{"id":21901,"date":"2020-03-04T09:42:26","date_gmt":"2020-03-04T08:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=21901"},"modified":"2020-06-12T08:01:13","modified_gmt":"2020-06-12T07:01:13","slug":"financial-model","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/financial-model\/","title":{"rendered":"Ann\u00e4herung an die Wirklichkeit mit dem Financial Model"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Wie tragf\u00e4hig ist mein Projekt?<\/h2>\n<p>Um \u00fcber eine Kreditvergabe oder Investitionen zu entscheiden, ist ein Financial Model eine wichtige Grundlage. Bei Projektfinanzierungen beispielsweise zeigen Cashflow-Modelle die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit eines Projekts auf und helfen, das Risiko des Projekts abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<h2>Excel als Mittel der Wahl<\/h2>\n<p>In vielen Unternehmen hat sich Microsoft Excel als das Standardtool etabliert, das f\u00fcr Modellrechnungen eingesetzt wird. Das ist Fluch und Segen gleichzeitig, da fast alle das Programm kennen, die wenigsten jedoch verstehen, was in der Kalkulation passiert. Das Fehlerpotenzial bei der Anwendung ist also relativ hoch. Um ein belastbares Financial Model zu entwickeln, braucht es einiges an Wissen und Erfahrung. Sachverhalte m\u00fcssen so modelliert werden, dass alle wesentlichen Risikofaktoren des Projektes beachtet oder Kennzahlen entsprechend der zugrunde liegenden Vertr\u00e4ge berechnet werden. Als Grundsatz f\u00fcr Modelle hat sich das KISS Prinzip bew\u00e4hrt. KISS steht f\u00fcr \u201eKeep it Smart and Simple\u201c. Das bedeutet: \u00dcbersichtliche Formeln verwenden, komplexe Berechnungen in mehreren Schritten l\u00f6sen und die Formel-Logik in Form von Kommentaren dokumentieren. Denn es gilt: Je komplexer die Modelle werden, desto schwieriger wird es, Fehler zu erkennen.<\/p>\n<h2>Im Cockpit Szenarien simulieren<\/h2>\n<p>Im Financial Model sollte eine klare Trennung zwischen dem Eingabebereich, einem Kalkulationsbereich und der gut aufbereiteten Darstellung der Ergebnisse bestehen. Grunds\u00e4tzlich sollte der Detailgrad nur so hoch wie n\u00f6tig sein, um belastbare Aussagen treffen zu k\u00f6nnen. Wichtige Bestandteile in der dynamischen Betrachtung sind neben der Erl\u00f6s- und Kostensicht die Steuerberechnung, ein Ziehungsmechanismus f\u00fcr Fremdkapital oder Nachschussverpflichtungen der Eigenkapital-Geber in der Ausbauphase sowie oft komplexe Tilgungsmechanismen und Dividendenzahlungen in der Betriebsphase. Sind aber einmal alle Wirkungszusammenh\u00e4nge entsprechend im Modell programmiert, k\u00f6nnen die Projektierer genau das tun, was sich Konzernlenker schon lange w\u00fcnschen: In einer Art Cockpit verschiedene Szenarien definieren, um sich im n\u00e4chsten Moment die Auswirkungen anzusehen.<\/p>\n<p>Gute Modelle zeigen eine vollst\u00e4ndige Kapitalflussrechnung auf, so dass neben dem Cashflow-Wasserfall (Liquidit\u00e4t) auch die GuV (Betriebsergebnis) und die Bilanz (Verm\u00f6gen) \u00fcber die gesamte Laufzeit modelliert sind. Werden alle drei Komponenten abgebildet, bietet dieses drei Vorteile. Erstens ist die korrekte Berechnung der Steueraufwendungen inkl. Abschreibungen und potentieller Verlustvortr\u00e4ge m\u00f6glich. Zweitens liefert es dem Nutzer wichtige Informationen zu Entwicklung von Fremd- und Eigenkapital w\u00e4hrend der Projektlaufzeit und drittens bietet es ein hohes Ma\u00df an Sicherheit f\u00fcr den Programmierer. Eine \u00fcber die Projektlaufzeit ausgeglichene Bilanz in einem dynamischen Modell ist ein sehr guter Indikator f\u00fcr ein korrekt rechnendes Financial Model.<\/p>\n<h2>Einsatz in Projekten<\/h2>\n<p>Financial Modeling muss sich oft den Vorwurf gefallen lassen, dass die Ergebnisse scheingenau sind und am Ende des Tages sowieso \u201ealles nicht so genau vorhersagbar ist\u201c. