{"id":25082,"date":"2021-01-19T11:03:09","date_gmt":"2021-01-19T10:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=25082"},"modified":"2021-02-25T18:15:35","modified_gmt":"2021-02-25T17:15:35","slug":"fuhrung-im-zeitalter-der-digitalisierung-fokus-finanzbereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/fuhrung-im-zeitalter-der-digitalisierung-fokus-finanzbereich\/","title":{"rendered":"F\u00fchrung im Zeitalter der Digitalisierung: Fokus Finanzbereich"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Digitalisierung haben sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte entscheidend ge\u00e4ndert. Das Internet durchdringt alle Bereiche des menschlichen Lebens. Es ver\u00e4ndert dabei grundlegend Gesellschaft, \u00d6konomie und Kultur, u.a. durch die zunehmende Vernetzung. Konnektivit\u00e4t ist demnach nicht nur ein technologiegetriebener, sondern vor allem auch ein sozialer Prozess.<\/p>\n<p>Aber nicht nur Menschen vernetzen sich, sondern auch Dinge. \u00dcber das Internet der Dinge, Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und Produktionsst\u00e4tten, die immer intelligenter werden, wird die vierte industrielle Revolution, Industrie 4.0, eingel\u00e4utet. Je mehr Abl\u00e4ufe in der Wirtschaft digitalisiert und vernetzt werden, desto mehr Schnittstellen entstehen zwischen verschiedenen Akteuren. Durch die Sammlung und Verbindung von Informationen aus unterschiedlichsten Quellen entstehen so immer gr\u00f6\u00dfere Datenmengen, die f\u00fcr die Unternehmensf\u00fchrung eine Rolle spielen.<\/p>\n<h2><strong>Entstehung nichtlinearer Effekte<\/strong><\/h2>\n<p>Diese Entwicklung treibt die Komplexit\u00e4t, wie sich in dieser Formel zeigt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Viele Teilnehmer (Knoten)<\/em><br \/>\n<em>+ steigende Koppelungsdichte (Konnektivit\u00e4t)<\/em><br \/>\n<em>+ hohe Spontanaktivit\u00e4t (Aktivierung)<\/em><br \/>\n<em>______________________________________________________<\/em><br \/>\n<em>= erh\u00f6ht die Wahrscheinlichkeit der Entstehung nichtlinearer Effekte (Hypes)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber soziale Netzwerke kann ein Gro\u00dfteil der Menschheit miteinander verbunden werden. Die Menschen stellen dabei die Knoten in einem Netz dar und k\u00f6nnen ohne gro\u00dfen Aufwand spontan Informationen miteinander teilen. Hierf\u00fcr gen\u00fcgt meist ein \u201eLike\u201c, ein Klick oder ein Kauf an der B\u00f6rse. Finden Informationen Resonanz im Netzwerk, k\u00f6nnen sie zu Trends werden, die zu Hypes f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Verbreitung solcher Hypes erfolgt nicht linear, sondern h\u00e4ufig exponentiell.<\/p>\n<p>Im Finanzbereich kann man Hypes an der B\u00f6rse beobachten. So rechtfertigen beispielsweise die fundamentalen Rahmendaten von Tesla in keiner Weise den derzeitigen B\u00f6rsenwert. Die Investition in Tesla ist eine Wette auf die Zukunft \u2013 kommunikativ eng verbunden mit den Statements von Elon Musk in den sozialen Medien. Seine Verk\u00fcndigungen f\u00fchren regelm\u00e4\u00dfig zu starken Schwankungen des Aktienkurses. Einzelne Informationen k\u00f6nnen gro\u00dfe Auswirkungen im Netzwerk entfalten, w\u00e4hrend andere wenig bis keinen Einfluss haben. Welche Informationen zu einem Hype f\u00fchren, ist dabei schwer bis gar nicht vorherzusagen.