{"id":4631,"date":"2016-02-08T12:46:27","date_gmt":"2016-02-08T12:46:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=4631"},"modified":"2019-02-20T14:04:55","modified_gmt":"2019-02-20T13:04:55","slug":"makes-people-tick-can-achieved-seminar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/makes-people-tick-can-achieved-seminar\/","title":{"rendered":"What makes people tick? What can be achieved in a seminar?"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h1>Wie tickt der Mensch? Was kann Training leisten?<\/h1>\n<p>Die erste Frage besch\u00e4ftigt die Menschheit schon sehr lange. Den Anfang machte ca. 400 v. Chr. Hippokrates mit seinen vier Temperamenten Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker\u00a0und Melancholiker. Das immer noch popul\u00e4re DISG<sup>\u00ae<\/sup>-Pers\u00f6nlichkeitsmodell hat diese Idee im 20. Jahrhundert\u00a0modernisiert und verfeinert. Die Basis bilden hier vier Verhaltensstile: Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Diese werden jedem Menschen grunds\u00e4tzlich\u00a0zugeschrieben, jedoch in individuell unterschiedlicher Auspr\u00e4gung. Der DISG<sup>\u00ae<\/sup>-Pers\u00f6nlichkeitstest soll diese Auspr\u00e4gung erfassen und liefert das DISG<sup>\u00ae<\/sup>-Pers\u00f6nlichkeitsprofil. Die Theorie dazu besagt, dass sich das DISG<sup>\u00ae<\/sup>-Profil im Laufe des Lebens ver\u00e4ndern kann, es jedoch kurz- und mittelfristig stabil ist. Als geistiger Vater von DISG<sup>\u00ae<\/sup> gilt William M. Marston. Was nur sehr bedingt richtig ist. Zwar pr\u00e4gte er die vier Buchstaben DISG, beschrieb jedoch damit vier sogenannte prim\u00e4re Emotionen. Diese Emotionen erzeugen nach seiner Theorie vier typische Verhaltensmuster. Welche Grundemotion das Verhalten in einer Situation bestimmt, erkl\u00e4rte Marston mit der individuellen Wahrnehmung genau dieser konkreten Situation: \u00c4ndert sich die Sicht auf die Situation, so \u00e4ndert sich das Verhalten &#8211; auch unmittelbar.<\/p>\n<h2>Dynamische Modelle f\u00fcr Verhalten und Pers\u00f6nlichkeit<\/h2>\n<p>Marston erkl\u00e4rte Verhalten also nicht statisch, als Resultat fester Charaktereigenschaften.\u00a0F\u00fcr ihn war Verhalten eine Reaktion auf die individuelle Wahrnehmung und Bewertung der Umgebung, in der wir uns aktuell bewegen. Diese Bewertung findet bewusst oder unbewusst statt. Diese dynamische Erkl\u00e4rung f\u00fcr Verhalten war ihrer Zeit weit voraus. Es dauerte fast 80 Jahre, bis dynamische Modelle f\u00fcr menschliches Verhalten akzeptiert und systematisch betrachtet wurden. Ein Standardwerk hierf\u00fcr ist Daniel Kahnemans \u201eSchne<br \/>\nlles Denken, langsames Denken\u201c.\u00a0Er beschreibt dort zwei unterschiedliche Systeme, den bewussten Piloten und den\u00a0unbewussten Autopiloten. Der rationale Pilot, der Homo Sapiens in uns, bestimmt 5-10 %\u00a0unseres Verhaltens. Der Autopilot mit unseren Gewohnheiten und Routinen ist f\u00fcr die restlichen 90-95 % unseres Tuns verantwortlich. Beide Systeme sind lern- und damit auch kurzfristig entwicklungsf\u00e4hig.<\/p>\n<h2>Pilot und Autopilot<\/h2>\n<p>In diesem Kontext ist Hans-Georg H\u00e4usels Buch \u201eBrain View\u201c interessant. Er erkl\u00e4rt\u00a0unser unbewusstes Verhalten mittels dreier Programme des limbischen Systems: Dominanz,\u00a0Stimulanz und Balance. Welches Programm verhaltensrelevant wird, ergibt sich aus der\u00a0Wahrnehmung und unbewussten Bewertung des Umfelds. Die \u00dcbertragung dieses Ansatzes auf Kahnemans Untersuchungen liefert ein griffiges Modell unseres Autopiloten. Denn die drei Programme sind ausf\u00fchrlich durch jeweils zugrunde liegende Regeln beschrieben. Das macht unbewusstes Verhalten transparent und erkl\u00e4rbar. Auch unser bewusstes Verhalten gestalten wir nicht v\u00f6llig frei. Wir setzen f\u00fcr uns sinnvolle und bew\u00e4hrte Regeln um. Diese bilden unser viertes Programm, die Kl\u00e4rung im Piloten. Hierbei reflektieren und bewerten wir Informationen und Alternativen bewusst. Doch Denken kostet Zeit. Im Vergleich zum Piloten ist der Autopilot etwa 150.000 mal\u00a0schneller. Das erkl\u00e4rt, warum der Autopilot, warum unsere Bauchentscheidungen, unser\u00a0Verhalten zu \u00fcber 90 % dominieren. Dieses Verhaltens-Modell aus Autopilot und Pilot mit ihren Regeln und Werten erkl\u00e4rt Pers\u00f6nlichkeit flexibel. Diese manifestiert sich darin, welche Regeln wir in welchen Situationen bevorzugt anwenden. Diese Pr\u00e4ferenzen entwickeln wir im Laufe unseres Lebens durch Erziehung, Bildung und Erfahrung.