{"id":33149,"date":"2023-06-27T07:00:46","date_gmt":"2023-06-27T06:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=33149"},"modified":"2023-08-15T10:17:48","modified_gmt":"2023-08-15T09:17:48","slug":"the-last-mile-to-a-complete-xml-data-structure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/the-last-mile-to-a-complete-xml-data-structure\/","title":{"rendered":"Die letzte Meile zu einer vollst\u00e4ndigen XML-Datenstruktur"},"content":{"rendered":"<p>Cum ergo incipit? Wann beginnst du?\u00a0So oder so \u00e4hnlich k\u00f6nnte die Frage lauten, die Treasurer, Buchhalter oder Mitarbeitende der Unternehmens-IT in den kommenden Monaten h\u00e4ufiger von ihren Gesch\u00e4ftsbanken gestellt bekommen.<\/p>\n<p>Seit einigen Jahren \u2013 insbesondere seit der Einf\u00fchrung der neuen XML-Formate im Zahlungsverkehr \u2013 besteht die kontinuierliche Anforderung, Finanzbuchhaltungs- und Treasury Software-Anwendungen den neuen Gegebenheiten anzupassen.<\/p>\n<h2><strong>\u00dcbergang von der alten DTA-Welt zu den neuen XML-Formaten<\/strong><\/h2>\n<p>Bereits seit 2014 besteht die Verpflichtung, beim Datenaustausch zwischen Kunden und Bank Zahldateien in der neuen ISO 20022 XML-Struktur einzureichen. Dieser \u00dcbergang von der alten DTA-Welt zu den neuen XML-Formaten war gleicherma\u00dfen ein Kraftakt wie die regelm\u00e4\u00dfige Implementierung neuer EPC-Rulebooks.<\/p>\n<p>Seit einigen Jahren bieten die Banken ihren Kunden die Option an, elektronische Kontoausz\u00fcge im XML-Format zu erhalten. Im Gegensatz zu den Zahldateien besteht bei den Kontoausz\u00fcgen jedoch keine Verpflichtung, diese im XML-Format zu verarbeiten \u2026 noch nicht! Denn die Gremien der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) haben im Einklang mit SWIFT die Einstellung des allseits beliebten und weit verbreiteten SWIFT MT940 (SWIFT Tagesauszug, STA) beschlossen. Ab November 2025 besteht f\u00fcr die Kreditwirtschaft keine Verpflichtung mehr, \u00fcber den elektronischen Weg Kontoausz\u00fcge im MT940-Format bereitzustellen, sondern lediglich im XML-Format (camt.053).<\/p>\n<p>Die Zeit l\u00e4uft.\u00a0Es bleiben noch 30 Monate f\u00fcr diese Umstellung, die nach Einsch\u00e4tzung von Branchenkennern ca. 90 Prozent der Kunden betrifft. Anders ausgedr\u00fcckt: Nur jedes zehnte Unternehmen hat bereits eine von Formatbr\u00fcchen freie Verbuchung im XML-Format umgesetzt.<\/p>\n<h2><strong>Was bedeutet diese Migration? <\/strong><\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst muss die Hausbank beauftragt werden, die Kontoausz\u00fcge im camt.053 bereitzustellen. H\u00e4ufig bieten die Kreditinstitute ihren Kunden an, die Ausz\u00fcge parallel als MT940 und camt.053 zu liefern. Dies hat den Vorteil, dass f\u00fcr die Test- und Implementierungsphase die Kunden Echtdaten erhalten, die die tats\u00e4chlichen Buchungen reflektieren. Diese Daten k\u00f6nnen nun in der Testumgebung der Finanzbuchhaltungs- oder Treasury Management Software genutzt werden, bevor das Unternehmen sie im produktiven Umfeld einsetzt.<\/p>\n<p>Noch wichtiger als die Testdaten ist sicherlich, die verarbeitende Software auf eine Version zu bringen, die mit diesem XML-Format umgehen kann. Ergo: Es muss m\u00f6glicherweise zun\u00e4chst ein Software-Update bzw. -Upgrade eingespielt werden, das mit diesen camt.053-Dateien umgehen kann.<\/p>\n<p>Zudem bieten die Softwarehersteller m\u00f6glicherweise keine Standardreports mehr an, die die Zuordnung zu den entsprechenden Tabellen vornehmen, sondern unter anderem sogenannte Transformationstabellen (XSLT). Diese wiederum werden vermutlich nur ca. 80 Prozent der relevanten Felder matchen. Die restlichen 20 Prozent m\u00fcssen \u201eder Maschine\u201c mittels menschlicher Intelligenz beigebracht werden. Eine weitere H\u00fcrde mag wohl darin liegen, dass diese Zuordnungen pro Bank vorgenommen werden m\u00fcssen, da \u2013 je nach Bank \u2013 die gelieferten Daten unterschiedlicher Qualit\u00e4t sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein SAP Implementierungsmanager \u00e4u\u00dferte vor einiger Zeit Zweifel, die manuelle Zuordnung im Testumfeld vornehmen zu k\u00f6nnen: M\u00f6glicherweise m\u00fcsse man die oben erw\u00e4hnten 20 Prozent im laufenden Betrieb nach dem Trial &amp; Error-Prinzip erlernen. Dies w\u00fcrde bedeuten, dass automatische Auszifferungsquoten, die heute bei 98 Prozent liegen, f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit auf bis zu 70 Prozent zur\u00fcckfallen k\u00f6nnten. Demzufolge m\u00fcssten Buchhalter diese nicht automatisch zuzuordnenden Posten manuell verbuchen. Ein Aufwand, der f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit zu bew\u00e4ltigen sein mag, jedoch keine Langzeitl\u00f6sung sein kann \u2013 insbesondere im Massenzahlungsverkehr.<\/p>\n<p>Es bestehen noch weitere H\u00fcrden, die eine solche Umstellung erschweren k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>unterschiedliche Finanzbuchhaltungsversionen im Unternehmen (zum Beispiel f\u00fcr Debitoren-, Kreditioren- oder HR-Bereiche),<\/li>\n<li>Bereitstellung unterschiedlicher camt.053-Versionen (02 vs.08)<\/li>\n<li>weiteres notwendiges \u201eCustomizing\u201c von ERPs und TMS<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist davon auszugehen, dass ein mittelst\u00e4ndisches Unternehmen mindestens 4 bis 8 Monate Zeit einplanen muss, um diese anstehenden \u00c4nderungen vollst\u00e4ndig zu implementieren.<\/p>\n<h2><strong>Fazit: Tempus currit \u2013 die Zeit l\u00e4uft<\/strong><\/h2>\n<p>Der Zahlungsverkehr hat sich zu einem Top-Thema der Bankwirtschaft und des Handels entwickelt. Wichtig f\u00fcr Unternehmen aus der Industrie- und Finanzbranche sind daher regelm\u00e4\u00dfige <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/banking-lending\/certified-payment-professional\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissens-Updates<\/a> zu aktuellen Entwicklungen und Zukunftstrends.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cum ergo incipit? Wann beginnst du?\u00a0So oder so \u00e4hnlich k\u00f6nnte die Frage lauten, die Treasurer, Buchhalter oder Mitarbeitende der Unternehmens-IT in den kommenden Monaten h\u00e4ufiger von ihren Gesch\u00e4ftsbanken gestellt bekommen. 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