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Die Betriebswirtschaftliche Auswertung – ein echtes Frühwarnsystem
Aus- und Weiterbildung / 6. Mai 2016
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Holger Becker ist seit 1994 als Dozent an der Frankfurt School im Bereich Kreditgeschäft tätig mit den Schwerpunkten in der Bonitätsanalyse sowie Immobilienfinanzierung, Bauträgerfinanzierung, Rating und Unternehmensfinanzierung. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann sammelte Holger Becker von 1989 bis 1993 zunächst Erfahrungen in der Privat- und Firmenkundenbetreuung und war anschließend in vielfältigen Positionen des Kreditrisikomanagements der Dresdner Bank AG tätig. Nach seiner Weiterbildung zum Diplom-Bankbetriebswirt (Bankakademie) und erfolgreichem Durchlauf des bankinternen Führungsnachwuchsprogrammes war er dort in der Region Rheinland als Prokurist und Kreditentscheider für die Planung, Organisation und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen im Kreditgeschäft für Mitarbeiter/innen, die weiterführende Fach- und Führungsaufgaben übernehmen, verantwortlich. Daneben führte er zahlreiche Schulungen für die Markt- und Marktfolgebereiche im Rahmen der Einführung des bankinternen Ratings durch. Er hat sich zum "Certified Rating Analyst (CRA)" an der Rating Akademie St. Gallen qualifiziert und ist als Mitglied im Bundesverband der Ratinganalysten und Ratingadvisor e.V., Berlin, akkreditierter Rating Analyst des BdRA.

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Es ist den Medien immer wieder zu entnehmen, dass Unternehmen – kleine Einzelunternehmen genauso wie KMUs – in betriebliche Schwierigkeiten geraten, die nicht selten in der Insolvenz oder Geschäftsaufgabe enden. Eine betriebswirtschaftliche Auswertung kann helfen.

Erfolgreiche Unternehmensführung durch unterjährige Analysen

Jeder Unternehmer, aber auch Berater und Analysten stellen für sich bzw. ihre Kunden eine erfolgreiche Unternehmensführung an oberste Stelle ihrer Tätigkeit. Eine wichtige Unterstützung kann hierbei eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), sein. Ihre sinnvolle Nutzung hilft, eine drohende Schieflage rechtzeitig zu erkennen und trägt dazu bei, noch genügend Handlungsspielraum zu haben, um mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern zu können.

Die zielgerichtete Analyse der BWA ist von großer Bedeutung. Sie liegt regelmäßig bereits zeitnah nach Abschluss des Geschäftsjahres vor und ist auch unterjährig, meist monatlich, verfügbar. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung basiert auf der Finanzbuchhaltung und zeigt im Vorjahresvergleich ein zeitiges Bild der weiteren, wirtschaftlichen Unternehmensentwicklung.

Schwachstellen identifizieren

Damit die BWA mit den dazugehörigen Auswertungen, wie Wertenachweis, Summen- und Saldenliste sowie auch Debitorenliste, Bewegungsbilanz und Liquiditätsstatus ein aussagekräftiges Bild ergibt, sind allerdings vertiefte Kennnisse der Analysetechniken der Druckbilder erforderlich. Um sicherzustellen, dass auch die bonitätsrelevanten Kriterien richtig erfasst und beurteilt werden können, sollte jeder, der eine BWA analysiert, mit den Besonderheiten der unterschiedlichen Auswertungen sowie deren Zusammenspiel vertraut sein. Dies gilt für Kundenbetreuer und Kreditanalysten ebenso wie für Fach- und Führungskräfte in Leasing- und Factoring-Gesellschaften und weiteren Finanzdienstleitungsunternehmen, in deren Verantwortung der sichere Umgang mit einer BWA fällt.

Nur so kann es gelingen, die BWA als echtes Frühwarninstrument zielgerichtet zu nutzen und im Ergebnis bereits erste Anzeichen einer drohenden wirtschaftlichen Schieflage sicher zu erkennen. Ganz wesentlich kann dann auch ein zeitnahes Gespräch mit dem Unternehmer bzw. dem Unternehmen, oft auch unter Einbeziehung des Steuerberaters, sein.

Mit gezielter Weiterbildung und Praxistransfer erfahren Unternehmer und Mitarbeiter aus der Finanzdienstleistung, worauf sie bei der unterjährigen Auswertung das Augenmerk legen müssen und erlangen Sicherheit bei der Bewertung des Cashflows, der Kapitaldienstfähigkeit und der Identifizierung möglicher Schwachstellen des Unternehmens.

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