<\/p>\n<h2>Regeln verinnerlichen und F\u00e4higkeiten trainieren<\/h2>\n<p>Das Anwenden von Regeln ist nicht nur eine Sache des Wollens, sondern vor allem des\u00a0K\u00f6nnens. Eine Regel mag uns noch so sympathisch sein, ohne die F\u00e4higkeit, sie erfolgreich anzuwenden, werden wir sie verwerfen &#8211; bewusst oder unbewusst.\u00a0Dies ist der Hauptgrund, warum Ermahnungen oder gute Ratschl\u00e4ge wenig bewirken. Neue Regeln nehmen wir &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; nur an, wenn wir die F\u00e4higkeiten sp\u00fcren, diese auch umzusetzen. \u00dcbung macht also nicht nur den Meister, sondern ist Grundlage f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderung und Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung. Gerade in Trainings zu sogenannten Softskills ist Wissensvermittlung und die Formulierung von Regeln damit nur ein erster Schritt. Im zweiten Schritt geht es darum, die Teilnehmer nachhaltig zu motivieren, das neue Wissen und die darauf basierenden Regeln praktisch anzuwenden. Neben den damit verbundenen Vorteilen m\u00fcssen vor allem die zur Umsetzung notwendigen F\u00e4higkeiten anschaulich herausgestellt werden. Will man Verhalten nachhaltig \u00e4ndern, muss das gro\u00dfe Ziel in kleine Schritte \u00fcbersetzt werden. Die Teilnehmer m\u00fcssen im \u00fcbertragenen Sinne Werkzeuge an die Hand bekommen, deren Gebrauch sie konkret \u00fcben k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr sind kurze, gezielte Rollenspiele n\u00fctzlich und hilfreich.<\/p>\n<h2>Nachhaltiges Training<\/h2>\n<p>Doch erst ein dritter Schritt sichert nachhaltige Verhaltens\u00e4nderung: Die Teilnehmer\u00a0m\u00fcssen nach einem Pr\u00e4senzseminar angehalten werden, die von ihnen als n\u00fctzlich\u00a0erkannten Werkzeuge bewusst in ihrer t\u00e4glichen Praxis anzuwenden. Woche f\u00fcr Woche,\u00a0immer wieder. Nur durch \u00dcbung und Wiederholung wird bewusst akzeptiertes Verhalten im Autopiloten verinnerlicht, damit im Alltag automatisch abrufbar &#8211; und abgerufen! Dazu bedarf es einer systematischen Anleitung, die einen schrittweisen Kompetenzaufbau sicherstellt. Kompliziertes baut immer auf Einfachem auf. \u00dcben muss deshalb bei einfachen Werkzeugen beginnen, die schnell Erfolgserlebnisse und damit dauerhafte Motivation bringen. Der Trainer kann und muss die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen &#8211; doch neben den Teilnehmern sind nach dem Pr\u00e4senztraining auch die Vorgesetzten und Personalentwickler als Unterst\u00fctzer gefordert. Denn, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, wei\u00df nicht nur Gustav Freytag \u2026 Ein auf das Thema ma\u00dfgeschneidertes <a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/content\/de\/seminar\/kommunikation\/kommunikation\/seminar\/effektiv.html\">FS-Seminar<\/a> bietet ein Training rund um Wegweiser und Werkzeuge f\u00fcr gehirngerechte Kommunikation an. Mehr Informationen Angebote zu nachhaltigen Trainings finden Sie hier: <a title=\"www.menschenspiegel.de\" href=\"http:\/\/www.menschenspiegel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.menschenspiegel.de <\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie tickt der Mensch? Was kann Training leisten? Die erste Frage besch\u00e4ftigt die Menschheit schon sehr lange. Den Anfang machte ca. 400 v. Chr. Hippokrates mit seinen vier Temperamenten Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker\u00a0und Melancholiker. Das immer noch popul\u00e4re DISG\u00ae-Pers\u00f6nlichkeitsmodell hat diese Idee im 20. 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