{"id":38016,"date":"2025-06-06T07:00:57","date_gmt":"2025-06-06T06:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=38016"},"modified":"2025-06-20T08:24:40","modified_gmt":"2025-06-20T07:24:40","slug":"stay-humble-stay-hungry-and-never-stop-running","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/stay-humble-stay-hungry-and-never-stop-running\/","title":{"rendered":"Bleiben Sie bescheiden, bleiben Sie am Ball und bleiben Sie offen f\u00fcr Neues"},"content":{"rendered":"<p>Es begann Anfang 1991: In der Printausgabe von \u201eDie Bank\u201c \u2013 der Monatszeitschrift, die jeder \u00fcberambitionierte Azubi abonniert hatte \u2013 warb eine Anzeige f\u00fcr eine damals v\u00f6llig neue Form der akademischen Ausbildung an der Hochschule f\u00fcr Bankwirtschaft (HfB). Eine private Einrichtung, geb\u00fchrenpflichtig, ohne Akkreditierung, ohne Absolventen. Daf\u00fcr brauchte es lediglich eine schriftliche Bewerbung, ein Assessment-Center und die anschlie\u00dfende Jobsuche. So nahm das Abenteuer seinen Lauf.<\/p>\n<p>An der HfB erlebte ich dann vieles zum ersten Mal: ein Exot am Arbeitsplatz (als Teilzeitkraft und acht Jahre j\u00fcnger als der n\u00e4chste Junior), Vorlesungen auf Englisch, die Organisation eines Seminars \u00fcber das gerade ge\u00f6ffnete Osteuropa, das Abholen des polnischen Finanzministers in einem winzigen Peugeot vom Flughafen, der erste Studierendenrat, das erste Auslandssemester, das Schreiben meiner Diplomarbeit in Mexiko w\u00e4hrend der Peso-Krise \u2013 aus dieser F\u00fclle scheinbar unverbundener Erlebnisse entstand ein klarer Kompass f\u00fcr meine zuk\u00fcnftige Karriere.<\/p>\n<p>Chancen gibt es zuhauf, besonders au\u00dferhalb der vordefinierten, hochgelobten Fast-Track-Karriereprogramme. Direkt nach dem Abschluss gr\u00fcndeten wir den <a href=\"https:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/about\/alumni\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alumni-Verein<\/a>, der sich beachtlich entwickelte. Die berufliche Reise nahm Fahrt auf: Wechsel ins Treasury, wo sich Professor Heidorns \u201eBankbetriebslehre\u201c am besten anwenden lie\u00df; \u00dcbertragung der Konzepte auf die Banktochter in Madrid, tags\u00fcber die Peseta managen und sie nachts wieder unter die Leute bringen. R\u00fcckkehr nach Frankfurt f\u00fcr zwei Jahre freiwilliger \u201eSklaverei\u201c als Vorstandsassistent, bevor es schlie\u00dflich in die Stadt meiner Tr\u00e4ume ging, die seit 2001 meine Heimat ist: New York.<\/p>\n<p>Um die n\u00e4chste Phase meiner Karriere zu verstehen, schauen Sie sich \u201eThe Big Short\u201c an \u2013 verr\u00fcckt und real zugleich. Angetrieben von dem Wunsch, meinen Verstand zu bewahren und meinen altruistischen Idealen treu zu bleiben, rief ich in Bolivien ein Programm ins Leben, das seit nunmehr 20 Jahren j\u00e4hrlich bis zu 3.000 Kinder und ihre Familien mit Bildung, Gesundheitsversorgung und Gemeindeentwicklung unterst\u00fctzt. Was ich dabei gelernt habe: Ver\u00e4nderung braucht Zeit und erfordert weit mehr als nur Geld. Zudem erschloss ich mir mit Beratungst\u00e4tigkeiten im Bereich Impact Finance ein zweites berufliches Standbein. Als mein regul\u00e4rer Bankjob 2013 endete, nahm dieser Sektor mich voll und ganz gefangen, mit Engagements bei \u00fcber 120 Institutionen in mehr als 60 L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich Positionen als Vorstandsvorsitzender in Kirgisistan und Nigeria.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus dieser Arbeit veranlassten mich, die so wunderbar klingende Welt des Impact Finance einer kritischen Pr\u00fcfung zu unterziehen. Der Feind des \u201eGuten\u201c sind \u201egute Absichten\u201c, und die Umsetzung wird h\u00e4ufig durch systemische Schwachstellen und falsche Anreize behindert. Und das f\u00fchrte zu meiner aktuellen T\u00e4tigkeit: Ich leite heute ein Unternehmen mit Sitz in Ruanda, Indien und New York. Mit unseren Technologien und L\u00f6sungen unterst\u00fctzen wir Banken in Entwicklungsl\u00e4ndern dabei, ihr Risikomanagement und die Kreditvergabe an KMU grundlegend zu verbessern. Damit Ver\u00e4nderung wirklich Fr\u00fcchte tr\u00e4gt, muss der Impuls von innen kommen. Aus diesem Grund ist ein tiefes kulturelles Verst\u00e4ndnis unserer M\u00e4rkte f\u00fcr uns entscheidend.