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Denn es ist ein Modell, das verschiedene Szenarien antizipiert und deren Auswirkungen berechnet und keine Glaskugel. Au\u00dferdem wird es f\u00fcr Projekte eingesetzt, die im Gegensatz zu einem Unternehmen eine stark reduzierte Komplexit\u00e4t aufweisen. Genau diese macht es erst m\u00f6glich, sich dem Thema mit Hilfe des Financial Models zu n\u00e4hern. Die wesentlichen Abh\u00e4ngigkeiten sind in der Regel relativ gut bekannt. Ziel ist es also diese Interdependenzen in ein dynamisches Modell zu integrieren, um so die Belastbarkeit des Projektes oder die Rentabilit\u00e4t zu analysieren. Das Interesse an ersterem ist sicherlich im Fokus der Fremdkapitalgeber, das letztere eher f\u00fcr die Eigenkapitalgeber interessant.<\/p>\n<h2>Wesentliche Schwachstellen erkennen und im Projekt beheben<\/h2>\n<p>Wenn das Financial Model f\u00fcr den Anwender vorbereitet ist, ist er in der Lage die wesentlichen Risikotreiber zu analysieren, Schwachstellen zu erkennen und diese in der Projektstruktur zu beheben. Makro\u00f6konomische Risiken ergeben sich aus Zins- und W\u00e4hrungsrisiken oder dem Einfluss der wirtschaftlichen Entwicklung auf das Projekt. Was passiert, wenn die Nachfrage sich anders entwickelt als erwartet oder die Preise f\u00fcr die Rohstoffe pl\u00f6tzlich stark ansteigen? Projektspezifische Themen ergeben sich in der Regel aus Vertr\u00e4gen. Was passiert, wenn langfristige Liefervertr\u00e4ge auslaufen oder erfolgsabh\u00e4ngige R\u00fcckzahlungsmodalit\u00e4ten sich \u00e4ndern? Wie entwickelt sich also die Tilgung in verschiedenen Szenarien? Da nat\u00fcrlich die externen Einfl\u00fcsse auf die internen wirken, sind immer auch Szenarien wichtig, die beides vereinen, um vermeintliche \u201eSollbruchstellen\u201c im Projekt zu identifizieren.<\/p>\n<h2>Modelle sind unverzichtbar<\/h2>\n<p>Der Bedarf an Financial Modeling ergibt sich von mehreren Seiten. F\u00fcr Projektierer ist es zwingend erforderlich. Aber auch Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber k\u00f6nnen bei der klassischen Projektfinanzierung fast nie auf ein Financial Model verzichten, um sich von der notwendigen Robustheit des Projektes zu \u00fcberzeugen. So ergibt sich der Bedarf an Financial Modeling auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/finance\/zertifikatsstudiengang-kreditanalyst-geschaeftskunden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kreditanalysten<\/a> oder in der <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/finance\/zertifikatsstudiengang-mergers-acquisitions\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unternehmensbewertung in M&amp;A Prozessen<\/a>. An der Frankfurt School haben Sie die M\u00f6glichkeit, den <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/finance\/zertifikatsstudiengang-financial-modelling-excel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zertifikatsstudiengang Financial Modeling mit Excel<\/a> zu belegen und lernen, das eigene Financial Model zu programmieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Financial Model antizipert verschiedene Szenarien und berechnet deren Auswirkungen auf ein Projekt. Richtig programmiert liefert es wichtige Entscheidungshilfen.<\/p>\n","protected":false},"author":836,"featured_media":22694,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[51],"tags":[85,1522,399,533,988,1524,1523,1319,1466],"class_list":["post-21901","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-executive-education","tag-finance","tag-financial-model","tag-green-finance","tag-kreditananlyst","tag-kreditentscheidung","tag-m-a","tag-mergers-aquisitions","tag-sustainable-finance","tag-unternehmenswert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/836"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21901"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23252,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21901\/revisions\/23252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}