{"id":25939,"date":"2021-04-08T15:04:23","date_gmt":"2021-04-08T14:04:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=25939"},"modified":"2021-04-27T14:53:05","modified_gmt":"2021-04-27T13:53:05","slug":"praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-1-projektaufgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-1-projektaufgabe\/","title":{"rendered":"Praxisprojekt als Finale der Vertiefung Wirtschaftsinformatik \u2013 Teil 1 Projektaufgabe"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist das Praxisprojekt?<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Im Vergleich zu den fr\u00fcheren Diplomstudieng\u00e4ngen, bei denen die Abschlusspr\u00fcfungen in der Regel f\u00e4cher\u00fcbergreifend nach Themenclustern stattfanden, wurde mit den Bachelor-Studieng\u00e4ngen die kursbezogene Pr\u00fcfung jeweils am Ende oder auch schon w\u00e4hrend des Kurses eingef\u00fchrt. Auch wenn dieser Modus einige Vorteile aufweist, entsteht damit als entscheidender Nachteil, dass die Verkn\u00fcpfungen zwischen den einzelnen Kursen nun deutlich schwerer hergestellt und in den K\u00f6pfen der Studierenden gefestigt werden k\u00f6nnen. Dies hat einerseits mit der Isolation der Kurse zu tun und andererseits mit dem Umstand, dass sich die Pr\u00fcfungen der Inhalte nun auf verschiedene Semester verteilen. Dabei l\u00e4sst sich feststellen, dass Wissen aus fr\u00fcheren Semestern in sp\u00e4teren Semestern h\u00e4ufig nur noch unzureichend vorhanden ist.<\/p>\n<p>Basierend auf dieser Erkenntnis habe ich im Jahre 2000, als ich mit der Gestaltung des Bachelors in Wirtschaftsinformatik betraut wurde, die Idee entwickelt, \u00fcber die letzten beiden Semester ein gro\u00dfes Projekt zu schaffen, an dem alle Studierenden eines Wirtschaftsinformatikjahrgangs als Team teilnehmen m\u00fcssen. Das Ziel bestand darin, jeweils Projektaufgaben zu finden, bei deren Bearbeitung das Wissen, das in den Semestern des Studiums erlangt wurde, anzuwenden, um damit den oben genannten Nachteil der Bachelor-Konstruktion auszugleichen.<\/p>\n<p>\u00dcberdies k\u00f6nnen im Rahmen eines derartigen Projektes auch Soft-Skills erlernt und trainiert werden, die im Rahmen eines klassischen akademischen Kurses kaum in dieser praktischen Form zu vermitteln sind. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise die Wichtigkeit der Kommunikation untereinander sowie alles, was mit Projektplanung und -durchf\u00fchrung zu tun hat.<\/p>\n<p>Es schien mir dar\u00fcber hinaus wichtig, dass die Gruppe sich in allen Belangen selbst organisiert und ich als Dozent lediglich die Rollen des Auftraggebers und des Beraters einnehme. Damit m\u00fcssen sich in der Gruppe Team- und Leitungsstrukturen bilden, wobei die Personen mit Leitungsfunktionen nicht \u00fcber Sanktionsmechanismen verf\u00fcgen, um die einzelnen Gruppenmitglieder zur Mitarbeit zu bewegen. Stattdessen muss dies \u00fcber motivatorische Mechanismen erfolgen, die zu erlernen auch ein Teil der Soft-Skills ist.<\/p>\n<p>Um so viel wie m\u00f6glich von einem solchen Projekt mitzubekommen, werden die Teilnehmer ermutigt, von Zeit zu Zeit die Rolle zu wechseln und auch mal Aufgaben zu \u00fcbernehmen, bei denen man noch nicht so firm ist und ggf. eine F\u00e4higkeitsl\u00fccke schlie\u00dfen kann. So muss beispielsweise die Projektleitung in der Mitte des Projektes einmal komplett wechseln. Entsprechend wird die Bewertung eines solchen Projektes auch nicht ausschlie\u00dflich aus dem qualitativen Projektergebnis abgeleitet, sondern vor allem auch aus den Bem\u00fchungen der Einzelnen bei der L\u00f6sungserarbeitung. Das Machen von Fehlern ist dabei ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht, da aus diesen die st\u00e4rksten Lerneffekte erwachsen.<\/p>\n<h2><strong>Wie l\u00e4uft das Praxisprojekt ab?<\/strong><\/h2>\n<p>Das sog. Praxisprojekt ist als eigenst\u00e4ndiger Kurs innerhalb des <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/programmes\/bachelor\/bachelor-science\/bsc-businessadministration\/digital-business\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bachelor-Programms<\/a> konstruiert. F\u00fcr die Mitarbeit an dem Projekt erh\u00e4lt jeder Studierende somit das f\u00fcr einen Kurs veranschlagte Stundensoll, das mindestens erf\u00fcllt werden muss, um den Kurs zu bestehen. Am Ende des Projektes wird das Ergebnis vorgestellt und jeder Studierende h\u00e4lt einen Vortrag \u00fcber seine T\u00e4tigkeiten sowie die Lessons-Learned.