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Soft Skills: How to stop losing the major part of your seminar budget
Professional Education / 16. August 2016
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Wolfgang is trainer, coach and published author in the field of communication. He has a PhD in mathematics and teaches his self-developed concept PEC - practical emotional competence throughout Germany and German-speaking countries. He provides seminars at the Frankfurt School of Finance & Management since 2010 in English and German. Prior to his trainer career he worked as a manager in sales and service for international renowned companies in Germany.

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Studien belegen, dass durchschnittlich 15% der Teilnehmer von Soft Skill-Seminaren die vermittelten Inhalte in die Praxis umsetzen. Rund 70% scheitern bei der Umsetzung der erlernten Soft Skills. Die restlichen 15% versuchen das erst gar nicht. Einige Unternehmen steuern mit Aufbauseminaren gegen, mit mäßigen Erfolg. Die Nachbereitung durch Coaching oder Praxisbegleitung verbessert den Seminarerfolg spürbar. Allerdings, mit hohen Aufwand und Kosten.

Warum ist das so? Die Ursache ist selten die Seminarqualität. Nach obiger Studie steigt der Umsetzungserfolg deutlich, wenn der Fokus nicht allein auf Seminaren liegt, sondern genauso auf Vor- und Nachbereitung. Letztere sollte genau so aufwändig sein, wie Seminar und Vorbereitung zusammen. Hier sind die Personalentwickler  gefordert, die verantwortlichen Führungskräfte  einzubinden und gemeinsam mit kompetenten Seminaranbietern Hand in Hand zu arbeiten.

Soft Skills sind in erster Linie Echtzeit-Kompetenzen!

In Gesprächen, Telefonaten, Meetings oder Verhandlungen ist keine Zeit zum Nachdenken. Erfolg braucht Echtzeit-Kommunikation durch verinnerlichte Kompetenzen. Und genau hier liegt das Problem klassischer, allein auf Seminare fokussierter Fortbildung. Sie vermittelt Wissen, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen, ergänzt durch Übungen, Rollenspiele, Selbsterfahrung und Feedback.  Alles richtig und notwendig. Aber nicht hinreichend für das Verinnerlichen von Echtzeit-Kompetenzen. Die entstehen ausschließlich durch selbstständiges, kontinuierliches Üben konkreter Techniken auf Basis verstandener und emotional akzeptierter Regeln.

Verdeutlichen lässt sich dies mit einem Vergleich zum Sport: Aktive Sportler wissen, dass Erfolge sich nur durch kontinuierliche Übung einstellen. Selbst Hobbygolfer erwarten nicht, dass Sie nach einem Schnupperkurs schon Golf spielen können. Warum glauben dennoch so viele Entscheider, dass Mitarbeiter nach einem Softskill-Seminar professionell kommunizieren, besser verkaufen oder führen?

Natürlich kann ich das nicht stellvertretend beantworten. Jedoch habe ich in Zusammenarbeit mit der Frankfurt School Konzepte und Methoden entwickelt, die sicherstellen, dass Mitarbeiter die Kompetenzen verinnerlichen, die sie für ihre tägliche Echtzeit-Kommunikation brauchen:

 Die Schlüssel-Elemente des Ansatzes sind

  • Motivation,
  • nachweisbar erworbenes und akzeptiertes Wissen,
  • exakte Regeln mit praktikablen Techniken zur Umsetzung,
  • Aktionspläne und Anleitung zum individuellen Üben,
  • kontinuierliches, selbstständiges Üben mit Feedback zum erreichten Fortschritt.

Aufwand und Investition bleiben mit der richtigen Umsetzung überschaubar. Dazu betrachten wir die einzelnen Bausteine der Reihe nach.

