{"id":21736,"date":"2020-02-28T09:30:43","date_gmt":"2020-02-28T08:30:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=21736"},"modified":"2020-06-12T08:03:03","modified_gmt":"2020-06-12T07:03:03","slug":"gemischtwarenladen-bank-konzentration-auf-kernkompetenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/gemischtwarenladen-bank-konzentration-auf-kernkompetenzen\/","title":{"rendered":"Gemischtwarenladen Bank? \u2013 Konzentration auf Kernkompetenzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Finanzwirtschaft steht weiterhin unter einem starken Ver\u00e4nderungsdruck. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, raten Experten zu Umstrukturierungen und der Konzentration auf Kernkompetenzen. Damit ist eine Abspaltung einzelner Aktivit\u00e4ten oder gar ganzer Gesch\u00e4ftsfelder von N\u00f6ten, denn ohne deutlichen Fokus verlieren Banken ihr Profil im Markt. Die Finanzkrise im Jahr 2008 gilt als Weckruf f\u00fcr die Bankenwelt. Eine branchenweite Neuerfindung bzw. auch die R\u00fcckbesinnung auf die Kernkompetenzen erschienen unausweichlich, um dem Abw\u00e4rtsstrudel zu entkommen. F\u00fcr die manche hie\u00df das: Comeback des klassischen Bankenmodells anstelle des Gemischtwarenladen-Charakters. Doch nicht nur die Neudefinition des eigenen Leitbildes forderte die Banken heraus, denn nach der Krise wurden zus\u00e4tzlich die Regulierungsbeh\u00f6rden auf nationaler und globaler Ebene aktiv &#8211; Regulierung und Aufsicht \u00fcber die Finanzinstitute wurden merkbar intensiviert.<\/p>\n<h2>Organisatorische Verschlankung<\/h2>\n<p>Um strategisch an die Neuausrichtung heranzugehen, mussten sich die Vorst\u00e4nde und Aufsichtsr\u00e4te zun\u00e4chst mit den ausschlaggebenden Faktoren zur Beurteilung des eigenen Handeln befassen. Hierbei spielen vor allem die fehlende Profitabilit\u00e4t (Kosten\/Leistung), steigender Kosten- bzw. Risikodruck oder eine notwendige Neupositionierung der Bank eine Rolle. Die Senkung absoluter Kostengr\u00f6\u00dfen durch die Separierung von Leistungen tr\u00e4gt langfristig nachweislich zum Unternehmenserfolg bei. Ein gutes Beispiel f\u00fcr eine solche Abspaltung ist der Bereich der Immobilienfinanzierung. Entschlie\u00dft sich eine Bank dazu, dass die Immobilienfinanzierung nicht weiter ein Teil des Portfolios darstellen soll, spart das Unternehmen sich den organisatorischen Aufwand ein, erwirtschaftet in dem Gebiet jedoch auch keinen Umsatz mehr. Zu pr\u00fcfen ist dann, ob eine strategische Kooperation mit einem bedeutenden Immobilienfinanzierer Sinn macht.<\/p>\n<h2>\u00dcber das Portfolio hinausdenken<\/h2>\n<p>Eine Umstrukturierung sollte jederzeit einer ganzheitlichen Strategie unterliegen, Somit sind auch der optimale Umfang an Ressourcen, Personal, Kunden, Produkten, IT-Systemen etc. zu identifizieren und optimieren. Parallel dazu ist es aus technischer Sicht empfehlenswert, die Digitalisierung nicht aus den Augen zu verlieren und daher fr\u00fchzeitig die Frage nach den systemgest\u00fctzten M\u00f6glichkeiten zu kl\u00e4ren. Die einen ziehen FinTechs in Betracht, andere Banken rudern zur\u00fcck und setzen auf standardisierte Systeme ohne Anpassungsaufwand. Das soll Kosten einsparen, ein Best Practice gibt es an der Stelle jedoch noch nicht.<\/p>\n<h2>Risiko minimieren und Neugr\u00fcndungen in Betracht ziehen<\/h2>\n<p>Die Risikosituation versch\u00e4rfte sich im Zuge der Krise ma\u00dfgeblich. Ein Mittel, um dem entgegenzuwirken, ist die Auslagerung von Risiken aus den eigenen B\u00fcchern.<br \/>\nDurch die Umverteilung nicht werthaltiger und illiquider Finanzinstrumente in eine \u201eBad Bank\u201c kann das Eigenkapital entlastet und die Bilanz bereinigt werden. In Einzelf\u00e4llen werden dadurch sogar die erforderlichen Grundlagen f\u00fcr die Inanspruchnahme \u00f6ffentlich-rechtlicher Garantien oder B\u00fcrgschaften geschaffen. Die Trennung von Leistungsumf\u00e4ngen bietet dar\u00fcber hinaus ebenfalls die Grundlage einer Neugr\u00fcndung. Es w\u00e4re denkbar, den jeweiligen Themenbereich in Form einer eigenst\u00e4ndigen Bank zu etablieren. Man nennt diesen Vorgang auch Ausgr\u00fcndung (Carve Out).<br \/>\nEin Carve Out ist allerdings mehr als nur das Outsourcing einzelner Gesch\u00e4ftsbereiche. Neben den betroffenen Produkten m\u00fcssen betroffene Kunden, Prozesse, IT-Systeme und institutsinterne Abh\u00e4ngigkeiten in Folge dessen ebenfalls betrachtet werden. F\u00fcr alle Quereinsteiger aus dem Bereich Management und F\u00fchrung, die mit den aktuellen Herausforderungen der Bankenwelt konfrontiert werden, bieten wir den Zertifikatsstudiengang Banking f\u00fcr Akademiker an. Sie erhalten im Rahmen des Programms fundierte Grundlagen aus dem Bankwesen und werden mit dem R\u00fcstzeug f\u00fcr Ihre t\u00e4gliche Arbeit ausgestattet.\u00a0 Wir Dozenten verf\u00fcgen \u00fcber eine breite Palette an wertvollem Fachwissen und geben Ihnen neben den Banking Basics auch alle wissenswerten Fakten zu aktuellen Trends und Strategien der Szene mit. Im Rahmen des Programms <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/banking-wealth-management\/banking-akademiker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Banking f\u00fcr Akademiker<\/a> stellen wir den Bezug zu bedeutenden Geschehnissen her und sind gerne bereit, ihre pers\u00f6nlichen Fragen zu kl\u00e4ren und Szenarien durchzusprechen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzwirtschaft steht weiterhin unter einem starken Ver\u00e4nderungsdruck. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, raten Experten zu Umstrukturierungen und der Konzentration auf Kernkompetenzen. 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