{"id":8458,"date":"2017-09-01T16:10:28","date_gmt":"2017-09-01T15:10:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.frankfurt-school.de\/?p=8458"},"modified":"2019-02-20T16:15:12","modified_gmt":"2019-02-20T15:15:12","slug":"anlageberatung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.frankfurt-school.de\/de\/anlageberatung\/","title":{"rendered":"State of the Art in der Anlageberatung"},"content":{"rendered":"<p>Die aktuelle Niedrigzinsphase macht es vielen Anlegern schwer, ausk\u00f6mmliche Renditen zu erzielen. Die risikolose Geldanlage funktioniert nicht mehr. Mit der richtigen Anlagestrategie ist es jedoch m\u00f6glich, sein Verm\u00f6gen zu vermehren. Doch welche Strategie oder Anlageform ist f\u00fcr den Kunden die richtige? Aufgabe der Anlageberatung ist es, eine passgenaue L\u00f6sung f\u00fcr den Kunden zu finden.<\/p>\n<p>Dazu bedarf es einer strukturierten Vorgehensweise. Ein oberfl\u00e4chliches, am reinen Produktverkauf orientiertes Beratungsgespr\u00e4ch f\u00fchrt letztlich zu unzufriedenen Kunden, die fr\u00fcher oder sp\u00e4ter merken, dass sie schlecht beraten wurden. Infolge diverser Finanzkrisen haben Anleger zum Teil deutliche Verluste hinnehmen m\u00fcssen, obwohl sie der Empfehlung der Bank gefolgt sind. Entsprechend unzufrieden waren Viele von der Leistung ihres Kreditinstituts. Wie verschiedene Gerichtsurteile zeigen, wurden einige Anleger auch tats\u00e4chlich falsch beraten. Der Gesetzgeber hat daraus die Konsequenzen gezogen und den Anforderungskatalog zur Anlageberatung erheblich versch\u00e4rft. Mit zunehmender Regulatorik wird auch die Beratung f\u00fcr beide Seiten \u2013 Berater und Anleger \u2013 anspruchsvoller. Dies gilt sowohl im Retail-Banking mit seinem hohen Standardisierungsgrad als auch im Private-Banking mit stark individualisierten L\u00f6sungen. In beiden Bereichen sollte eine Anlageberatung in den folgenden vier Schritten erfolgen:<\/p>\n<h2><strong>(1) Einholung der erforderlichen Kundeninformationen<\/strong><\/h2>\n<p>In einem gemeinsamen Gespr\u00e4ch m\u00fcssen Anlageziele (wie Altersvorsorge, Liquidit\u00e4ts- oder Verm\u00f6gensaufbau), die Risikobereitschaft des Anlegers und der Anlagehorizont herausgearbeitet werden. Ferner m\u00fcssen Fragen zu den finanziellen Verh\u00e4ltnissen wie H\u00f6he des Wertpapier- und Geldverm\u00f6gens, weiteres Verm\u00f6gen wie Immobilien, regelm\u00e4\u00dfige Eink\u00fcnfte (Gehalt, Miet- oder Kapitaleink\u00fcnfte) und zu den monet\u00e4ren Verpflichtungen beantwortet werden. Wichtig sind auch Angaben zu den Kenntnissen und Erfahrungen, \u00fcber die ein Anleger hinsichtlich verschiedener Finanzinstrumente verf\u00fcgt. Der Anleger sollte diese Fragen gewissenhaft beantworten. Je besser die Antworten, umso umfassender ist das Bild, das sich der Berater machen kann.<\/p>\n<p>Teststudien zeigen jedoch, dass es bei der Einholung der Kundeninformationen noch Verbesserungsbedarf gibt. So werden beispielsweise bestehende Geldanlagen oder laufende Kreditverpflichtungen nicht immer erfasst, obwohl es g\u00fcnstiger sein k\u00f6nnte, erst die Kredite zu tilgen, bevor eine neue Anlageentscheidung getroffen wird.<\/p>\n<h2><strong>(2) Informationen \u00fcber die wesentlichen Umst\u00e4nde einer Geldanlage<\/strong><\/h2>\n<p>Der Berater muss den Anleger \u00fcber alle Umst\u00e4nde der Geldanlage in Kenntnis setzen, die f\u00fcr diesen wesentlich sind. Dazu z\u00e4hlen etwa Angaben \u00fcber Risiken, Art und Funktionsweise des jeweiligen Finanzinstruments, Ertragsaussichten und insbesondere die Kosten. Das beinhaltet den Preis der Anlage wie den Ausgabeaufschlag ebenso wie die laufenden Kosten. Auch hier zeigen Studien, dass insbesondere das Thema Kostentransparenz f\u00fcr viele Kreditinstitute eine Schwachstelle darstellt. Nicht immer wird umfassend \u00fcber anfallende Kosten informiert, obwohl dies f\u00fcr die Renditechancen der Anleger von gro\u00dfer Bedeutung ist.<\/p>\n<h2><strong>(3) Zusammenf\u00fchren von Kundeninformationen und passendem Produkt<\/strong><\/h2>\n<p>Nachdem alle Informationen zusammentragen worden sind, darf der Berater nur solche Produkte empfehlen, die f\u00fcr den Anleger geeignet sind und deren Funktionsweise und Risiken er verstanden hat. Dabei muss das empfohlene Finanzinstrument der Risikoneigung, dem Anlagehorizont und den Anlagezielen des Anlegers entsprechen.<\/p>\n<h2><strong>(4) Erstellung des Beratungsprotokolls f\u00fcr die Anlageberatung<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Ein Protokoll muss \u00fcber jede Anlageberatung angefertigt und dem Anleger unverz\u00fcglich nach der Anlageberatung ausgeh\u00e4ndigt werden. Der Anleger erh\u00e4lt dadurch die M\u00f6glichkeit das Beratungsgespr\u00e4ch auszuwerten und Unstimmigkeiten zu korrigieren bevor das eigentliche Gesch\u00e4ft abgeschlossen wird. Ebenso ist der Anleger in der Pflicht, das Protokoll sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Sind diese Bedingungen erf\u00fcllt, ergibt sich f\u00fcr beide Seiten \u2013 den Kunden und den Berater \u2013 eine Situation, die f\u00fcr alle Vorteile bietet. Jedoch: Ein Kunde sollte sich im Vorfeld \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer Geldanlage informieren. Diese Fach- und Sachkenntnis auf Seiten des Verbrauchers sollte ebenso eine Grundvoraussetzung sein, wie die laufende <a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/executive-education\/vermoegensberatung-wertpapieranalyse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterbildung <\/a>der in der <a href=\"http:\/\/www.frankfurt-school.de\/home\/executive-education\/vermoegensberatung-wertpapieranalyse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anlageberatung<\/a> t\u00e4tigen Mitarbeiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aktuelle Niedrigzinsphase macht es vielen Anlegern schwer, ausk\u00f6mmliche Renditen zu erzielen. Die risikolose Geldanlage funktioniert nicht mehr. Mit der richtigen Anlagestrategie ist es jedoch m\u00f6glich, sein Verm\u00f6gen zu vermehren. Doch welche Strategie oder Anlageform ist f\u00fcr den Kunden die richtige? Aufgabe der Anlageberatung ist es, eine passgenaue L\u00f6sung f\u00fcr den Kunden zu finden. 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