<\/p>\n<p>Die Projekte starten immer mit einem Auftrag, der wie eine Gesch\u00e4ftsidee eher vage formuliert ist und dann zun\u00e4chst in einer fachlichen Konzeption mit der notwendigen begleitenden Organisation gestaltet werden muss. Dies hat dann Z\u00fcge eines Startups. Im Anschluss an die fachliche Konzeption findet die technische Umsetzung statt, die in einem funktionsf\u00e4higen Prototyp endet. Es wird von meiner Seite Wert auf eine agile Vorgehensweise gelegt, womit die oft starren Grenzen zwischen fachlicher und technischer Konzeption und Umsetzung verschwimmen. Zudem lege ich Wert auf die Verwendung moderner Technologien, um auch hier die f\u00fcr die Zukunft notwendigen Skills zu erlangen. Im Laufe der Zeit sind so bislang 17 Projekte durchgef\u00fchrt worden, die alle erfolgreich beendet wurden. Typische Projekte waren die Konzeption und Implementierung einer Crowdfunding-Plattform, die Entwicklung eines Carsharing-Dienstes auf Basis von Blockchain-Technologien sowie die Entwicklung eines Blockchain-Systems zur Aufdeckung von Tachomanipulationen bei KFZ. Aktuell wird ein System zum Management und zur Bewertung von Software-Risiken unter Verwendung einer Graphendatenbank erstellt.<\/p>\n<h2><strong>Ein Hausaufgabenverwaltungssystem als Projektauftrag<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr den letzten Absolventenjahrgang bestand die Aufgabe in der Erstellung eines Hausaufgabenverwaltungssystems zur Unterst\u00fctzung der akademischen Lehre. Hintergrund dieser Projektidee war die in vielen Kursen gemachte Feststellung, dass ein gewisser Bodensatz an Studierenden nur unregelm\u00e4\u00dfig bis gar nicht ihre Hausaufgaben machen. Obwohl derartige Hausaufgaben den Zweck haben, das Verst\u00e4ndnis und das fr\u00fchzeitige Besch\u00e4ftigen mit der Materie zu f\u00f6rdern, verfolgen die Betroffenen lieber die Strategie, sich das Wissen kurz vor der Pr\u00fcfung reinzupauken. Dies funktioniert bei einigen F\u00e4chern jedoch nicht. \u00dcberall dort, wo nicht nur das Erfassen von Wissen, sondern auch das Erfahren, z.B. in Form von \u00dcbung, eine wichtige Rolle spielt, spiegelt sich die Strategie des kurzfristigen Lernens negativ in den Leistungsbewertungen wider. Ein praktikabler L\u00f6sungsansatz ist hier, das Machen der Hausaufgaben als einen Teil der Pr\u00fcfungsleistung zu definieren und mit einer entsprechenden Punktzahl zu bewerten. Dies l\u00e4sst sich organisatorisch nur mit einer entsprechenden Systemunterst\u00fctzung realisieren. Die Entwicklung dieses System wurde zum Gegenstand eines Praxisprojektes und wird im n\u00e4chsten <a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-2-lessons-learned\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blogbeitrag von Luca Steingen<\/a>, dem Projektleiter in der zweiten Phase des Praxisprojektes, vorgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist das Praxisprojekt? Im Vergleich zu den fr\u00fcheren Diplomstudieng\u00e4ngen, bei denen die Abschlusspr\u00fcfungen in der Regel f\u00e4cher\u00fcbergreifend nach Themenclustern stattfanden, wurde mit den Bachelor-Studieng\u00e4ngen die kursbezogene Pr\u00fcfung jeweils am Ende oder auch schon w\u00e4hrend des Kurses eingef\u00fchrt. Auch wenn dieser Modus einige Vorteile aufweist, entsteht damit als entscheidender Nachteil, dass die Verkn\u00fcpfungen zwischen den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":481,"featured_media":25990,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[40,1221,39],"tags":[2025,91,307],"class_list":["post-25939","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bachelor","category-bachelor-of-science-bba","category-study","tag-praxisprojekt","tag-research-2","tag-wirtschaftsinformatik"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/481"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25939"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26009,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25939\/revisions\/26009"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}