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Als Kommunikator im Master in Corporate Performance & Restructuring
Master in Corporate Performance & Restructuring / 13 November, 2020
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MCPR Class of 2021
Sebastian ist Student im ersten Jahrgang des berufsbegleitenden Master in Corporate Performance and Restructuring. Er beschäftigt sich als Account Director bei der Brunswick Group beruflich vor allem mit Finanzkommunikation und Veränderungsprozessen. Zuvor studierte er Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin Universität am Bodensee.

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Vor Studienstart hatte ich etwas Sorge als Exot in das Programm Corporate Performance & Restructuring (MCPR) zu starten. Zu Unrecht, wie sich innerhalb weniger Tage herausstellte. Unser Jahrgang ist so vielfältig, wie die Restrukturierungspraxis selbst. Der MCPR hat mir noch einmal mehr als deutlich gemacht, dass Kommunikation in Veränderungsprozessen unerlässlich ist. Dabei decken sich meine bisherigen Erfahrungen im Kommunikationsbereich zu großen Teilen mit den Grundprinzipien von erfolgreichem Performance-Management.

„Gelungene Kommunikation ist unwahrscheinlich“

So äußerste zumindest der deutsche Soziologe Niklas Luhmann seine Zweifel an dem funktionierenden Austausch von Information zwischen Sender und Empfänger. Gelungene Kommunikation ist aber genau das, womit ich mich in meinem Arbeitsalltag beschäftige. Mit drei Büros in Deutschland und insgesamt 24 Standorten weltweit, unterstützen wir unsere Kunden dabei, dass Kommunikation auch in erfolgskritischen Situationen in einem zunehmend dynamischen und vernetzten Umfeld gelingen kann. Gerade im Restrukturierungskontext und in Veränderungsprozessen bedeutet dies häufig die Auseinandersetzung mit Fragen der Glaubwürdigkeit, der Authentizität, der Konsistenz und des Timings.

Im Fokus unserer Arbeit stehen dabei in den meisten Fällen die Stakeholder unserer Kunden. Eine gute Datengrundlage aus Zahlen, und Fakten spielen eine wichtige eine Rolle. Im Wesentlichen beschäftigen wir uns aber vor allem mit Menschen und deren Beziehungen untereinander.

Die Plausibilisierung quantifizierter Glaubensbekenntnisse

Ein Jahr MCPR hat mir gezeigt, dass auch im Restrukturierungskontext Menschen und Beziehungen häufiger im Fokus stehen, als man zunächst annehmen möchte. So betonten die verschiedenen Praktiker, die unseren Studiengang begleiten, wieder und wieder, dass die Wirksamkeit der detailliert ausgearbeiteten Programme mit der Einbindung und Aktivierung relevanter Stakeholdergruppen steht und fällt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Botschaften zu erreichen – also im Grunde genau um jene Herausforderungen, mit denen ich mich in meinem Arbeitsalltag beschäftige.

Besonders im Kopf blieb mir die Beschreibung der Erfolgsformel für Restrukturierungsprozesse durch einen Gastdozierenden in einer der ersten Veranstaltungen. Diese sei als Multiplikation zu verstehen. Zu den Faktoren zählen dabei nicht nur das richtige Programm und die passende Finanzierungsstruktur, sondern auch gute Kommunikation und erfolgreiches Umsetzungsmanagement. Ist ein Faktor der Gleichung null, geht die Rechnung nicht auf.

Besonders gravierend: Die Gleichung beruht auf einer Reihe von Annahmen und werde unter größter Unsicherheit aufgestellt. Selbst die fundiertesten zugrundeliegenden Annahmen seien meist nicht mehr als „quantifizierte Glaubensbekenntnisse“. Diese Glaubensbekenntnisse müssten für die jeweiligen Zielgruppen plausibilisiert werden. In der Diskussion über Mittel und Wege diese Glaubensbekenntnisse erfolgreich zu plausibilisieren, spielte Kommunikation wiederum eine zentrale Rolle.

Fazit: Als Kommunikator im MCPR genau richtig

Die anfängliche Exoten-Sorge erwies sich schnell als unbegründet. Ganz im Gegenteil: Während ich viel Neues über die finanzwirtschaftlichen, operativen und rechtlichen Aspekte von Restrukturierung lerne, gibt es mehr Schnittstellen zu meinem beruflichen Hintergrund als ich vermutet hätte. Das Programm ergänzt sich hervorragend mit meinem Arbeitsalltag und ich kann den MCPR allen empfehlen, die sich für Veränderungsprozesse interessieren – gerade auch den Kommunikatoren.

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