{"id":25949,"date":"2021-04-08T15:12:27","date_gmt":"2021-04-08T14:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=25949"},"modified":"2021-04-28T07:34:51","modified_gmt":"2021-04-28T06:34:51","slug":"praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-2-lessons-learned","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-2-lessons-learned\/","title":{"rendered":"Praxisprojekt als Finale der Vertiefung Wirtschaftsinformatik \u2013 Teil 2 Lessons Learned"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist die Fortsetzung zum Blogpost <a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/praxisprojekt-als-finale-des-bsc-in-wirtschaftsinformatik-teil-1-projektaufgabe\/?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Praxisprojekt als Finale im Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik &#8211; Teil 1 Projektaufgabe<\/a>.<\/p>\n<h2><strong>Das Ergebnis: \u201eCorrectly\u201c<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>In einem Team von 22 Wirtschaftsinformatik Studierenden des 2017er BSc Jahrgangs haben wir diese Aufgabe \u00fcber knapp 1 Jahr hinweg zu der Anwendung \u201eCorrectly\u201c entwickelt. Auf Correctly, das als Desktop- und mobile Anwendung genutzt werden kann, stellen die Studierenden ihre L\u00f6sungen zu Hausaufgaben ein und bewerten die Aufgaben von Kommilitonen, ohne dass ein Dozent direkt eingreifen muss. Dies entlastet Lehrende von Korrekturaufwand, wodurch der h\u00e4ufigere Einsatz von auch umfangreicherem Lernmaterial m\u00f6glich wird. Zudem festigen die Studierenden ihr Wissen durch die Korrektur der L\u00f6sungen von anderen auch noch aus einer anderen Perspektive.<\/p>\n<p>Es wurden diverse Konzepte umgesetzt, um sicherzustellen, dass Studierende sich untereinander tats\u00e4chlich fair bewerten. Zun\u00e4chst wei\u00df kein Studierender, wessen Hausaufgabe er oder sie korrigiert. Weiterhin k\u00f6nnen Dozenten stichprobenartig Bewertungen von Studierenden \u00fcberpr\u00fcfen. Wird eine Hausaufgabe ungerecht bewertet, k\u00f6nnen Dozenten diese Bewertung jederzeit \u00fcberschreiben. Au\u00dferdem kann festgelegt werden, dass Hausaufgaben mehrfach durch verschiedene Studierende bewertet werden. Weichen diese Bewertungen stark voneinander ab, wird der oder die Dozent\/in benachrichtigt, diese Korrekturen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Nicht zuletzt haben wir auch einen Plagiatscheck eingebaut. Wird eine Hausaufgabe als Plagiat erkannt, so wird eine gesonderte Pr\u00fcfung durch den Dozenten eingeleitet.<\/p>\n<h2><strong>Projektablauf<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Gestartet sind wir im April 2020, gerade zu Beginn der Corona-Pandemie. Das gesamte Projekt wurde deshalb digital durchgef\u00fchrt, was sich bald als sehr vorteilhaft rausstellte. In den ersten zwei Wochen haben wir zun\u00e4chst unser Team strukturiert, die initiale Konzeption der Anwendung ausgearbeitet und die technische Infrastruktur aufgesetzt. Die Gruppe wurde in fachliches, technisches, und organisatorisches Team plus einer Projektleitung aufgeteilt. Mit konstantem Austausch und Feedback von Herrn Ro\u00dfbach wurde das erste fachliche Grobkonzept von Correctly ausgearbeitet. Parallel hat die technische Leitung sich um das Aufsetzen der Infrastruktur gek\u00fcmmert. Wir haben Slack und Zoom zur Kommunikation genutzt, Jira und Confluence f\u00fcr Aufgaben-Management und Dokumentation, GitHub als Code-Repository und ein eigenes Tool zur Zeiterfassung aufgesetzt. Weiterhin haben wir React, Next.JS, das Ionic Framework, CockroachDB, SQL, Adobe XD, Google Cloud, Terraform und einige weitere Technologien und Tools genutzt, um eine vollst\u00e4ndig funktionierende Anwendung zu erschaffen. Den weiteren Verlauf des Projekts haben wir nach der Scrum-Arbeitsmethodik organisiert. In zweiw\u00f6chigen Sprints nahmen wir uns bestimmte Anforderungen vor, konzipierten sie im fachlichen Team und entwickelten sie im technischen Team.<\/p>\n<p>Im Sommer 2020, zwischen dem 6. und 7. Semester hatte das Praxisprojekt eine Entwicklungspause, zu der au\u00dferdem die Projektleitung und auch einige weitere Rollen gewechselt wurden, um jedem die M\u00f6glichkeit zu geben, sich in mehr als nur einem festen Aufgabenbereich auszuprobieren. Schlie\u00dflich ging es vor allem darum, viel zu lernen. Zum Start des zweiten Teils im September stand gerade das Grundger\u00fcst der Anwendung, als Herr Ro\u00dfbach mit der Idee auf uns zu kam, Correctly in wenigen Wochen f\u00fcr Python-Programmieraufgaben im Kurs \u201eIntroduction to Programming\u201c f\u00fcr die neuen Erstsemester des <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/programmes\/bachelor\/bachelor-science\/bsc-businessadministration\/digital-business\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bachelor of Science<\/a> zu verwenden. Was zun\u00e4chst als gigantische, fast unm\u00f6gliche Aufgabe erschien, n\u00e4mlich knapp 7.000 Hausaufgaben von \u00fcber 320 Studierenden in 2 Monaten zu verarbeiten, auf einer Anwendung, die fernab von \u201efertig\u201c war, hat sich als das Beste herausgestellt, was uns h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen. Denn nun war Correctly nicht nur ein Uni-Projekt, sondern ein echtes Praxisprojekt. Nach zwei Monaten weiterer Entwicklungszeit war es so weit und wir lie\u00dfen echte Nutzer auf Correctly los. Eine f\u00fcr uns sehr spannende Zeit. Wir haben die Anwendung konstant weiterentwickelt, immer wieder Nutzerfeedback bekommen und dieses direkt umgesetzt. So haben wir auch schnell gemerkt, wenn bestimmte Funktionen anders liefen, als es die Nutzer erwarteten.<\/p>\n<p>Dank unserer sehr effizienten Zusammenarbeit haben wir Correctly sogar vor dem Zeitplan Mitte Dezember fertiggestellt. Ohne technische Ausf\u00e4lle konnten die 7 Kurse des neuen Jahrgangs Correctly nutzen. Insgesamt wurden 2.037 Arbeitsstunden in das Projekt investiert, 13.379 Zeilen Programmiercode geschrieben, 22 Frontend-Seiten und 44 Backend-Schnittstellen entwickelt.<\/p>\n<h2><strong>Lessons Learned<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Viele von uns hatten im Praxisprojekt die Chance ihr gesammeltes Wissen aus den letzten 3 Jahren Studium in einem Projekt anzuwenden. Wie baut man eine Webseite? \u2014&gt; 1. Semester \u201eEinf\u00fchrung in die Programmierung\u201c. Wie setzt man eine Datenbank auf und nutzt SQL? \u2014&gt; 2. Semester \u201eDatenbanken und Datenmanagement\u201c. Eine sichere Nutzerverwaltung mit Registrierung und Login wird ben\u00f6tigt? \u2014&gt; 4. Semester \u201eInformationsmanagement\u201c. Full-Stack Entwicklung war quasi vorausgesetzt. All dieses Wissen und diese F\u00e4higkeiten konnten nun praktisch genutzt werden. Das hat uns alle in unserer professionellen Entwicklung vorangebracht.<\/p>\n<p>Aber nicht nur inhaltliche Learnings haben dieses Projekt so besonders gemacht. Das eigentlich spannendste war die Frage \u201eWie arbeitet man in einem so gro\u00dfen Team effizient zusammen und dann auch noch \u201eonline-only\u201c? Eines der wichtigsten Erkenntnisse, die ich pers\u00f6nlich mitgenommen habe, ist die Unabdingbarkeit, Meetings m\u00f6glichst kurz und effizient zu halten. Im ersten Teil des Praxisprojekts mussten wir lernen, uns untereinander zu koordinieren und haben daher fast 50% der Arbeitszeit in Zoom-Konferenzen zur Absprache verbracht. Im zweiten Teil haben wir dann die \u201eWeekly Updates\u201c eingef\u00fchrt, ein maximal 60-min\u00fctiges Meeting, in dem alle wichtigen \u00c4nderungen der Anwendung und Organisatorisches besprochen wurde. 60 Minuten, keine Minute l\u00e4nger. Dieses regelm\u00e4\u00dfige, neu-strukturierte und gut vorbereitete Update ersetzte nun alle vorher ungeplanten Termine und hat unsere Zeit in Meetings um das ca. 2,5-fache reduziert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-25995\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik-1024x576.png 1024w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik-300x169.png 300w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik-768x432.png 768w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik-1536x864.png 1536w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Grafik.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Anfangs war die Online-Only-Situation eher ein Hindernis, weil viel Koordinationsaufwand n\u00f6tig war. Als wir dies optimiert hatten, haben wir uns aber jede Woche viel Zeit sparen k\u00f6nnen, die dann stattdessen f\u00fcr tats\u00e4chlich produktive Arbeit genutzt werden konnte. Einige von uns wollten sich gar nicht mehr vorstellen, wie es w\u00e4re, solche Projekte in der traditionellen Form, ohne Zoom-Konferenzen, stattfinden zu lassen.<\/p>\n<p>Insgesamt war das Praxisprojekt ein voller Erfolg und ich w\u00fcnsche mir, dass in kommenden Jahrg\u00e4ngen noch viele erfolgreiche Praxisprojekte folgen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist die Fortsetzung zum Blogpost Praxisprojekt als Finale im Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik &#8211; Teil 1 Projektaufgabe. Das Ergebnis: \u201eCorrectly\u201c In einem Team von 22 Wirtschaftsinformatik Studierenden des 2017er BSc Jahrgangs haben wir diese Aufgabe \u00fcber knapp 1 Jahr hinweg zu der Anwendung \u201eCorrectly\u201c entwickelt. 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