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Warum Methodenkompetenz allein nicht mehr ausreicht
Weiterbildung / 3. Juni 2026
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Programm Managerin Leadership, Strategie und Innovation
In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit den Anforderungen moderner Executive Education und der Frage, wie Weiterbildung praxisnah, flexibel und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Ihr akademischer Hintergrund liegt in den Kulturwissenschaften sowie in der Erwachsenen- und Weiterbildung.

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Beobachtungen aus Gesprächen mit Projektmanagerinnen und Projektmanagern – und warum Weiterbildung heute anders funktionieren muss

Warum modernes Projektmanagement heute mehr Orientierung verlangt

In den vergangenen Jahren habe ich als Programmmanagerin an der Frankfurt School viele Gespräche mit Projektmanagerinnen und Projektmanagern geführt – aus unterschiedlichsten Branchen, Unternehmen und Erfahrungsstufen. Dabei ist mir eine Beobachtung besonders häufig begegnet: Die Realität moderner Projekte hat sich deutlich verändert. Viele Weiterbildungsangebote orientieren sich jedoch noch immer an einem Projektverständnis, das in der Praxis längst komplexer geworden ist.

Projekte verlaufen heute dynamischer, Teams arbeiten interdisziplinärer und Entscheidungen müssen häufig unter Unsicherheit getroffen werden. Gleichzeitig ist die Zahl der Methoden, Frameworks und Tools stark gewachsen. Agile Ansätze, klassische Projektplanung, hybride Modelle oder digitale Kollaborationstools existieren parallel nebeneinander.

Viele Professionals erleben genau darin eine Herausforderung. Denn die zentrale Frage lautet längst nicht mehr nur: „Welche Methode beherrsche ich?“ Sondern vielmehr: „Wie entscheide ich situationsgerecht?“

Zwischen Methodenwissen und Projektrealität

In Gesprächen mit Teilnehmenden fällt mir immer wieder auf, dass viele bereits heute hybrid arbeiten – unabhängig davon, ob ihre Organisation diesen Begriff bewusst verwendet oder nicht.

Ein Projekt wird beispielsweise klassisch geplant, einzelne Teams arbeiten jedoch agil. Anforderungen verändern sich kurzfristig, obwohl feste Meilensteine definiert wurden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Kommunikation, Abstimmung und Stakeholder-Management.

Viele Teilnehmende bringen dabei bereits fundiertes Fachwissen mit. Was ihnen häufig fehlt, ist weniger eine weitere einzelne Methode als vielmehr Orientierung im Umgang mit komplexen Projektsituationen.

Aus meiner Sicht wird deshalb eine Kompetenz immer wichtiger: die Fähigkeit, unterschiedliche Ansätze sinnvoll miteinander zu verbinden und flexibel auf neue Situationen zu reagieren.

Warum Projektmanagement zunehmend zur Karrierekompetenz wird

Was mich in vielen Gesprächen ebenfalls beschäftigt: Projektmanagement wird heute zunehmend als strategische Karrierekompetenz verstanden.

Viele Teilnehmende kommen mit dem Wunsch ins Programm, sich gezielt auf den nächsten beruflichen Schritt vorzubereiten. Sie übernehmen mehr Verantwortung, koordinieren Teams, steuern bereichsübergreifende Projekte oder arbeiten enger mit Management und Stakeholdern zusammen. Damit steigen nicht nur die fachlichen Anforderungen, sondern auch die Erwartungen an Kommunikation, Strukturierungsfähigkeit und souveränes Entscheiden.

Projektmanagement ist dabei weit mehr als die Anwendung einzelner Methoden. Wer Projekte erfolgreich steuern kann, entwickelt häufig genau die Fähigkeiten, die auch in komplexeren Rollen entscheidend werden: Prioritäten setzen, unterschiedliche Interessen zusammenbringen, Entscheidungen moderieren und Veränderungen aktiv gestalten.

In vielen Gesprächen erlebe ich deshalb, dass Weiterbildung nicht nur als Wissensaufbau verstanden wird, sondern auch als bewusste Investition in die eigene berufliche Entwicklung.

Was Teilnehmende heute von Weiterbildung erwarten

Mit den veränderten Anforderungen verändert sich auch die Erwartung an moderne Weiterbildung.

Berufstätige wünschen sich Formate, die sich flexibel mit dem Arbeitsalltag verbinden lassen und gleichzeitig einen hohen Praxisbezug bieten. Besonders wichtig ist vielen Teilnehmenden die direkte Anwendbarkeit auf eigene Projekte. Statt theoretischer Modelle stehen konkrete Fragestellungen aus dem beruflichen Alltag im Vordergrund.

Ebenso wertvoll wird der Austausch mit anderen Professionals erlebt. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Projektrealitäten gemeinsam zu reflektieren, schafft oft einen Mehrwert, der über einzelne Methoden hinausgeht.

Diese Entwicklungen haben uns an der Frankfurt School intensiv beschäftigt.

Warum wir das Programm weiterentwickelt haben

Bei der Überarbeitung unseres Zertifikatsprogramms Projektmanagement stand deshalb nicht die Frage im Mittelpunkt, welche zusätzliche Methode integriert werden sollte. Viel wichtiger war die Überlegung: Wie lernen Professionals heute wirksam für die Realität moderner Projektarbeit?

Daraus entstand ein aktualisiertes Konzept, das stärker auf Flexibilität, Praxistransfer und situatives Lernen ausgerichtet ist.

Bereits vor dem ersten Modul bereiten sich Teilnehmende im Sinne eines Flipped-Classroom-Ansatzes digital auf zentrale Inhalte vor. Dadurch entsteht in den gemeinsamen Sessions mehr Raum für Diskussionen, Gruppenarbeiten und die Anwendung auf reale Projektsituationen.

Ergänzt wird das Konzept durch ein neues Live-Online-Modul, das zusätzliche Flexibilität ermöglicht und den Austausch über unterschiedliche berufliche Kontexte hinweg stärkt. Gleichzeitig bleibt der Praxisbezug zentral: Viele Teilnehmende bringen eigene Fragestellungen und Projekte direkt in die Weiterbildung ein.

Für mich zeigt sich darin eine Entwicklung, die weit über einzelne Methoden hinausgeht. Modernes Projektmanagement bedeutet heute nicht mehr, einem festen Ansatz konsequent zu folgen. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, unterschiedliche Werkzeuge bewusst auszuwählen, kritisch zu reflektieren und an konkrete Situationen anzupassen.

Orientierung in einer komplexeren Arbeitswelt

Die Anforderungen an Projektmanagerinnen und Projektmanager werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Umso wichtiger wird Weiterbildung, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern Orientierung bietet.

Genau darin sehe ich heute eine zentrale Aufgabe moderner Executive Education: Menschen dabei zu unterstützen, souverän mit Komplexität umzugehen, Verantwortung sicher zu übernehmen und Projekte nicht nur methodisch, sondern auch situativ und kollaborativ zu gestalten.

Weitere Informationen zum Zertifikatsprogramm Projektmanagement finden Sie auf der Website der Frankfurt School.

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