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Remote Work erfolgreich implementieren
Weiterbildung / 5. Mai 2020
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Leiter des Frankfurt School Blockchain Centers
Prof. Dr. Philipp Sandner leitet das Frankfurt School Blockchain Center, welches im Februar 2017 initiiert wurde. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) führte ihn 2018 als einen der „Top 30“ Ökonomen Deutschlands auf. Weiterhin gehört er laut Capital Magazin zu den „Top 40 unter 40“. Zu seinen Themengebieten gehören Blockchain, Crypto Assets, Distributed Ledger Technology (DLT), Euro-on-Ledger, Initial Coin Offerings (ICOs), Security Tokens (STOs), Digitalisierung und Entrepreneurship.

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Um die Remote Work in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu etablieren, bedarf es einer klaren Strategie. Unternehmensleiter müssen die Umstände und Ziele analysieren und eine Herangehensweise an Remote Work ableiten.

Wir gliedern die Umsetzung in vier Schritte:

1. Analyse des Status quo: Zunächst muss jedes Unternehmen den Status quo erörtern und analysieren, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden, um Remote-Arbeit zu fördern. Es ist entscheidend, eine 360°-Perspektive anzuwenden und alle Aspekte abzudecken, einschließlich der technischen und kulturellen Anpassung der bestehenden Tools und Prozesse.

2. Definition der Vision: Nach der Analyse des Status quo ist die Definition eines Zielbildes der nächste Schritt. Dieses beinhaltet, welche Funktionen eine globale Remote Work Politik hat sowie eine Roadmap, die den Prozess in großem Maßstab beschreibt.

3. Tools evaluieren: Nach der Definition des Zielbildes ist es notwendig, die auf dem Markt verfügbaren Tools zu evaluieren, um festzustellen, welche für Ihre Branche, Unternehmensstruktur und Kultur am besten geeignet sind. Dabei sollten nicht nur die Funktionalitäten, sondern auch die Integration in die bestehende IT-Landschaft bewertet werden. Aufgrund unserer Erfahrung können wir die angebotenen Tools in drei Dimensionen einordnen:

Die gemeinsame Nutzung von Dateien ist für Teams, die aus der Ferne arbeiten, unumgänglich. Der Versand von Dateien per E-Mail ist dabei selten die ideale Lösung. Häufig nutzen Unternehmen eine Server-Lösung, um Dateien und Dokumente gemeinsam zu nutzen. Dieser Service wird von fast allen Anbietern von Hosting-Server-Infrastrukturen angeboten. Der Hauptunterschied liegt in der Benutzerfreundlichkeit und hier stechen Google Drive und Dropbox hervor.

Kommunikation ist der Schlüssel und sie ist der schwierigste Teil der Implementierung von Remote-Arbeit. Da der Plausch an der Kaffeemaschine wegfällt, müssen Unternehmen die Kommunikation und Kultur mit geeigneten Tools vorantreiben. Diese ermöglichen es den Mitarbeitern, viel schneller und bequemer mit ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben. Es gibt jedoch viele Tools mit nur leicht unterschiedlichen Funktionalitäten und Anwendungsfällen. Das am häufigsten verwendete Tool ist Slack. Es ist sehr nützlich bei der Verwaltung größerer Teams mit mehreren Arbeitsabläufen.

Wie bei jedem Projekt ist das Projektmanagement für das Ergebnis von entscheidender Bedeutung, da Menschen, Budgets und Termine effektiv koordiniert und auf Kurs gehalten werden müssen. Daher empfiehlt sich der Einsatz einer Projektmanagementsoftware wie Trello, die auf der bewährten Kanban-Methodik basiert, um Projekte so effizient wie möglich zu verwalten.

4. Verantwortlichkeiten festlegen: Nach der Entscheidung über die zu verwendenden Tools besteht der nächste Schritt darin, Verantwortlichkeiten für die Umsetzung dieser Politik festzulegen. Dies kann auf der Grundlage von Geschäftsbereichen und -bedürfnissen oder einer funktionalen Perspektive (z.B. HR zusammen mit IT) erfolgen, da dies nahezu jede Abteilung im Unternehmen betrifft.

(5.?) Nachschulung und Fehlerbehebung: Der anfängliche Implementierungsprozess geht Hand in Hand mit Folgeschulungen. Dies gewährleistet eine reibungslose Implementierung, ermöglicht es den Mitarbeitern, Probleme zu beheben und bewährte Praktiken untereinander auszutauschen. Es trägt auch dazu bei, eine freundliche Kultur aufrechtzuerhalten, so dass die Mitarbeiter dies als eine Gelegenheit empfinden, an der sie beteiligt sind, und nicht als eine „von oben nach unten“ vorgeschriebene Maßnahme.

Wichtige Schritte in eine bessere Zukunft

Die Auswirkungen von Remote Work gehen weit über den Nutzen für Mitarbeiter und Produktivität hinaus. Sobald wir uns in der virtuellen Zusammenarbeit mit unseren Teams wohlfühlen, kann auch die Vernetzung und Kommunikation mit Kunden und Auftraggebern davon profitieren.

Um den Umsatz und die Sichtbarkeit zu erhöhen, können Online-Podiumsdiskussionen eingerichtet und über Online-Plattformen wie Zoom durchgeführt werden. Online-Panels bieten auch immense Möglichkeiten bei der Rekrutierung technisch orientierter Talente. Darüber hinaus steigern Sales-Aktivitäten über Video die Vertriebseffizienz erheblich, da Reisekosten und Zeit eingespart werden. Sie können die Zeit, die Sie gewinnen, aktiv nutzen und mehr potenzielle Kunden ansprechen.

Jetzt ist es an der Zeit, zu evaluieren, wie das Remote-Geschäft für Ihre Teams und Kunden funktioniert, die Pain Points zu identifizieren und optimierte Richtlinien und Praktiken für die Zukunft zu entwickeln. Scheuen Sie sich nicht davor, Experten hinzuzuziehen und jetzt optimale Richtlinien festzulegen, die von Dauer sind und das Beste an Flexibilität und Produktivität in Ihr Unternehmen zu bringen. Das gibt Ihnen auch Zeit, sich auf das operative Geschäft zu konzentrieren. FS-SC und andere studentische Beratungsfirmen bündeln in dieser Zeit Best Practices und können Ihrem Unternehmen Lernprogramme anbieten, die auf Ihre Branche und Kultur zugeschnittene Empfehlungen enthalten.

Sie sind auch am Thema Blockchain interessiert? Wir haben zwei Bücher darüber herausgegeben, wie Blockchain unsere Gesellschaft im Allgemeinen beeinflussen wird und wie alles, was mit Finanzen zu tun hat, von der Veränderung betroffen ist.

Co-Autoren: Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der studentischen Beratung der Frankfurt School geschrieben. Weitere Informationen können Sie hier erhalten oder kontaktieren Sie Johannes Niemann (johannes.niemann@fs-sc.de).

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