{"id":35715,"date":"2024-01-23T07:00:03","date_gmt":"2024-01-23T06:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=35715"},"modified":"2024-03-13T14:39:30","modified_gmt":"2024-03-13T13:39:30","slug":"validierung-der-gesamtbank-neues-marisk-modul-zur-anwendung-von-modellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/validierung-der-gesamtbank-neues-marisk-modul-zur-anwendung-von-modellen\/","title":{"rendered":"Validierung der Gesamtbank: neues MaRisk-Modul zur Anwendung von Modellen"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Ver\u00f6ffentlichung der 7. MaRisk-Novelle sind mit dem Modul AT 4.3.5 neue Anforderungen an die Verwendung von Modellen gestellt worden, welche ab dem 01.01.2024 durch die Institute einzuhalten sind. Das neue Modul resultiert aus der Umsetzung der EBA-Leitlinien f\u00fcr die Kreditvergabe und \u00dcberwachung (EBA\/GL\/2020\/06). Die Anforderungen der MaRisk werden jedoch weiter gefasst, da sich diese nicht nur auf die Modelle in den Kreditprozessen beziehen. Das neue Modul beinhaltet eine Definition des Modellbegriffs und erweitert den Scope auf alle entscheidungsrelevanten Modelle im Bankbetrieb, die durch die Prozesse der MaRisk abgedeckt werden. Die Anforderungen beziehen sich dabei nicht auf spezifische Technologien und umfassen auch automatisierte Modelle, technologiegest\u00fctzte Innovation und k\u00fcnstliche Intelligenz (KI). Weiterhin ist die Modell-Governance im Fokus der Anforderungen. Im Speziellen steht hierbei auch das Thema der Validierung von Modellen im Fokus.<\/p>\n<h2><strong>Regulatorischer Hintergrund<\/strong><\/h2>\n<p>AT 4.3.5 Tz. 5 MaRisk fordert eine regelm\u00e4\u00dfige Validierung der im Institut eingesetzten Modelle sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Grenzen, Beschr\u00e4nkungen, Annahmen und Eingangsdaten. Bei der Validierung ist die sachgerechte Handhabung der Modellergebnisse und die Genauigkeit des Modells zu \u00fcberpr\u00fcfen. Weiterhin wird gefordert, dass eine regelm\u00e4\u00dfige Analyse der Modellergebnisse erfolgt. Diese umfasst deren Genauigkeit, sowie die Stabilit\u00e4t und Konsistenz des Verfahrens.<\/p>\n<p>Weiterhin wird in den Erl\u00e4uterungen darauf eingegangen, dass Rekalibrierungen eine bedeutende Rolle in manchen Modellen spielen k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen Annahmen und Gewichtungen stark beeinflussen. Es ist daher bei der Untersuchung der Modellergebnisse darauf einzugehen, wie sich Rekalibrierungen hierauf auswirken.<\/p>\n<p>In Tz. 6 wird gefordert, dass die Modelle auch eine hinreichende Erkl\u00e4rbarkeit aufweisen m\u00fcssen. Dies zielt auf die Nachvollziehbarkeit der Wirkungszusammenh\u00e4nge zwischen Eingangs- und Ausgangsgr\u00f6\u00dfen ab und ist insbesondere auf technologiegest\u00fctzte Innovationen und k\u00fcnstliche Intelligenz zu beziehen. Wir interpretieren Tz. 6 so, dass dies im Zuge der Validierung erfolgen sollte, da die Erkl\u00e4rbarkeit \u201eneben der angestrebten Genauigkeit\u201c zu pr\u00fcfen ist, die im Rahmen der Anforderungen an die Validierung in Tz. 5 genannt werden. Dabei ist der Modellbegriff insbesondere zu erweitern auf eine Vielzahl weiterer Modellkategorien wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Verwendete Modelle im ESG-Umfeld und im Kreditprozess (inklusive KI-Modelle)<\/li>\n<li>Modelle zur Sch\u00e4tzung der Inputparameter f\u00fcr Risikomodelle oder zur Sch\u00e4tzung von Cash-Flow-Strukturen<\/li>\n<li>Bepreisungsmodelle und Modelle zur Sch\u00e4tzung von Wertberichtigungen<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Praktische Implikationen f\u00fcr die Validierung<\/strong><\/h2>\n<p>Bisher sah die regulatorische Mindestanforderung vor, dass die in der Risikotragf\u00e4higkeitsrechnung eingesetzten Risikomodelle zu validieren waren (MaRisk, AT 4.1 (insb. Tz. 8, 9 und 10)). Nicht selten wurden auch entsprechende Modelle zur Ermittlung der Liquidit\u00e4tstragf\u00e4higkeit validiert. Eine weitergehende Validierung von anderen Modellkategorien war jedoch eher die Ausnahme.<\/p>\n<p>Bei der RTF-Validierung stehen \u00fcbergeordnete Fragestellungen im Fokus, da die Risikomodelle f\u00fcr die wesentlichen Risikoarten vorgelagert \u00fcberpr\u00fcft werden. Darunter fallen beispielsweise die Datenqualit\u00e4t sowie prozessuale Fragestellungen, die Vollst\u00e4ndigkeit der Inputgr\u00f6\u00dfen und der Umfang der festgelegten Szenarien f\u00fcr die Betrachtung der \u00f6konomischen und der normativen Perspektive.