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Scrumban: Hybride-Lösungen im Projektmanagement
Weiterbildung / 2. Juli 2020
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Produktmanagerin Projektmanagement
Barbara Rave (M.A.) ist Produktmanagerin im Bereich Professional & Executive Education der Frankfurt School. Sie konzipiert Weiterbildungsprogramme in den Themenfeldern Strategy & Change Management sowie Technology & Operations.

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Die Methoden des Projektmanagements sind vielfältig. Deshalb ist auch bei der Klassifizierung von Projektmanagement keine simple Schwarz-oder-Weiß-Betrachtung möglich. In unserem Artikel über das agile Projektmanagement haben wir bereits die Unterschiede zwischen dem klassischen Projektmanagement und der agilen Variante dargestellt. Die allgemeine Devise ist: Erfolgreich ist, wer sich für eine Methode entscheidet, diese punktuell anpasst, Neues ausprobiert und dann adaptiert. Der Begriff des hybriden – „vermischten“ – Projektmanagements trifft auf genau das zu. Hierbei handelt es sich um den Mix unterschiedlicher Arten, zum Beispiel der des klassischen und des agilen Projektmanagements, zu einer individuellen Methode, die zur jeweiligen Herangehensweise und zum Umfeld des Unternehmens passt.

Genau so ist auch die Methode des „Scrumban“ entstanden.

Die Kanban-Methode

Die Kanban-Methode greift auf das sogenannte Kanban-Board zurück, das sich in drei Spalten gliedert, in denen die verschiedenen Projektaufgaben ihrem Status nach eingeordnet werden: Entweder als anstehendes To-Do, als „In Progress“ also „In Bearbeitung“ oder als „Done“ – erledigt.

Die Spalten können beliebig erweitert oder umbenannt werden. So eignet sich Kanban beispielsweise gut als Ansatz für Projekte, die spezielle Anforderungen haben oder sich noch stark verändern können. Das ursprüngliche Kanban wird dem klassischen Projektmanagement zugeordnet.

Die SCRUM-Methode

Um agile Projekte zu verwirklichen, wird häufig die SCRUM-Methode eingesetzt. Hier werden verschiedene Rollen im Projektteam definiert, aber nur wenige Regeln für das eigentliche Vorgehen definiert. Diese Methode zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie in verschiedenen Sprints stattfindet, in denen Stück für Stück ein kontinuierlicher Fortschritt erreicht, präsentiert und besprochen werden soll.

Bei SCRUM stehen die Teamarbeit und die Eigenverantwortlichkeit im Vordergrund – der große Vorteil dabei: Die Methode führt vor allem dann zum Erfolg, wenn ein motiviertes Team am Projekt arbeitet. Sollten die Mitarbeiter dem Projekt nicht freudig entgegensehen, werden sie gegebenenfalls durch die übertragene Verantwortung motiviert.

Scrumban

Scrumban kombiniert die besten Features dieser beiden Methoden. Es verbindet die Struktur von SCRUM mit der Prozessoptimierung von Kanban. Beispielsweise bleibt das Kanban-Board den Projektverantwortlichen als Visualisierung des Workflows erhalten, ist zusätzlich aber in Sprints unterteilt. Scrumban Boards geben somit einen exzellenten Überblick über den gesamten Prozess. Es informiert über die Anzahl der Objekte, an denen das Team gerade arbeitet, sowie die Anzahl an Aufgaben, welche schon abgeschlossen sind. Beides steigert Verantwortungsbewusstsein, Kommunikation sowie Leistungsergebnisse. Je nach Personalsituation kann sich das Team weiterhin durch einen SCRUM-Master verwalten lassen. Scrumban wird besonders in Industrien, in welchen Produktentwicklung und Erhalt zusammenarbeiten, immer beliebter.

Es handelt sich nicht um eine fest definierte Methode. Jedes Team kann individuell die nützlichsten Aspekte von SCRUM und Kanban übernehmen und diese frei kombinieren. Es ist ratsam, sich zuerst mit den beiden Methoden vertraut zu machen und diese dann Stück für Stück zu modifizieren. Stellen sich messbare Verbesserungen ein, ist das Team auf dem richtigen Weg.