{"id":38282,"date":"2025-07-28T07:00:46","date_gmt":"2025-07-28T06:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=38282"},"modified":"2025-08-20T12:29:54","modified_gmt":"2025-08-20T11:29:54","slug":"was-hat-ein-produktverkauf-mit-financial-planning-oder-estate-planning-zu-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/was-hat-ein-produktverkauf-mit-financial-planning-oder-estate-planning-zu-tun\/","title":{"rendered":"Was hat ein Produktverkauf mit Financial Planning oder Estate Planning zu tun?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist noch nicht lange her, dass ich mir adhoc ein neues Hemd kaufen musste. Nicht, weil ich keine h\u00e4tte, aber manchmal geht einfach etwas kaputt und Ersatz muss schnell her. So geschehen vor ein paar Wochen, als mir die Knopfleiste am Hemd ausriss. Am selben Tag stand eine Abendveranstaltung an \u2013 und mit kaputtem Hemd konnte ich dort nicht erscheinen. Ersatzhemd nicht im B\u00fcro, also musste schnell ein neues her. Der Entschluss war gefasst: In Frankfurt gibt es auf der Zeil das ein oder andere gr\u00f6\u00dfere, bundesweit t\u00e4tige Bekleidungskaufhaus. Gesagt, getan \u2013 in der Mittagspause auf den Weg gemacht, mit klaren Vorstellungen: blau, button-down, f\u00fcr den gesetzten \u00e4lteren Herrn. Vor Ort suchte ich erst selbst und stellte fest, dass Hemden heute meist nicht mehr verpackt sind. Umweltschutz ist sch\u00f6n und gut \u2013 aber was, wenn viele Menschen das Produkt schon angefasst haben? Die Verk\u00e4uferin war \u2013 mit Verlaub \u2013 stets bem\u00fcht, konnte mit meinen Vorstellungen aber wenig anfangen. Sprachbarriere oder mangelndes Verst\u00e4ndnis? Nach einiger Suche fanden wir ein Hemd. Noch mal Ma\u00df genommen \u2013 passt. In der Not fragt man nicht nach dem Preis, also gekauft \u2013 auch wenn es f\u00fcr ein einfaches Hemd nicht ganz billig war. An der Kasse bat ich um eine Tasche. \u201eMacht zwanzig Cent\u201c, meinte die Kassiererin patzig und reichte mir eine Papiertasche mit Werbeaufdruck. Ich musste sie wohl oder \u00fcbel nehmen, wies aber darauf hin, dass ich normalerweise bezahlt werde, wenn ich Werbung mache \u2013 nicht umgekehrt. \u201eMachen Sie im Supermarkt auch\u201c, entgegnete sie noch patziger. Jetzt fragt sich der geneigte Leser: Warum erz\u00e4hlt der Autor das alles? Die Antwort ist einfach: Mein Einkaufserlebnis war verdorben. Das Hemd ist fraglos sch\u00f6n, ich habe es seither mehrfach getragen. Aber ich werde immer an dieses unangenehme Erlebnis erinnert. Und wenn ein Einkauf negativ in Erinnerung bleibt, tue ich eines ganz sicher: Nie wieder in diesen Laden gehen \u2013 sondern k\u00fcnftig wieder online bestellen. Wenn das vielen so geht, wird das Kaufhaus bald schlie\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re es eigentlich so einfach: Schaffe ein Einkaufserlebnis, eine kleine Wohlf\u00fchloase und der Kunde kommt wieder. Es geht dabei nicht nur um das Produkt selbst, sondern um das Gef\u00fchl, das damit verbunden ist. Um das, was mitschwingt: Wertsch\u00e4tzung, Vertrauen, Stil.<\/p>\n<p>Doch was passiert, wenn es gar kein sichtbares Produkt gibt? Keinen sch\u00f6nen Stoff, kein Designerst\u00fcck, das man tragen kann? Wenn das, was man \u201ekauft\u201c, eine Dienstleistung ist, eine Erfahrung, ein Versprechen? Dann wird es schwieriger.<\/p>\n<p>Financial Planning ist eben kein sichtbares Statussymbol. Es ist keine Herm\u00e8s Birkin Bag, die man mit sich tr\u00e4gt und mit der man Eindruck schinden kann. Gute Finanzplanung wirkt im Verborgenen. Unauff\u00e4llig, leise, aber mit gro\u00dfer Wirkung. Und genau darin liegt ihr eigentlicher Wert.