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Vertrauen bilden: Das Full-time MBA Leadership Camp an der Frankfurt School
MBA / 27. November 2019
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Kit Farquharson erwarb einen Master in Science-Abschluss und studiert zurzeit an der Frankfurt School im Vollzeit-MBA-Programm. Bevor er sich an der FS einschrieb, arbeitete er als Anwendungstechniker und Ausbilder in den Bereichen Regulierungsrahmen, Kommunikationsstrategie und zuletzt als Senior Manager für politische Intelligenz, internationale Angelegenheiten und Nachhaltigkeit. Seine Freizeit verbringt er gern mit Tabletop-Spielen und Wanderungen in seiner Heimat Schottland.

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„Wer Freundschaften schließen will, sollte sie nicht mit starken Meinungen beginnen.“ Wenn ich Leute neu kennenlerne, halte ich mich im Allgemeinen an diesen Leitsatz. Eine starke Meinung zu vertreten kann dazu führen, Menschen voneinander zu trennen, kann Distanz und Ausgrenzung bedeuten – keine gute Basis, wenn man zusammenarbeiten oder Zeit miteinander verbringen will. Offene, ehrliche und vertrauensvolle Gespräche sind wichtig, aber eben zur richtigen Zeit und im richtigen Ambiente. Vertrauen aufzubauen braucht seine Zeit – wie die meisten guten Dinge im Leben.

Die unbekannten Unbekannten

Den Auftakt für das Full-time MBA-Programm bildete das Leadership Camp, ein Teambuilding-Wochenende. Zuvor war kaum Zeit gewesen, sich kennenzulernen, aber die 43 Studierenden wurden dort zusammengewürfelt. Wir hatten uns alle für dieses Programm entschieden, um uns zu einer starken und motivierten Gruppe mit einem vielfältigen kulturellen und beruflichen Hintergrund zusammenzufinden. Wir wollten lernen, uns vom Unbekannten fordern und vom Unerwarteten prägen lassen. Apropos Unerwartetes: Damit wurden wir gleich am ersten Tag konfrontiert.

Zu Beginn des Wochenendes waren die meisten von uns der Auffassung, dass Teambuilding aus Übungen wie Stehaufmännchen sowie Stuhlkreisen und nicht viel mehr besteht. Da hatten wir uns aber gründlich getäuscht. Die beiden Tage waren unterschiedlich strukturiert, erzielten aber ähnliche Effekte. Wir wurden in kleine Gruppen aufgeteilt und traten gegeneinander an. Gleich danach wurden wir wieder zu einer großen Gruppe vereint. Diesmal ging es nicht um das Gegeneinander, sondern das Miteinander, und wir zogen alle an einem Strang.

Wir mussten uns beispielsweise in kleineren Teams mit verbundenen Augen im Regen einen Weg durch den Wald bahnen. Dabei waren wir ganz auf die umfassende, offene Kommunikation untereinander angewiesen und gezwungen, jedem einzelnen Mitglied der Gruppe voll zu vertrauen. Das war ganz schön knifflig. Als wir dann wieder in einer großen Gruppe zusammen waren, wurden neue, erfolgreiche Ansätze ausgetauscht, Rivalen wurden zu Kameraden, aus dem Einzelkampf wurde ein Zusammenwirken, und das Zuhören führte zum Lernen.

Nie aufhören zuzuhören

Je mehr Zeit man mit Menschen verbringt, desto eher öffnen sie sich und sprechen über ihre Ideen, Ängste und Ansichten. Generell erreicht man diesen Punkt nach ein paar Monaten, vielleicht nach Jahren, vielleicht aber auch nie. Es kann durchaus schwierig werden, denn wenn man seine Meinung äußert, wird man unter Umständen mit abweichenden Ansichten konfrontiert. Eine einfache Lösung gibt es in diesem Fall nicht. Es braucht Ausdauer, Engagement, Kompromissbereitschaft und Mut. Man muss aber auch zuhören wollen – und zwar viel. Ich habe meine Ängste, Stress und Erwartungen angesprochen. Mir wurde zugehört und ich fühlte mich gehört. Positives Feedback, Unterstützung und Entgegenkommen haben mich erneut davon überzeugt, dass es sich immer lohnt, sich noch mehr anzustrengen und eine Lösung zu finden – auch wenn sich der Austausch von Ideen und Ansätzen einschüchternd und schwierig gestalten kann.

Vorwärts bis zum Morgengrauen

Vertrauen wird verdient, es wird auch geschenkt, aber man muss es sich verdienen. Das ganze Wochenende über war Vertrauen das Thema an sich und kam immer wieder zur Sprache. Jede einzelne Übung schien uns ein Stück weiter zu bringen über die stereotypischen Hürden und Tücken der Vertrauensbildung und des Beziehungsaufbaus.

Als ich mich für den MBA-Studiengang eingeschrieben habe, ging ich davon aus, dass ich auf Konkurrenten treffen würde, und das war gut so. Ich habe mich darauf gefreut, mich Herausforderungen zu stellen und auf zukünftige Aufgaben vorbereitet zu werden. Stattdessen fand ich Freunde, Menschen von denen ich lernen und mit denen ich wachsen kann, und ich muss sagen, so ist es mir lieber.

Der Frankfurt MBA bietet kontinuierlich Möglichkeiten für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Meiner Erfahrung nach sind die Lehrveranstaltungen hervorragend, sowohl was die akademische Grundlage als auch was die Branchenrelevanz betrifft. Auch die Mitarbeit an vielen verschiedenen Gruppenprojekten ist wunderbar anspruchsvoll.  Ich habe mir die Entscheidung für das Studium an der FS nicht leicht gemacht – es war ein langwieriger und komplexer Prozess. Um mich zu diesem Schritt zu bewegen, brauchte es mehr als „nur“ die ausgezeichnete Erfolgsbilanz der Wirtschaftshochschule, ihre langjährigen Verbindungen zur deutschen Industrie und eine perfekte Lage im Wirtschaftsraum Deutschlands (und möglicherweise Europas – danke Boris und Nigel!). Die FS hat mich auch in „menschlicher Hinsicht“ überzeugt, mit ihrer Studentenschaft, ihrem Verwaltungspersonal und ihren Lehrenden.