{"id":7901,"date":"2017-05-17T13:24:23","date_gmt":"2017-05-17T12:24:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=7901"},"modified":"2022-07-01T07:23:41","modified_gmt":"2022-07-01T06:23:41","slug":"lange-gart-wird-endlich-wut-mediation-organisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/lange-gart-wird-endlich-wut-mediation-organisationen\/","title":{"rendered":"Was lange g\u00e4rt wird endlich Wut. Mediation in Organisationen."},"content":{"rendered":"<p>Mitarbeiter sind unzufrieden. Teams zersplittern. Informationen werden zur\u00fcckgehalten. Krankenst\u00e4nde steigen. Produktivit\u00e4t und Leistungsbereitschaft hingegen sinken. Ein Szenario, das gr\u00f6\u00dfen- und branchenunabh\u00e4ngig viele Unternehmen betrifft. Doch was tun?<br \/>\nSie ist kosteng\u00fcnstig. Sie hat im Idealfall Permanentwirkung. Sie ist lange bekannt und selten genutzt. Die Mediation.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Mediationsverfahren im privaten Umfeld zwischenzeitlich zu einem g\u00e4ngigen Konfliktl\u00f6sungsmodell geworden ist, wird ihr Einsatz innerhalb von Organisationen nach wie vor oft bel\u00e4chelt und untersch\u00e4tzt. Dabei wird sie als zu soft und in ihrer Wirkung wenig greifbar beschrieben. Die Beauftragung eines Mediators k\u00e4me dem \u201eKaufen einer Katze im Sack\u201c gleich.<\/p>\n<h2>Wie funktioniert die Mediation und was kann sie leisten?<\/h2>\n<p>So einfach die Struktur des Mediationsverfahrens ist, so komplex ist sie in ihrer Durchf\u00fchrung.<br \/>\nIm Gegensatz zu alternativen Konfliktl\u00f6sungsmodellen stellt sie neben dem Anh\u00f6ren der jeweiligen Mitarbeiterpositionen und dem Herausarbeiten von zumeist neutral formulierten Themen auf die hinter den Positionen liegenden Interessen, Bed\u00fcrfnisse und Anliegen der einzelnen Konfliktparteien ab. Auf dieser Basis werden die jeweiligen L\u00f6sungsans\u00e4tze erarbeitet und sind damit passgenau auf die Situation sowie Bed\u00fcrfnisse der Beteiligten zugeschnitten und k\u00f6nnen eine dauerhafte Befriedung generieren.<\/p>\n<p>Ein wesentliches Erfolgsmoment ist die Haltung des eingesetzten neutralen Mediators, der richtigerweise davon ausgeht, dass er selber zwar Verfahrenskompetenz besitzt, die inhaltliche (Konflikt-)Kompetenz jedoch bei den Konfliktparteien bzw. Mitarbeitern liegt. Es sind die Konfliktparteien, die im Wege der Selbstverantwortung ihre eigenen ma\u00dfgeschneiderten \u00a0L\u00f6sungsans\u00e4tze generieren. Nur sie k\u00f6nnen kompetent beurteilen, was genau sie ben\u00f6tigen und welcher Ansatz bei der Aufl\u00f6sung der konfligierenden Situation helfen wird. Auch sind es die eingebundenen Mitarbeiter, die abschlie\u00dfend beurteilen k\u00f6nnen, ob die problembehaftete Situation nun behoben ist oder ob es noch etwas braucht. So werden die Konfliktparteien auf Augenh\u00f6he ressourcenorientiert an der L\u00f6sung der verfahrenen Situation beteiligt und erfahren auf diesem Weg ein hohes Ma\u00df an Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung. Dies f\u00fchrt im Ergebnis zu einer dauerhaften Beilegung und Ver- bzw. Bearbeitung des eigentlichen Konfliktgrundes.<\/p>\n<p>In dieser Vorgehensweise liegt ein weiterer Vorteil: indem der Mediator die Mitarbeiter darin anleitet, Ursprung und Grund ihres Konfliktes zu reflektieren und erkunden, hilft er ihnen, sich des \u00fcbergeordneten Sinns, Nutzens und der Bedeutung ihres eigenen Handelns und Beitrages f\u00fcr die Organisation bewusst zu werden. Dies schafft Motivation und Identifikation. Gerade diese beiden Aspekte sind wesentlich f\u00fcr das Bilden erfolgreicher Teams, die Steigerung der Leistungsbereitschaft und die damit h\u00e4ufig einhergehende Krankenstandsenkung.<\/p>\n<p>Erarbeiten Mitarbeiter im Wege des Mediationsverfahrens erfolgreich ihre eigenen funktionierenden L\u00f6sungen, schaffen sie sich positive Referenzwerte f\u00fcr k\u00fcnftige Krisen. Freude und Stolz \u00fcber die erarbeiteten Ergebnisse f\u00fchren nicht selten zu einer optimistischen Haltung, die letztlich Energie schafft. Diese Energie wird nachweislich durch die inhaltliche und emotionale Beteiligung am Geschehen in der jeweiligen Organisation generell mobilisiert, so dass es empfehlenswert scheint, das Mediationsverfahren analog als Organisationsentwicklungsansatz innerhalb von Unternehmen anzudenken.<\/p>\n<p>Das Einbinden der Mitarbeiter sowohl in die Entwicklung von (eigenen) Probleml\u00f6sungen als auch zu organisationellen Fragestellungen generell f\u00fchrt zur Verteilung von Selbstverantwortung, was wiederum in gesunder mobilisierter Energie m\u00fcndet.<br \/>\nVon au\u00dfen aufgesetzte Motivationsstrategien wirken \u00e4u\u00dferst selten oder nur kurzfristig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitarbeiter sind unzufrieden. Teams zersplittern. Informationen werden zur\u00fcckgehalten. Krankenst\u00e4nde steigen. Produktivit\u00e4t und Leistungsbereitschaft hingegen sinken. Ein Szenario, das gr\u00f6\u00dfen- und branchenunabh\u00e4ngig viele Unternehmen betrifft. 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