{"id":2152,"date":"2015-04-30T07:39:02","date_gmt":"2015-04-30T07:39:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=2152"},"modified":"2019-02-20T12:23:01","modified_gmt":"2019-02-20T11:23:01","slug":"digitalisierung-verandert-die-prozesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/digitalisierung-verandert-die-prozesse\/","title":{"rendered":"Digitalisierung ver\u00e4ndert die Prozesse"},"content":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung ist das gro\u00dfe Thema des Jahres. Praktisch alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche werden von der Digitalisierung durchdrungen. Ganz besonders ist davon die Finanzbranche betroffen. Aber bei allen damit verbundenen Problemen er\u00f6ffnet die Digitalisierung v\u00f6llig neue und vielversprechende M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Branche \u2013 und den Schritt von der traditionellen Prozessverbesserung hin zu der immer wichtiger werdenden Prozessinnovation.<\/p>\n<p>Eine Reihe von Branchen ist aufgrund der disruptiven Kraft der Digitalisierung bereits massiv ver\u00e4ndert worden (Versandhandel, Reisegesch\u00e4ft, Musik-, Filmindustrie etc.). Andere Branchen stehen davor oder befinden sich im Transformationsprozess (station\u00e4rer Handel, Automobil-, Bekleidungsindustrie etc.).<\/p>\n<p>Mittendrin in dieser Digitalisierungswelle befindet sich die Finanzbranche. Hier sind die Auswirkungen enorm. Die Digitalisierung in Verbindung mit der schnellen Ver\u00e4nderung des Kundenverhaltens f\u00fchrt zum Zerfall von bisher als unverr\u00fcckbar verstandenen Strukturen. Es ver\u00e4ndern sich nicht nur die Vertriebswege und die Produkte, sondern komplette Gesch\u00e4ftsmodelle \u2013 und damit die dahinterliegenden Gesch\u00e4ftsprozesse.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Deutsche Banken sind zu langsam<\/span><\/p>\n<p>Allerdings findet die Digitalisierung hierzulande viel zu langsam statt. Kreditinstitute wie BBVA und Santander sind den deutschen Instituten weit voraus. Dieser Vorsprung wird sich mittelfristig in gr\u00f6\u00dferer Effektivit\u00e4t und Effizienz auswirken. Auch die polnische\u00a0<a href=\"http:\/\/media.mbank.pl\/en\/pr\/288513\/forrester-mbank-s-banking-in-the-top-international-league\">mBank<\/a>, Tochterunternehmen der Commerzbank, z\u00e4hlt zu den technischen Frontrunnern in Europa. Forrester Research nennt die mBank eine der international revolution\u00e4rsten Banken.<\/p>\n<p>Der Druck auf die etablierten Institute steigt. Schlie\u00dflich werden sie auch von anderer Seite, den FinTechs, angegriffen. Diese basieren ihr Gesch\u00e4ftsmodell vollst\u00e4ndig auf der Digitalisierung und brechen immer mehr Teile aus der traditionellen bankbetrieblichen Wertsch\u00f6pfungskette heraus. Und mit dem Blick auf neue Anbieter im Mobile-Payment-Bereich (z.B. Apple, Google, Facebook, PayPal, AliPay) m\u00fcssen diese FinTechs keineswegs klein bleiben \u2026<\/p>\n<p>Digitalisierung bedeutet jedoch nicht einfach Automatisierung von bereits bestehenden Prozessen. Der Einfluss ist viel umfassender und r\u00fcttelt an den Grundfesten des bisherigen Bankgesch\u00e4fts. Es geht darum, wie die Digitalisierung Prozesse erm\u00f6glicht, die vorher gar nicht vorhanden oder g\u00e4nzlich unbekannt waren.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Die Zukunft liegt in der Prozessinnovation<\/span><\/p>\n<p>In den bisherigen Projekten der Bankbranche lag der Fokus fast immer auf der Prozessverbesserung (Gesch\u00e4ftsprozessoptimierung, Six Sigma, Lean Management usw.). Die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen ist auch weiterhin richtig und notwendig. Sie sichert aber nicht die Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Vielmehr ist zu fragen, ob ein derzeit existierender Prozess \u00fcberhaupt noch ben\u00f6tigt wird oder sich das Gesch\u00e4ft viel massiver ver\u00e4ndert. Die Digitalisierung f\u00fchrt dazu, dass Prozesse entstehen, an die wir heute noch gar nicht denken. Die Kunst wird sein, so fr\u00fch wie m\u00f6glich ein Gesp\u00fcr f\u00fcr solche neuen, innovativen Prozesse zu entwickeln und diese schneller als die Wettbewerber zu implementieren.