich dann sp\u00e4t abends um ihr Baby gek\u00fcmmert haben. Und jetzt haben wir alle Mittel zur Verf\u00fcgung, die wir brauchen, um die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Arbeitskr\u00e4ften und k\u00fcnstlicher Intelligenz zu f\u00f6rdern, um die Lieferketten von Raketen auf dem Weg zum Mars zu organisieren oder um v\u00f6llig neue Produkte in aller Welt zu vermarkten. Um diese Dinge zu bewerkstelligen, m\u00fcssen wir nicht unbedingt Ingenieure, Wissenschaftler oder Grafikdesigner sein \u2013 was wir aber sein m\u00fcssen, sind die Tr\u00e4umer und die Manager, die Finanziers und die Strategen, die talentierte Teams in die Lage versetzen, mit dem Bauen zu beginnen und, wenn es schief geht, von Neuem zu bauen.<\/p>\n<p>Wir sind unseren Professoren, die uns neue Bausteine an die Hand gegeben haben, so dankbar. Sie haben die Lehrveranstaltungen anschaulich gestaltet \u2013 mit einzigartigen Einsichten und Erfahrungen, mit kniffligen Fallstudien und Whiteboard-Skizzen zum Welthandel. Wir sind dem MBA-Team f\u00fcr die Konzeption eines Programms dankbar, das weit \u00fcber den Unterricht hinausging. Wir haben CEOs, Start-up-Gr\u00fcnder und Vorst\u00e4nde kennengelernt. Und wir haben einander kennengelernt, talentierte Menschen aus vielen verschiedenen Branchen und L\u00e4ndern. Durch das Miteinander konnten wir n\u00e4chtelang durcharbeiten und intensiven Druck bew\u00e4ltigen. Wir wurden Freunde f\u00fcrs Leben. Und dann sind da noch unsere Familien. Sie sind ein Leuchtturm in den zuweilen t\u00fcckischen Gew\u00e4ssern des Lebens. Sie haben uns viel gegeben und so einiges auf sich genommen, um uns durchs Studium zu helfen und uns den Freiraum zu geben, unseren Tr\u00e4umen nachzugjagen.<\/p>\n<p>Unser Durchhalteverm\u00f6gen hat sich gelohnt. Wir sind Teil eines globalen Alumni-Netzwerks geworden und k\u00f6nnen uns gegenseitig dabei helfen, neu zu erfinden, was m\u00f6glich ist. Mein Thesisprojekt mit Amazon Web Services kam nur durch die Freundschaft mit zwei hervorragenden Mitstudierenden und eine schlichte 300-Zeichen-Nachricht an einen mir zuvor vollkommen unbekannten FS-Alumnus zustande. Wenn wir gemeinsam mit Menschen in unserem Umfeld bauen, tun sich unverhofft Chancen auf.<\/p>\n<p>Was baust du aus deinen sechs roten Bausteinen? Welche unm\u00f6gliche Idee wird in deinen H\u00e4nden Form annehmen?<\/p>\n<p>Leg den ersten Stein. Bau etwas Neues. Dann wirst du nicht nur k\u00fcnftigen St\u00fcrmen trotzen, sondern vielleicht der- oder diejenige sein, die eine Stadt mit Strom aus Hurrikanwind versorgt.<\/p>\n<p>Eine Milliarde M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Du hast alles, was du brauchst.<\/p>\n<p>Jetzt hei\u00dft es bauen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>915.103.765 \u2013 Anfang des Jahres habe ich diese bemerkenswerte Zahl im Lego House im d\u00e4nischen Billund entdeckt. In der N\u00e4he des Ausgangs steht eine Maschine, die sechs rote Lego-Steine formt und als Geschenk verpackt. 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