{"id":5780,"date":"2016-05-17T07:16:42","date_gmt":"2016-05-17T06:16:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=5780"},"modified":"2022-12-13T14:24:14","modified_gmt":"2022-12-13T13:24:14","slug":"investment-grade-rating-niedrigzinsphasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/investment-grade-rating-niedrigzinsphasen\/","title":{"rendered":"Investment Grade: Rating in Niedrigzinsphasen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eRaten\u201c ist gut, Wissen ist besser. Umso mehr, da das Investment Grade f\u00fcr Wertpapiere aller Art in Zeiten der Niedrigzinsphase eine durchaus h\u00f6here Bedeutung erlangt hat. Und in Zeiten der \u201eAlles-M\u00f6gliche-Bewertungen\u201c im Internet ist auch der Begriff \u201eRating\u201c in der englischen Continous-Form deutlich gel\u00e4ufiger geworden. Sind Internetratings zumeist subjektiv und im Zweifel eher wenig vertrauensw\u00fcrdig, so ist das Investment Grade einer namhafter Ratingagenturen immer noch wichtig. Die Folgen der Finanzkrise mit den dreifach AAA bewerteten Subprime Krediten haben wohl offensichtlich keine Folgen gehabt.<\/p>\n<h2><strong>Rendite der Bundesanleihen<\/strong><\/h2>\n<p>Was man noch vor wenigen Jahren f\u00fcr v\u00f6llig unm\u00f6glich hielt, ist traurige Realit\u00e4t geworden. Bis vor kurzem wurden Zinsangaben in vollen Prozentzahlen mitgeteilt oder \u2013 zumindest im Bereich f\u00fcr private Kunden \u2013 mit nur einer Nachkommastelle. Jetzt m\u00fcssen wir uns erst daran gew\u00f6hnen, dass Zinsen mit drei Stellen nach dem Komma genannt werden &#8211; und die Zahl vor dem Komma g\u00e4nzlich fehlt. So rentiert die zehnj\u00e4hrige Bundesanleihe nur noch mit sehr mageren 0,255 % (Stand Anfang Mai). Das ist nichts, um jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Dazu kommt, dass Minuszinsen, Helikoptergeld und weitere \u201einteressante\u201c Spielarten die Konjunktur auch nicht wesentlich antreiben. Die Inflationsrate ist und bleibt weit von einer Entwicklung der gewollten 2,0 % p.a. weit entfernt.<\/p>\n<p>Dramatisch ist jedoch, dass viele institutionelle Anleger, Stiftungen, Renten- und Pensionskassen sowie nat\u00fcrlich die Versicherungen auf die Zinsen angewiesen sind. Aus Renditegr\u00fcnden, aber auch aus Neugesch\u00e4ftsgr\u00fcnden. So wird die Senkung des Garantiezinses zum Jahresbeginn 2017 auf magere 0,9 % f\u00fcr viele Versicherungen nur schwer zu verdauen sein, weil dadurch das Neugesch\u00e4ft praktisch zum Erliegen kommt. Andere M\u00f6glichkeiten gibt es kaum, denn die Garantiezinsen k\u00f6nnen von vielen Versicherern nur noch schwer aufgebracht werden. Das liegt unter anderem am traditionellen Anlageverhalten. Nicht nur Privatkunden sind eher skeptisch, wenn es um die Risikoseite geht mit dem Ziel, eine h\u00f6here Rendite zu erzielen. Auch viele Institutionen sind zur\u00fcckhaltend, sei es aus gesetzlichen Gr\u00fcnden, wegen einer zu geringen Anpassungsgeschwindigkeit an die Gegebenheiten auf dem Kapitalmarkt oder aus Bequemlichkeitsgr\u00fcnden.<\/p>\n<h2><strong>Investment Grade<\/strong><\/h2>\n<p>Gerade diese Bequemlichkeit k\u00f6nnte sich jetzt bitter r\u00e4chen. Bisher war es f\u00fcr viele Anleger quasi in Stein gemei\u00dfelt, keine Anleihen ins Depot zu nehmen, die nicht mindestens mit Investment Grade geratet sind. Ein <a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/content\/de\/research\/centres\/fipema\/glossar\/investment-grade.html\">Glossar <\/a>schafft Klarheit: \u201eEin Investment Grade ist die Bezeichnung f\u00fcr bzw. ein erreichbarer Status von Unternehmen oder Wertpapieren, die eine gute Bonit\u00e4t aufweisen und somit \u201eInvestmentqualit\u00e4t\u201c aufweisen. Als Mindest-Rating f\u00fcr Investment Grade gilt ein Rating von BBB (Standard &amp; Poor\u2019s) bzw. Baa (Moody\u2019s). Anlagen unterhalb dieser Grenze werden als Non-Investment Grade bezeichnet, da sie meist spekulativer Natur und mit h\u00f6heren Risiko verbunden sind.\u201c<\/p>\n<p>Doch das hat Folgen: \u00a0Entweder die Anlage erfolgt mit deutlich geringeren Renditeaussichten oder aber das Risiko wird signifikant erh\u00f6ht. Selbst mit einstmals durchaus rentierlichen Unternehmensanleihen ist auf dieser Basis kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Auch diese Papiere bringen nur noch eine Rendite, die deutlich unter einem 1% p.a. liegt.<\/p>\n<h2><strong>Non Investment Grade<\/strong><\/h2>\n<p>Aus diesem Dilemma gibt es eigentlich nur zweieinhalb Auswege. Entweder der Risikobereich wird in den Non-Investment Grade erhoben oder aber es erfolgt die Anlage in den Sachwertanlagen. Dabei bieten sich entweder Aktien oder Immobilien an. Auch diese Nachfrage f\u00fchrt vermehrt dazu, dass Preise bezahlt werden, deren Forderung man noch vor ein paar Jahren als Wucher bezeichnet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Als Non-Investment Grade werden also Papiere bezeichnet, die nicht mehr als Investment geeignet sind. Das bringt sie sehr schnell in die N\u00e4he von Junk-Bonds, also eigentlich Schrott oder Abfall. Hier ist das Risiko eines Ausfalls unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch. Doch zumindest in den oberen Bewertungen des Non Investment Grade w\u00e4re eine Investition \u00fcberlegenswert. Bei Standard &amp; Poors liest sich das wie folgt: BB: Sehr abh\u00e4ngig von wirtschaftlicher Gesamtlage; B: Finanzielle Situation ist notorisch wechselhaft; CCC: Spekulative Bonds, niedrige Einnahmen des Schuldners.<\/p>\n<p>Es gibt sie also durchaus, die guten M\u00f6glichkeiten. Nat\u00fcrlich abgestimmt auf die individuellen W\u00fcnsche und Anlegerperspektiven. Man muss nur genauer hinschauen und etwas an der Risikobereitschaft arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eRaten\u201c ist gut, Wissen ist besser. Umso mehr, da das Investment Grade f\u00fcr Wertpapiere aller Art in Zeiten der Niedrigzinsphase eine durchaus h\u00f6here Bedeutung erlangt hat. Und in Zeiten der \u201eAlles-M\u00f6gliche-Bewertungen\u201c im Internet ist auch der Begriff \u201eRating\u201c in der englischen Continous-Form deutlich gel\u00e4ufiger geworden. 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