<\/p>\n<p>Insbesondere \u00e4ndert sich die Art, wie Prozessinnovationen zustande kommen und damit auch der Prozess, wie Innovationen \u00fcberhaupt entstehen. Hier k\u00f6nnen Banken von Start-up-Unternehmen lernen, die mit einer ganz anderen Denkweise die Chancen der Digitalisierung begreifen und umsetzen. Ansatzpunkte zeigt z.B. Eric Ries mit seinem Ansatz \u201e<a href=\"http:\/\/theleanstartup.com\/\">Lean Start-up<\/a>\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Viele offene Fragen<\/span><\/p>\n<p>Der Weg zur Digitalisierung der Bankprozesse und der Integration der Banken in die digitale Welt der Kunden wird lang sein. In diesem Kontext ist eine Vielzahl von Fragen zu beantworten, u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Was bedeutet Digitalisierung genau? Wo entstehen neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Prozessgestaltung?<\/li>\n<li>Wie kann die Prozessinnovation systematisiert werden? Wie kann der Einfluss der Digitalisierung erfasst und genutzt werden?<\/li>\n<li>Gibt es Best Practices der Digitalisierung von Prozessen \u2013 in der Finanzbranche oder in anderen Branchen?<\/li>\n<li>Wie funktioniert die Integration der digitalen Strukturen in die bestehenden IT-Infrastrukturen der Banken?<\/li>\n<li>Welche Rolle spielt der Kunde? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf kundenorientierte Prozessinnovationen?<\/li>\n<li>Wer ist f\u00fcr die Digitalisierung zust\u00e4ndig (Programmentwicklung, Rollen, Verankerung der Digitalisierung)?<\/li>\n<li>Wie ist der Vorstand von der Digitalisierung zu \u00fcberzeugen? Wie kann der Nutzen f\u00fcr das Unternehmen und die Kunden festgestellt werden? Muss eine Digitalisierungskultur geschaffen werden?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Umbau von Finanzdienstleistern von analogen zu \u201edigitalen Organisationen\u201c ist keine Kann-Aufgabe. Es geht vielmehr um das\u00a0<em>Wie?<\/em>\u00a0und das\u00a0<em>Wie schnell?<\/em>\u00a0Das Umdenken in Richtung digitaler, mobiler Bankprozesse muss z\u00fcgig erfolgen. Trotz vieler weiterer Belastungen (Compliance, Regulierung etc.) gibt es nur den einen Weg \u2013 hin zur Prozessinnovation. Diese wird durch die Digitalisierung erm\u00f6glicht. F\u00fcr Unternehmen der Bankbranche ist das Thema daher hochrelevant.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Autor:\u00a0<\/span>Prof. Dr. J\u00fcrgen Moormann ist Inhaber der ConCardis-Professur f\u00fcr Bank- und Prozessmanagement an der Frankfurt School of Finance &amp; Management. Dar\u00fcber hinaus leitet er das Forschungscenter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/content\/de\/research\/centres\/processlab.html\">ProcessLab<\/a>\u00a0der Frankfurt School.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Wie wird die neue Welt aussehen?<\/span><br \/>\nDie Konferenz\u00a0<span style=\"font-weight: bold;\">\u201e<a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school-verlag.de\/verlag\/konferenz\/processlab_2015.html\">Prozessinnovation durch Digitalisierung<\/a>\u201c<\/span>\u00a0bietet spannende Einblicke in die neue Welt des Banking. Insbesondere geht es darum, wie die Digitalisierung ganz neue M\u00f6glichkeiten zur Prozessgestaltung er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Sichern Sie sich jetzt Ihre Teilnahme! Die Konferenz findet am\u00a0<span style=\"font-weight: bold;\">11. Juni 2015\u00a0<\/span>in Frankfurt statt und wird zum Treffpunkt f\u00fcr die Banking Community im Bereich des Prozessmanagements. Leitung: Prof. Dr. J\u00fcrgen Moormann. Anmeldung im Internet unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school-verlag.de\/verlag\/konferenz\/processlab_2015.html\"><span style=\"font-weight: bold;\">www.frankfurt-school-verlag.d\u0435<\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung ist das gro\u00dfe Thema des Jahres. Praktisch alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche werden von der Digitalisierung durchdrungen. Ganz besonders ist davon die Finanzbranche betroffen. 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