{"id":22883,"date":"2020-05-12T14:18:40","date_gmt":"2020-05-12T13:18:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=22883"},"modified":"2020-08-25T12:44:37","modified_gmt":"2020-08-25T11:44:37","slug":"wie-erkennt-man-den-wirtschaftlichen-erfolg-von-weiterbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wie-erkennt-man-den-wirtschaftlichen-erfolg-von-weiterbildung\/","title":{"rendered":"Wie erkennt man den (wirtschaftlichen) Erfolg von Weiterbildung?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist nicht so lange her, da war Weiterbildung in Unternehmen vorwiegend ein Incentive zur \u201eBelohnung\u201c der Mitarbeiter oder eine l\u00e4stige Pflicht\u00fcbung, wenn Wissen bspw. aufgrund regulatorischer Vorgaben nachgewiesen werden musste. In den letzten 10-20 Jahren hat die Personalentwicklung in Unternehmen jedoch an Bedeutung gewonnen. Zum einen \u201ezwingt\u201c der Fachkr\u00e4ftemangel Unternehmen dazu, in die Qualifikation der eigenen Mitarbeiter zu investieren. Zum anderen wirkt die Digitalisierung als Motor f\u00fcr die Notwendigkeit von systematischer Personalentwicklung: Die Halbwertzeit von Wissen sinkt zunehmend, Produktlebenszyklen werden k\u00fcrzer, Zukunftsprognosen fortw\u00e4hrend ungenauer, da technologische, aber auch gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen immer schneller vonstattengehen. Das bedeutet auch, dass die Anforderungen an die Kompetenzprofile der Mitarbeiter zunehmend wachsen und sich anpassen. Gleichzeitig erm\u00f6glicht der breit gestreute Einsatz von digitalen Lernmedien und die Verbreitung von Learning-Management-Systemen und Social Intranets in Unternehmen eine einfache und effektive Skalierbarkeit von Weiterbildung. Mit diesem Bedeutungszuwachs steigen auch ihre Reporting-Pflichten.<\/p>\n<h2>Reportings<\/h2>\n<p>Es gibt unterschiedliche M\u00f6glichkeiten, den Nutzen von E-Learnings und Weiterbildungen allgemein zu messen. Der Lernerfolg der Mitarbeiter, aber auch die Lernmotivation lassen sich rasch quantitativ und automatisiert erfassen. Kennzahlen zu folgenden Messgr\u00f6\u00dfen sollten sich ohne gr\u00f6\u00dferen Aufwand mit jedem Learning-Management-System ermitteln lassen:<\/p>\n<ul>\n<li>Anzahl der Nutzer<\/li>\n<li>Wissenszuwachs (\u00fcberpr\u00fcft durch Tests)<\/li>\n<li>Verweildauer im E-Learning<\/li>\n<li>Anzahl der Kursabschl\u00fcsse (wie viele Trainingsma\u00dfnahmen werden durch wie viele Mitarbeiter erfolgreich abgeschlossen)<\/li>\n<li>Wiederholte Nutzung derselben Lern-Ma\u00dfnahme<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zeitaufwendiger, aber daf\u00fcr in der Regel aussagekr\u00e4ftiger ist das Einholen von individuellem Feedback zu den digitalen Lernma\u00dfnahmen bei den Mitarbeitern. Hierdurch lassen sich konkret weitere Bildungsbedarfe ermitteln und Verbesserungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen erreichen.<\/p>\n<h2>Den Nutzen von Weiterbildung sichtbar machen<\/h2>\n<p>Der wirtschaftliche Erfolg einer Weiterbildung l\u00e4sst sich nur schwer in Zahlen aufzeigen. Kommt es nach einem absolvierten Verkaufstraining zu einem Anstieg der Abschl\u00fcsse, l\u00e4sst dies R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine Korrelation zu, ebenso, wenn sich die Bearbeitungsdauer bestimmter Routineaufgaben nach einer Prozess- oder Software-Schulung verk\u00fcrzt Kompetenzzuwachs dagegen ist nicht so einfach messbar wie gesteigertes Fachwissen, daher sollte f\u00fcr das Bildungscontrolling von Weiterbildungsma\u00dfnahmen ein ganzheitlicher Ansatz gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Dieses sechsgliedrige Modell kann dabei unterst\u00fctzen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Reaktion:<\/strong> Einholen von unmittelbarem Feedback im Anschluss an die Weiterbildung; \u201eerster unverf\u00e4lschter Eindruck\u201c<\/li>\n<li><strong>Wissenskontrolle:<\/strong> \u00dcberpr\u00fcfen von Kenntnissen <u>vor<\/u> und <u>nach<\/u> der Lernma\u00dfnahme<\/li>\n<li><strong>Verhaltens\u00e4nderung:<\/strong> Wurde neben dem theoretischen Wissen auch die Bereitschaft des Mitarbeiters, bisherige Arbeitsabl\u00e4ufe und Herangehensweisen abzulegen, gesteigert. Hier spielt auch die Bef\u00e4higung des Mitarbeiters und die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle.<\/li>\n<li><strong>Output:<\/strong> Hier werden konkrete Ergebnisse der Weiterbildung in Zahlen erfasst. Daf\u00fcr m\u00fcssen aber <u>vor<\/u> der Entwicklung der Bildungsma\u00dfnahme konkrete Lernziele festgelegt werden, die im Zusammenhang mit den Unternehmenszielen stehen (z.\u00a0B. Kundenzuwachs im Bereich &lt; 25 Jahre um x Prozent )<\/li>\n<li><strong>Return-of-Investment:<\/strong> Um die konkrete Netto-Ersparnis f\u00fcr das Unternehmen darzustellen, ist eine systematische Erfassung des Vorher- und Nachher-Zustands unerl\u00e4sslich.Beispiel:<br \/>\nMitarbeiter einer Abteilung nutzen eine bestimmte Software; die Anwendungskenntnisse sind unterschiedlich; \u201eschw\u00e4chere\u201c Mitarbeiter fragen die \u201est\u00e4rkeren\u201c \u00a0h\u00e4ufig um Rat.Vollkosten eines Mitarbeiters = 500 \u20ac<br \/>\nKosten Anwendungsschulung = 2.000 \u20ac<br \/>\nAnzahl Teilnehmer = 10<br \/>\nKosten pro TN = 500 \u20ac + 2.000 \u20ac \/ 10 = 750 \u20acZeit-Einsparung pro Tag = 5 Min.\/(8 h * 60 Min.) * 500 \u20ac = 5,20 \u20ac<br \/>\nPro Jahr = 5,20 \u20ac* 200 (Arbeitstage)= 1042 \u20ac<\/li>\n<li><strong>Value-of-Investment:<\/strong> Hier wird der Nutzen der Qualifikation f\u00fcr die Unternehmensentwicklung gemessen. Beispielsweise, wie sich die besseren Anwendungskenntnisse auf die Kunden- oder die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken.(qualitative Befragungen)<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mitarbeiterzufriedenheit ist eine signifikante Einflussgr\u00f6\u00dfe auf den Unternehmenserfolg. Erfolgreichere Unternehmen f\u00f6rdern gezielt und systematisch die Arbeitsplatzqualit\u00e4t und investieren gemessen in Fortbildungstagen pro Mitarbeiter mehr in deren Qualifikation. (<a href=\"https:\/\/www.intelligence.de\/news\/kennzahlen-zur-mitarbeiterzufriedenheit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a>)<\/p>\n<p>Welchen signifikanten Einfluss die (Weiter-)Qualifikation auf die Mitarbeiterzufriedenheit hat, zeigt diese Zahl: 94% der Mitarbeiter w\u00fcrden l\u00e4nger in einem Unternehmen bleiben, wenn dieses in ihre berufliche Entwicklung investiert. (Quelle: Workplace Learning Report 2019).<\/p>\n<p>Fazit: zufriedene Mitarbeiter leisten mehr und bringen sich gerne in die Unternehmensentwicklung ein. In Weiterbildung zu investieren lohnt sich daher!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht so lange her, da war Weiterbildung in Unternehmen vorwiegend ein Incentive zur \u201eBelohnung\u201c der Mitarbeiter oder eine l\u00e4stige Pflicht\u00fcbung, wenn Wissen bspw. aufgrund regulatorischer Vorgaben nachgewiesen werden musste. In den letzten 10-20 Jahren hat die Personalentwicklung in Unternehmen jedoch an Bedeutung gewonnen. 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