<\/p>\n<h2><strong>Komplexit\u00e4tsfalle \u2013 der Verlust von Planbarkeit f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/strong><\/h2>\n<p>Mit zunehmender Nichtlinearit\u00e4t und Vernetzung steigt die Komplexit\u00e4t, w\u00e4hrend die Planbarkeit von Ereignissen abnimmt und langfristige Vorhersagen fast unm\u00f6glich macht. Welche F\u00fchrungskraft traut sich noch ernsthaft vorherzusagen, wie das eigene Gesch\u00e4ftsfeld in 10 oder 15 Jahren aussieht? Oder welche technologischen Entwicklungen den eigenen Markt beherrschen werden? Egal ob Auto- oder Pharmaindustrie, Maschinenbau oder Dienstleistungssektor, f\u00fcr keine Branche kann vorhergesagt werden, wie die technologische Entwicklung konkret verlaufen wird.<\/p>\n<p>Planung ist eine Kernaufgabe von F\u00fchrung, vor allem im Finanzbereich. Langfristige Investitionen kann man nur sinnvoll mit einer Vorstellung davon t\u00e4tigen, wie sich Absatzm\u00e4rkte, Produktionskosten und zugrundeliegende Technologien entwickeln werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/controlling-accounting\/controlling-expert#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Finanzbereich und das Controlling<\/a> ist dies eine gro\u00dfe Herausforderung. Es muss mit immer gr\u00f6\u00dferen Datenmengen und komplexeren Modellen operiert werden. Gleichzeitig nimmt die Prognosekraft der eigenen Vorhersagen aufgrund vieler unbekannter Faktoren rapide ab.<\/p>\n<h2><strong>Komplexit\u00e4t als zentrale Herausforderung von F\u00fchrung<\/strong><\/h2>\n<p>Komplexit\u00e4t wird so zu einer der zentralen Herausforderungen von F\u00fchrung. Im Austausch mit Entscheidern und F\u00fchrungskr\u00e4ften in Unternehmen ist immer wieder zu h\u00f6ren, dass man \u201eauf Sicht segle\u201c. Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte aber nur noch auf Sicht segeln k\u00f6nnen, f\u00e4llt eine zentrale Aufgabe weg: die langfristige strategische Planung. Um ein Unternehmen und Mitarbeiter\/innen in die richtige Richtung zu f\u00fchren, muss eine F\u00fchrungskraft jedoch wissen, wie sich das eigene Gesch\u00e4ftsumfeld entwickeln wird.<\/p>\n<h2><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz als Teil der L\u00f6sung<\/strong><\/h2>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz kann hier ein wichtiger Teil der L\u00f6sung sein. Gerade im Finanzbereich hilft sie, immense Datenmengen, die durch Vernetzung entstehen, sinnvoll zu verarbeiten und auszuwerten. Auf k\u00fcnstlicher Intelligenz beruhende Prognosemodelle sind durch selbstlernende Algorithmen dazu in der Lage, sich eigenst\u00e4ndig immer weiter zu verbessern. Gro\u00dfe Datenmengen sind f\u00fcr sie nicht problematisch, sondern hilfreich und k\u00f6nnen dazu beitragen, Komplexit\u00e4t \u00fcberschaubarer zu machen. <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/seminar~000000146596CS~~\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">F\u00fchrungskr\u00e4fte im Finanzbereich m\u00fcssen sich mit k\u00fcnstlicher Intelligenz auseinandersetzen<\/a>, um sie sinnvoll nutzen zu k\u00f6nnen. So l\u00e4sst sich der Nebel in Bezug auf die Unternehmensentwicklung etwas lichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Co-Autor: <\/strong>Prof. Dr. Mike Schulze ist Vizedekan und Professor f\u00fcr Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement an der CBS International Business School sowie Dozent an der FS.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25202\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Mike-Schulze-11-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Digitalisierung haben sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte entscheidend ge\u00e4ndert. 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