<\/p>\n<p>Die Quintessenz ist klar und in einem ganz wunderbaren Artikel im Private Banking Magazin (<a href=\"https:\/\/www.private-banking-magazin.de\/was-private-banking-von-luxusmarken-lernen-muss\/?viewall\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Was Private Banking von Luxusmarken lernen muss<\/a>) sind die Parameter hervorragend beschrieben. Sie werden hier \u2013 ver\u00e4ndert aber in der Quintessenz identisch wiedergegeben:<\/p>\n<h2>Zielgruppe mit Anspruch<\/h2>\n<p>Jeder Kunde an sich ist eine Zielgruppe mit Anspruch. In allen Bereichen ist der Preis nicht der entscheidende Punkt, sondern das Erlebnis. Service wird nicht erwartet, sondern vorausgesetzt.<\/p>\n<h2>Geteilte Wertewelt<\/h2>\n<p>Qualit\u00e4t, Leistung und gutes Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis sind nicht nur Schlagworte, sondern (gelebte) Markenwerte. Es z\u00e4hlt nicht Masse, sondern die Tiefe der Beziehung, auch wenn es im Kern eine Gattungsschuld ist.<\/p>\n<h2>Erh\u00f6hte Erwartung \u2013 erh\u00f6hte Zahlungsbereitschaft<\/h2>\n<p>Wer Leistung sucht, sucht Best\u00e4tigung. Die Erwartungshaltung geht in der Regel einher mit einer entsprechenden Zahlungsbereitschaft, wenn, ja wenn das Produkt \/ die Dienstleistung auch die emotionale Ebene erf\u00fcllt.<\/p>\n<h2>Markenbindung durch Identifikation<\/h2>\n<p>Kunden, die sich mit einer Marke \/ einem Berater identifizieren, bleiben treu, \u00fcber viele Jahre. Deshalb nehmen Berater bei einem Dienstleisterwechsel auch oft ihre Kunden mit. Es gibt eben eine emotionale Beziehung. Die Wechselh\u00fcrde ist dann entsprechend hoch?<\/p>\n<h2>Kundenn\u00e4he als DNA<\/h2>\n<p>Ob K\u00e4ufer im Kaufhaus oder Financial Planner \u2013 entscheidend ist die F\u00e4higkeit, individuelle Bed\u00fcrfnisse zu erkennen, zu erf\u00fcllen und zu \u00fcbertreffen. Service ist kein Feature \u2013 es ist das Produkt. Die im besagten Artikel res\u00fcmierenden Feststellungen von Herrn Wei\u00df sind so gut, dass ich sie auch hier &#8211; nur ein klein wenig ver\u00e4ndert \u2013 nahezu zitiere:<\/p>\n<p>Wenn Anbieter von Produkten und Privatbankdienstleistungen heute bereit sind, ihr Selbstverst\u00e4ndnis zu sch\u00e4rfen, ihre Kundenerlebnisse zu veredeln und ihre Haltung sichtbar zu machen, dann ist es nicht nur m\u00f6glich, sich vom Wettbewerb zu differenzieren \u2013 sondern Begehrlichkeiten zu erzeugen.<\/p>\n<p>Nicht durch lautstarke Werbung. Nicht durch Versprechungen, die ohnehin niemand garantieren kann. Sondern durch Pr\u00e4senz, Pers\u00f6nlichkeit und Pr\u00e4zision. Denn am Ende bleibt im Ged\u00e4chtnis, wie etwas sich anf\u00fchlte, siehe auch hier das eingangs geschilderte Erlebnis.<\/p>\n<p>Und das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus der Welt des Konsums: Man erinnert sich nicht an jeden Preis, aber an jedes Gef\u00fchl. Wer das versteht, wird nicht zum Anbieter der Wahl \u2013 sondern zum Anbieter der erf\u00fcllten Emotion. Und das ist, im besten Sinne, Luxus, in jeder Ebene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist noch nicht lange her, dass ich mir adhoc ein neues Hemd kaufen musste. Nicht, weil ich keine h\u00e4tte, aber manchmal geht einfach etwas kaputt und Ersatz muss schnell her. So geschehen vor ein paar Wochen, als mir die Knopfleiste am Hemd ausriss. 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