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Was macht eigentlich ein Asset Manager?
Research & Advisory / 7. Oktober 2016
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Professor of Asset Management
Professor Dr. Olaf Stotz holds a Professorship of Asset Management since September 2008. Diploma in Industrial Engineering and Management from University of Karlsruhe in 1995. MSc in Corporate and International Finance from University of Durham/ UK in 1996. Between 1996 and 2001 Mr. Stotz worked in the financial services industry. His last position at the institutional Asset Management Devision of Union Investment involved the responsibility for equity and portfolio research and the management of the product development team. Between 2002 and 2003 he worked as a research associate at the University of Aachen (chair of Prof. Dr. Rüdiger von Nitzsch). PhD in Finance in 2003 on "Active Portfolio Management based on Mispricings in Risk Premia". His PhD thesis was awarded by the 1st price of the "Deutsches Aktieninstitut" and the "Acatis Value Preis". Between 2003 and 2008 Mr. Stotz was assistant professor of Finance at the University of Aachen. He finished his Habilitation (Venia Legendi in Economics and Business Administration) in 2008 ("Essays on Financial Markets"). The research interests of Mr. Stotz are Asset Management, Empirical Finance, Asset Pricing, and Behavioral Finance. His research has been published by various academic journals, has been discussed in the financial press and is applied in the financial industry.

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Asset Management bezeichnet die Verwaltung von Vermögen. Kernaspekt dabei ist es, die Anlegerwünsche und deren Vermögensziele mit den Chancen und Risiken des Kapitalmarkts abzugleichen. Auf dem Kapitalmarkt werden viele Wertpapiere gehandelt, bspw. Aktien und Zinspapiere. Sie unterscheiden sich bzgl. der Renditechancen und Risiken. Die Aufgabe eines Asset Managers ist es, ein Portfolio (Mischung aus Wertpapieren) zusammenzustellen, welches den Zielen und der Risikoeinstellung der Anleger entspricht. Die meisten Anleger verfolgen das Ziel, viel Rendite (hoher Vermögenszuwachs) bei geringem Risiko (möglichst kein Geld zu verlieren) zu erreichen. Dieses Ziel entspricht in etwa der Quadratur eines Kreises, da an Kapitalmärkten Wertpapiere, die eine hohe Rendite erwarten lassen auch mit einem hohen Risiko verbunden sind. Die Kunst im Asset Management ist es, Wertpapiere zu identifizieren, deren Renditechancen und die damit verbundenen Risiken attraktiv sind. Dabei lassen sich Risiken so kombinieren, dass sie sich gegenseitig zum Teil aufgehen aufheben können (auch Diversifikation genannt).

Dies ist in etwa wie die passende Badewassertemperatur zu finden. Bei zu kaltem Wasser friert man (Risiko einer Erkältung), bei zu heißem Wasser besteht das Risiko sich zu verbrennen, mischt man heißes mit kaltem Wasser kann die Badewassertemperatur genau richtig sein und das Risiko einer Erkältung und sich zu verbrennen tritt nicht auf. Der Asset Manager sucht also das Portfolio, was bei einem geeigneten Risikolevel die höchsten Renditechancen verspricht.

Die Aufgabe eines Asset Managers kann mit der eines Kochs verglichen werden, der ein Menü (Portfolio) für seine Gäste (Anleger) zusammenstellt. Der Koch kauft die passenden Zutaten des Menüs (Wertpapiere) auf einem Wochenmarkt (Kapitalmarkt, Börse) ein. Dabei muss er den Geschmack (Risikoeinstellung, Kundenwünsche) der Gäste treffen. Wenn er das Menu zubereitet (Portfolio zusammenstellt), muss er auf die richtige Mischung der Zutaten (einzelne Wertpapier) achten. Zuviel Salz ist genauso schlecht wie zu wenig Salz.

Bei der Auswahl der Wertpapiere muss er auf das Preis-Leistungsverhältnis der Waren achten, die Leistung entspricht den Renditeaussichten, der Preis kann mit dem Risiko verglichen werden. Der große Unterschied zwischen einem Wochenmarkt und dem Asset Management liegt nun darin, dass das Preis-Leistungsverhältnis auf einem Wochenmarkt (bspw. Gemüse) gut einzuschätzen ist (man kann Gemüse anfassen und probieren), während dies bei Wertpapieren nicht so einfach ist. Die Chancen und Risiken beziehen sich auf die Zukunft, die ist bekanntlich unsicher und muss eingeschätzt werden. Hier gibt es komplexe Zusammenhänge zu beachten, bspw. wirtschaftliche, politische oder psychologische. Diese Zusammenhänge in ihren Chancen und Risiken richtig einzuschätzen macht das Feld des Asset Managements interessant und herausfordernd. Auch wenn der Besuch eines Wochenmarkts ebenso interessant sein kann.

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