<\/p>\n<p>Blog-Artikel sollen ja unterhaltsam <em>und<\/em> n\u00fctzlich sein. Daher m\u00f6chte ich drei zentrale Erkenntnisse aus meinem bisherigen Werdegang an Sie weitergeben:<\/p>\n<h2><strong>1) Sie brauchen einen Werkzeugkasten<\/strong><\/h2>\n<p>Eine solide Ausbildung ist durch nichts zu ersetzen. Verstehen Sie die Grundlagen Ihres Berufs. Entwickeln Sie eine Leidenschaft f\u00fcr fundiertes Fachwissen, mit dem Sie dann neue Informationen bewerten, verstehen und einordnen k\u00f6nnen. An der Frankfurt School geht es dabei f\u00fcr Sie nat\u00fcrlich prim\u00e4r um Finanzen. Machen Sie sich mit Konzepten wie erwarteten und unerwarteten Verlusten, risikoadjustierten Renditen und Fremd- und Eigenkapitalinvestitionen vertraut. Lernen Sie zudem den Unterschied zwischen Risikobereitschaft und Gl\u00fccksspiel. Seien Sie sattelfest im Umgang mit Tabellenkalkulationen und Daten; bleiben Sie bei den Entwicklungen im Bereich KI am Ball. So sind Sie besser ger\u00fcstet, um die n\u00e4chste Blase zu durchschauen, die Blender zu entlarven und zu erkennen, was in unserem Gesch\u00e4ft wirklich Hand und Fu\u00df hat. Neue Entwicklungen, egal wie umw\u00e4lzend sie auch erscheinen m\u00f6gen, entstehen immer an der Basis durch f\u00e4hige K\u00f6pfe.<\/p>\n<h2><strong>2) Finden Sie Mentoren und Coaches<\/strong><\/h2>\n<p>Nach der Ausbildung z\u00e4hlt vor allem die Erfahrung. Erfahrung kommt mit der Zeit. Am Anfang Ihrer Karriere ist es daher umso wichtiger, von anderen zu lernen. Deshalb sollte die Aussicht, von guten Mentoren und Coaches profitieren zu k\u00f6nnen, bei der Entscheidung f\u00fcr eine neue Stelle eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Meine Zeit als Assistent hat meinen Blick f\u00fcr Qualit\u00e4t, Perfektion, strategische Entscheidungen und politische Zusammenh\u00e4nge gesch\u00e4rft. Nutzen Sie jede Gelegenheit, um so viel wie m\u00f6glich zu lernen und zu beobachten. Suchen Sie auch im weiteren Verlauf Ihrer Karriere nach Teams, in denen Sie wachsen k\u00f6nnen \u2013 als Mensch und als Experte. Scheuen Sie sich nicht vor kreativen Auseinandersetzungen. Denken Sie wie ein Sportler in Ihrem Job. Auch die gr\u00f6\u00dften Stars haben Coaches und h\u00f6ren nie auf zu trainieren.<\/p>\n<h2><strong>3) Das Leben beginnt au\u00dferhalb der Komfortzone<\/strong><\/h2>\n<p>Mit dem richtigen Werkzeug und Erfahrung im Gep\u00e4ck ist es Zeit, etwas Neues zu wagen. Das Leben beginnt au\u00dferhalb der Komfortzone \u2013 klingt abgedroschen, stimmt aber: Wer immer nur in fremde Fu\u00dfstapfen tritt, hinterl\u00e4sst keine eigenen. Das ist es, was mich antreibt. Sich in neuen Themen und L\u00e4ndern im Gesch\u00e4ftsleben zurechtzufinden, kann eine echte Lektion in Bescheidenheit sein. Als Fremder im Team ist man der Underdog. Sich seiner Sache nicht zu sicher zu sein, kann einen dann tats\u00e4chlich effektiver machen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen sind unbezahlbar. Der Respekt, den Sie sich erarbeiten, ist echt, und die gesammelten Erfahrungen werden Ihre Karriere bereichern.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Bleiben Sie bescheiden, bleiben Sie am Ball und bleiben Sie offen f\u00fcr Neues. Das ist zumindest mein pers\u00f6nliches Erfolgsrezept!<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es begann Anfang 1991: In der Printausgabe von \u201eDie Bank\u201c \u2013 der Monatszeitschrift, die jeder \u00fcberambitionierte Azubi abonniert hatte \u2013 warb eine Anzeige f\u00fcr eine damals v\u00f6llig neue Form der akademischen Ausbildung an der Hochschule f\u00fcr Bankwirtschaft (HfB). Eine private Einrichtung, geb\u00fchrenpflichtig, ohne Akkreditierung, ohne Absolventen. 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