<\/p>\n<p>Die Erweiterung des Scopes der zu validierenden Modelle durch AT 4.3.5 f\u00fchrt nun dazu, dass auch diese sowie weitere Modelltypen (Beispiele siehe oben) in den Fokus der Validierung geraten. Letztlich ist zu erwarten, dass die bisherigen und weiter bestehenden Anforderungen an die Risikomodelle gem\u00e4\u00df den MaRisk, AT 4.1 auf den gesamten Modellkontext zu \u00fcbertragen sind.<\/p>\n<p>Die Anforderungen an die Methoden\u00fcberpr\u00fcfung bzw. Validierung wachsen weiter. F\u00fcr die in den letzten Jahren etablierten Risikomodellvalidierungen ist die Anpassung an die sich \u00e4ndernden Bedingungen sicherzustellen; f\u00fcr die Validierung der Gesamtbank ist h\u00e4ufig eine Weiterentwicklung erforderlich, um \u00fcbergeordnete Festlegungen und insbesondere die normative Perspektive zu integrieren.<\/p>\n<p>Unerl\u00e4sslich f\u00fcr die Weiterentwicklung im Risikomanagement ist f\u00fcr Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte in Banken der Aufbau von fachlicher Expertise. <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/risk-management\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterbildung<\/a>, insbesondere im <a href=\"https:\/\/execed.frankfurt-school.de\/home\/individuals\/risk-management\/risikomanager-fs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Risikomanagement<\/a>, Wissenstransfer durch erfahrene Dozierenden sowie ein etabliertes Netzwerk erm\u00f6glichen den Erwerb von praktischem Know-how und fachlichen Austausch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Co-Autoren<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36161 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Walter-Gruber-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Walter-Gruber-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Walter-Gruber-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Walter-Gruber.jpg 760w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/walter-gruber-23691511\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Walter Gruber<\/a><br \/>\n<\/strong><em>Dozent an der Frankfurt School<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Walter Gruber, Diplom-Wirtschaftsmathematiker, ist gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Partner der 1 PLUS i GmbH. Er ist Verfasser zahlreicher Ver\u00f6ffentlichungen, vor allem in den Bereichen Bankenaufsicht, Markt- und Kreditrisikomodelle sowie derivative Finanzprodukte. An der Frankfurt School ist er Dozent im Bereich Risikomanagement.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36162 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Christian-Stepanek-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Christian-Stepanek-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Christian-Stepanek-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Christian-Stepanek.jpg 760w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/dr-christian-stepanek-ba3a4b226\/?originalSubdomain=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Christian Stepanek<\/a><br \/>\n<\/strong><em>Partner der 1 PLUS i GmbH<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Christian Stepanek ist Partner der 1 PLUS i GmbH. Zentrale Themen im Rahmen seiner Beratert\u00e4tigkeit sind Ratingverfahren und die Validierung von Risikomessverfahren (Kredit- und Marktpreisrisiko oder von makro\u00f6konomischen Stresstests). Durch die Begleitung der EZB TRIM-Exercise im Jahr 2016 und der TRIMI-Pr\u00fcfung in 2017 hat er umfangreiche Kenntnisse \u00fcber die Anforderungen an IRB-Verfahren erlangt. Er hat umfassende Erfahrung bei aufsichtlichen Datenabfragen wie z.B. dem EBA Stresstest (u.a. als Projektleiter und im Cluster NII) gesammelt. Bei den SRB Datenabfragen zu MREL hat er federf\u00fchrend die technische Umsetzung und die Konzernkoordination in einer Landesbank durchgef\u00fchrt.\u00a0Neben seiner Beratungst\u00e4tigkeit ist er als Referent und Autor zu den oben genannten Themen t\u00e4tig. Dr. Stepanek ist Diplom-Physiker und promovierte in empirischer Kapitalmarktforschung und angewandter \u00d6konometrie.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Ver\u00f6ffentlichung der 7. 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