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VUCA: Das Neue bleibt beim Alten
Executive Education / 7 January, 2020
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Produktmanagerin Projektmanagement
Barbara Rave (M.A.) ist Produktmanagerin im Bereich Professional & Executive Education der Frankfurt School. Sie konzipiert Weiterbildungsprogramme in den Themenfeldern Strategy & Change Management sowie Technology & Operations.

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Wer sich mit Projektmanagement beschäftigt, wird zwangsläufig auch dem Akronym VUCA begegnen. VUCA setzt sich aus den Begriffen volatility (Unbeständigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Mehrdeutigkeit) zusammen. Es beschreibt – vereinfacht gesagt – das Umfeld, in dem Unternehmen und ihre Entscheider heutzutage agieren müssen. Die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen unter Einfluss der Digitalisierung sorgen dafür, dass Prognosen zu wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen immer schwieriger und Interessenkoalitionen immer vielschichtiger werden. Diesen Herausforderungen kann nicht mit generellen und bisher gültigen Managementstrategien und Arbeitsabläufen begegnet werden.

In dieser immer schneller werdenden Welt erschweren uns Fallstricke vor allem aus diesen Bereichen die Umsetzung unserer Projekte. Schon kleine Veränderungen am bestehenden Konstrukt nehmen plötzlich unvorhersehbare Ausmaße an. Die Berechenbarkeit einzelner Szenarien nimmt rapide ab und Prognosen verlieren an Relevanz. Weder Investitionen noch Entwicklungen oder gar Wachstum können nachvollziehbar geplant werden. Intermediäre Zusammenhänge verschwimmen und der eine „richtige Weg“ gilt heute als non-existent. Best Practice und „one fits all“ gehören somit der Vergangenheit an, denn wo Anforderungen weder eindeutig formuliert sind noch gradlinig umgesetzt werden können, wird jedes Projekt zum Einzelfall.

Problem und Lösung

Doch wie findet der moderne Projektmanager einen Lösungsansatz für diese Hindernisse? In diesem Fall steckt in VUCA nicht nur das Problem, sondern auch das Handwerkszeug, um dieses zu lösen:

vision (Vision)

understanding (Verstehen)

clarity (Klarheit)

agility (Agilität)

Ein „human centered design“, also eine Unternehmenskultur, die den Mensch in den Mittelpunkt der Dinge stellt, führe zum Erfolg im Projektmanagement.
Zunächst gilt es, seinen Mitarbeitern einen Kompass an die Hand zu geben – die Führungsebenen sollen zukunftsweisend agieren und Sinn stiften. Die Fragen nach dem Wieso und Wofür sollten zufriedenstellend beantwortet werden, bevor sich an die Arbeit gemacht wird. Wer Orientierung hat, geht mit Motivation an die Themen heran und herrscht im Projekt dann auch noch innere und äußere Transparenz, können die Mitarbeiter sich leichter mit dem Plan identifizieren.

Vom Projektergebnis ausgehend wird im zweiten Schritt die Vorgehensweise abgeleitet: Die Dinge einfach mal rückwärts betrachten. Stoßen Sie auf Widerstand – wandeln Sie diesen in positive Energie um! Dank Einfachheit, Fokus und Vertrauen gewinnen alle Mitwirkenden die Klarheit, die ein erfolgsversprechendes Projekt benötigt.

Im letzten Schritt steht die Anpassungsfähigkeit auf dem Plan. Fördern Sie eine Entscheidungs- und Fehlerkultur im Unternehmen um schwer überwindbaren Schranken vorzubeugen.

Agiles Patentrezept von 1990?

VUCA entstand 1990 zur Zeit des kalten Krieges in Amerika – damals noch dem militärischen Kontext zugeordnet. Heute steht der Begriff im Zusammenhang mit „strategischer Führung“ und dem Beseitigen von Chaos. Wo alles immer schneller und unübersichtlicher wird, wünscht man sich wie damals wieder mehr Stabilität und klare Anforderungen. VUCA ist somit nichts Neues, behält aber weiterhin seine Daseins-Berechtigung.

Deshalb thematisieren wir die Methode in unserem Zertifikatsstudiengang „Projektmanager“ auch weiterhin. Es ist – wie so oft – kein universelles Patentrezept, schafft aber Raum für individuelle Interpretationen. VUCA steht für Sensibilisierung, Menschenkenntnis und Empathie – damals wie heute Kernelemente der erfolgreichen Projektarbeit.