{"id":4429,"date":"2016-01-04T14:56:58","date_gmt":"2016-01-04T14:56:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=4429"},"modified":"2023-10-05T11:12:39","modified_gmt":"2023-10-05T10:12:39","slug":"blockchain-technologie-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/blockchain-technologie-1\/","title":{"rendered":"Was verbirgt sich hinter der Blockchain-Technologie?"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>In der j\u00fcngeren Zeit findet man vermehrt Artikel in Zeitschriften, Internet-Blogs etc., die sich<br \/>\nmit dem Thema Blockchain befassen. Demnach nimmt diese recht junge Technologie derzeit<br \/>\nrasant an Fahrt auf und hat das Potential, insbesondere im Finanzsektor erhebliche<br \/>\nVer\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. Im Vergleich zu den vorherrschen Systemarchitekturen<br \/>\nhandelt es sich dabei um einen Ansatz, der einen radikalen Konzeptwechsel mit sich bringt.<br \/>\nUm zu verstehen, warum der Blockchain-Technologie ein derartiges Potential zugesprochen<br \/>\nwird, muss man zun\u00e4chst verstanden haben, was sich hinter dem Konzept verbirgt.<br \/>\nGegenstand dieses Beitrags soll es daher sein, die Grundlagen des Blockchain-Konzeptes zu<br \/>\nvermitteln. In zwei nachfolgenden Beitr\u00e4gen sollen dann zum einen die Anwendungsfelder<br \/>\nund deren derzeitige Akteure beleuchtet sowie zum anderen ausgew\u00e4hlte Blockchain-<br \/>\nAns\u00e4tze vorgestellt werden.<\/p>\n<h2>Die heutige Situation<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend in etlichen Branchen, wie z.B. im Handel, bereits heute direkte Transaktionen<br \/>\nzwischen den Gesch\u00e4ftspartnern stattfinden, ist die Situation auf der Finanzseite davon<br \/>\ngepr\u00e4gt, dass Finanzprozesse noch oft \u00fcber mehrere Intermedi\u00e4re laufen, bevor<br \/>\nbeispielweise ein Zahlungs- oder Wertpapierhandelsvorgang abgeschlossen werden kann.<br \/>\nDies gilt insbesondere im internationalen Bereich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/abb1.jpg\" rel=\"lightbox[4429]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/abb1-460x234-1.jpg\" alt=\"abb1\" width=\"676\" height=\"344\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt ein Beispiel aus dem internationalen Zahlungsverkehr. Im Allgemeinen<br \/>\nhaben die L\u00e4nder ihre eigenen Zahlungssysteme mittels derer das Clearing und Settlement<br \/>\nder Transaktionen der Banken innerhalb der L\u00e4nder abgewickelt wird [1]. Ein Spezialfall ist<br \/>\nhier die EU, die mit Target2 ein gemeinsames System betreibt. Wenn nun ein Kunde einer<br \/>\nkleinen Bank in den USA eine Zahlung an einen Kunden einer kleinen Bank in Deutschland<br \/>\nleisten will, so muss die Kundenbank in den USA die Zahlung \u00fcber das amerikanische<br \/>\nZahlungssystem (wie z.B. Fedwire) an eine amerikanische Bank transferieren, die ein<br \/>\nKorrespondenzbankverh\u00e4ltnis zu einer Bank innerhalb des europ\u00e4ischen Zahlungssystems<br \/>\nTarget2 unterh\u00e4lt. Diese transferiert die Zahlung dann \u00fcber Target2 an die deutsche<br \/>\nEmpf\u00e4ngerbank. Bei anderen Finanzprozessen, wie z.B. Im Wertpapierhandel, existieren<br \/>\n\u00e4hnliche Situationen.<\/p>\n<p>Die Folge ist, dass derartige Prozesse langsam, teuer und fehleranf\u00e4llig sind. Jeder im Prozess<br \/>\nbeteiligte Intermedi\u00e4r betreibt ein eigenes System und der Prozess wandert von System zu<br \/>\nSystem. Die Architektur der einzelnen Systeme folgt einem zentralisierten Ansatz, d.h. es<br \/>\nhandelt sich um jeweils geschlossene Systeme, die die Verwaltung und Abwicklung von<br \/>\nTransaktionen vornehmen (siehe Abbildung 2). Dazu f\u00fchrt jedes System ein eigenes Buch, in<br \/>\ndem die Konten- und\/oder Transaktionsinformationen gespeichert werden. Dieses Buch soll<br \/>\nim Folgenden als Ledger bezeichnet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/abb2.jpg\" rel=\"lightbox[4429]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/abb2-460x411-1.jpg\" alt=\"abb2\" width=\"322\" height=\"288\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um die Funktionsf\u00e4higkeit eines einzelnen Systems zu gew\u00e4hrleisten, m\u00fcssen hohe<br \/>\nAufwendungen betrieben werden. Neben der Sicherstellung der Korrektheit der<br \/>\nFunktionalit\u00e4t m\u00fcssen die Systeme vor allem auch gegen Manipulation, Einbruch und Ausfall<br \/>\nabgesichert werden. Ein solches zentrales System stellt somit immer einen Single Point of<br \/>\nFailure dar, der ein entsprechendes operatives Risiko mit sich bringt. Sind an einem\u00a0Finanzprozess dann auch noch mehrere dieser Systeme beteiligt, so f\u00fchrt dies zu einer<br \/>\nKumulation von Kosten und Risiken.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Ineffizienzen in den Finanzprozessen w\u00e4re es eine Idealvorstellung, wenn<br \/>\nman direkte Finanztransaktionen zwischen den Gesch\u00e4ftspartnern betreiben k\u00f6nnte. Mit<br \/>\nden traditionellen, zentralisierten Systemarchitekturen w\u00fcrde dies aber ein weltweit<br \/>\nzentrales System bedingen. Weltweit agierende Finanzdienstleister, wie Paypal, arbeiten<br \/>\nbereits nach diesem Prinzip, jedoch ist man damit an einen Anbieter gebunden. Im Hinblick<br \/>\nauf ein weltweit banken\u00fcbergreifend betriebenes System d\u00fcrften etliche politische H\u00fcrden<br \/>\nbestehen, die von der Frage hinsichtlich des Betreibers bis hin zu den Autonomie- und<br \/>\nSicherheitsbed\u00fcrfnissen der einzelnen L\u00e4nder reichen. Ein solches System beinhaltet<br \/>\naufgrund seiner zentralisierten Architektur zudem immer noch die Problematik eines Single<br \/>\nPoint of Failure, so dass ein immenser Verwaltungsapparat notwendig w\u00e4re.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Blockchain_FSBlog_part11.pdf\">&#8230;weiterlesen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/blockchain-technologie-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weiter zu Teil 2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung In der j\u00fcngeren Zeit findet man vermehrt Artikel in Zeitschriften, Internet-Blogs etc., die sich mit dem Thema Blockchain befassen. Demnach nimmt diese recht junge Technologie derzeit rasant an Fahrt auf und hat das Potential, insbesondere im Finanzsektor erhebliche Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. 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