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Sechs rote Bausteine
Full-time MBA / 19. Dezember 2019
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Full-time MBA Class of 2019
Jessica Joy Morris hat ihren MBA an der Frankfurt School abgeschlossen und tritt im Januar 2020 ihre Stelle als Digital Skills Program Manager für die DACH-Region bei Amazon Web Services an. Vor dem Studium an der FS trug sie in ihrer Funktion als leitende Programmdirektorin in Washington DC innovative Bildungsstrategien in gefährdete Bevölkerungsgruppen.

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915.103.765 – Anfang des Jahres habe ich diese bemerkenswerte Zahl im Lego House im dänischen Billund entdeckt. In der Nähe des Ausgangs steht eine Maschine, die sechs rote Lego-Steine formt und als Geschenk verpackt. Und da habe ich an der Wand diese Zahl zum ersten Mal gesehen, in fettgedruckten schwarzen Ziffern. 915.103.765 – fast eine Milliarde. Mathematiker haben ausgerechnet, dass man sechs identische Lego-Steine auf so viele Weisen zusammenstecken kann.

Die Frankfurt School hat uns allen einen bemerkenswerten Satz Bausteine für die Zukunft an die Hand gegeben. Ich stehe lediglich für einen Satz, eine Reihe von Büchern und Vorlesungen, Auslandsstudien und Fallstudien. Die Möglichkeiten sind endlos. Kaum etwas anderes ist ein so individuelles Erlebnis wie das MBA-Studium. Schließlich geht es in der Geschäftswelt ja darum, menschliche Bedürfnisse und menschliches Potenzial immer wieder neu zu interpretieren. Das Studium hat uns einen Einblick in dramatische globale Veränderungen ermöglicht und damit unsere Chancen auf überraschende Weise geprägt. Viele von uns fühlten sich durch schwierige wirtschaftliche Verhältnisse oder persönliche Richtungswechsel eingeschränkt. Manchmal hatten wir das Gefühl, nach etwas gegriffen zu haben, jedoch mit leeren Händen dazustehen. Aber unsere Hände sind nicht leer. Wir haben die Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft, auch wenn sich Schwierigkeiten vor uns auftürmen.

Wenn ich mir meine Kommilitoninnen und Kommilitonen im MBA-Programm ansehe, kann ich über ihre Kreativität und ihr Durchhaltevermögen nur staunen. Ein Mitstudierender verantwortete zum Beispiel transatlantische Logistik, ein anderer betreute die virtuellen Welten von Gaming-Gemeinschaften. Manche haben Firmen in ihrer Heimat gemanagt, etwa ein Chemieunternehmen in Nigeria oder ein E-Commerce-Netzwerk von Handwerkern in Indien. Auf dem Weg an die Frankfurt School haben viele von ihnen ganze Kontinente überquert, ihre Familien und Freunde zurückgelassen, eine Fremdsprache gelernt und sich zum ersten Mal mit Finanzen beschäftigt. Ich habe Frauen kennengelernt, die den ganzen Tag an Lehrveranstaltungen teilgenommen und sich dann spät abends um ihr Baby gekümmert haben. Und jetzt haben wir alle Mittel zur Verfügung, die wir brauchen, um die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Arbeitskräften und künstlicher Intelligenz zu fördern, um die Lieferketten von Raketen auf dem Weg zum Mars zu organisieren oder um völlig neue Produkte in aller Welt zu vermarkten. Um diese Dinge zu bewerkstelligen, müssen wir nicht unbedingt Ingenieure, Wissenschaftler oder Grafikdesigner sein – was wir aber sein müssen, sind die Träumer und die Manager, die Finanziers und die Strategen, die talentierte Teams in die Lage versetzen, mit dem Bauen zu beginnen und, wenn es schief geht, von Neuem zu bauen.

Wir sind unseren Professoren, die uns neue Bausteine an die Hand gegeben haben, so dankbar. Sie haben die Lehrveranstaltungen anschaulich gestaltet – mit einzigartigen Einsichten und Erfahrungen, mit kniffligen Fallstudien und Whiteboard-Skizzen zum Welthandel. Wir sind dem MBA-Team für die Konzeption eines Programms dankbar, das weit über den Unterricht hinausging. Wir haben CEOs, Start-up-Gründer und Vorstände kennengelernt. Und wir haben einander kennengelernt, talentierte Menschen aus vielen verschiedenen Branchen und Ländern. Durch das Miteinander konnten wir nächtelang durcharbeiten und intensiven Druck bewältigen. Wir wurden Freunde fürs Leben. Und dann sind da noch unsere Familien. Sie sind ein Leuchtturm in den zuweilen tückischen Gewässern des Lebens. Sie haben uns viel gegeben und so einiges auf sich genommen, um uns durchs Studium zu helfen und uns den Freiraum zu geben, unseren Träumen nachzugjagen.

Unser Durchhaltevermögen hat sich gelohnt. Wir sind Teil eines globalen Alumni-Netzwerks geworden und können uns gegenseitig dabei helfen, neu zu erfinden, was möglich ist. Mein Thesisprojekt mit Amazon Web Services kam nur durch die Freundschaft mit zwei hervorragenden Mitstudierenden und eine schlichte 300-Zeichen-Nachricht an einen mir zuvor vollkommen unbekannten FS-Alumnus zustande. Wenn wir gemeinsam mit Menschen in unserem Umfeld bauen, tun sich unverhofft Chancen auf.

Was baust du aus deinen sechs roten Bausteinen? Welche unmögliche Idee wird in deinen Händen Form annehmen?

Leg den ersten Stein. Bau etwas Neues. Dann wirst du nicht nur künftigen Stürmen trotzen, sondern vielleicht der- oder diejenige sein, die eine Stadt mit Strom aus Hurrikanwind versorgt.

Eine Milliarde Möglichkeiten.

Du hast alles, was du brauchst.

Jetzt heißt es bauen.