Motivation: Hier ist Vorbereitung wichtig. Es muss besprochen und definiert werden, welche Kompetenzen die Teilnehmer konkret entwickeln und verinnerlichen sollen. Die Entwicklungsziele müssen für die Teilnehmer transparent sein, und – dies ist entscheidend –, auch akzeptiert und angenommen werden. Letzteres leistet etwa ein Kick-Off, bei dem die Teilnehmer das Was, Wie und Warum der Ausbildung verstehen. Es muss deutlich werden, welche Vorteile sie persönlich und das Unternehmen dadurch haben. So wachsen Bereitschaft und Motivation, sich auf Neues einzulassen.

Nachweisbar erworbenes und akzeptiertes Wissen ist unverzichtbar. Training ohne Hintergrundwissen ist Dressur! So entsteht schematisches, nicht authentisches Verhalten. Wissensvermittlung im Präsenzseminar ist zeitaufwändig und damit wenig wirtschaftlich. Die Teilnehmer fehlen am Arbeitsplatz, es entstehen Reisekosten und natürlich das Honorar des Referenten. Ein moderner, permanent verfügbarer Multimedia-Online-Campus, mit Online-Verifizierung des Lernfortschritts und Begleitbuch ist eine effiziente Alternative. Entscheidend für die Akzeptanz des vermittelten Wissens ist, dass die Teilnehmer verstehen, welchen Nutzen dieses für Ihr zukünftiges Handeln hat und welche Gewohnheiten und Verhaltensmuster sie wie verändern müssen. Die webbasierten Lerneinheiten lassen sich beliebig abrufen. Das ermöglicht individuelles, den Bedürfnissen jedes Teilnehmers angepasstes Lernen.

Exakte Regeln mit praktikablen Techniken zur Umsetzung gehen weit über Ermahnungen, gute Ratschläge und Tipps hinaus. Die Teilnehmer müssen nicht nur ihre zukünftigen Anforderungen genau kennen, sie müssen lernen, wie sie diese praktisch erfüllen können. Auch das ist online effizient vermittelbar. Regeln können präzise und verständlich formuliert und begründet werden. Techniken können anschaulich erklärt und ihre Anwendung griffig beschrieben werden. Dieser Online-Part lebt von der laufenden Selbstkontrolle des eigenen Verständnisfortschritts. Hilfreich sind hierbei Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Teilnehmern und dem Trainer.

Aktionspläne und Anleitung zum individuellen Üben: Nachdem die Teilnehmer Wissen erworben, Regeln verstanden und die notwendigen Techniken kennen, geht es nun ausschließlich um Praxis. Die Teilnehmer probieren im Präsenz-Training aus, erleben, welche Regeln ihnen wann nützen und welche Techniken ihnen liegen. Ein Trainer gibt wertschätzend Feedback, korrigiert wo nötig und unterstützt die Teilnehmer am Ende beim Aufstellen ihrer individuellen Aktionspläne für das eigenständige Weiter-Üben im Alltag. Die so genannte Übung der Woche liefert regelmäßig kurze, motivierende Impulse per Videoclip.

Selbstständiges Üben mit Feedback zum erreichten Fortschritt: Im Alltag dürfen die Teilnehmer nicht alleine gelassen werden. Ideal ist wiederholtes, berufsbegleitendes Telefon-Coaching. Ein Trainer stimmt mit jedem Teilnehmer eine aus dessen Sicht kritische Situation ab. Diese wird dann per Rollenspiel am Telefon zwischen Teilnehmer und Trainer aufgearbeitet. Der Teilnehmer erhält Feedback und Anregungen zur Modifikation seines Aktionsplans.

Die hier beschriebene Kombination aus webbasierter Vermittlung von Wissen, Regeln und Techniken, Kompetenzaufbau in Praxistrainings, Kompetenzfestigung durch Telefon-Coaching und fortlaufender unterstützender Motivation durch die Übung der Woche garantieren einen nachhaltigen Kompetenzaufbau.

 Weiterführende Informationen finden Sie unter Kommunikation 4.0 der efiport AG und im offenen Angebot für nachhaltige Kommunikationskompetenz der FS.

5 Kommentare

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Thomas Biemer

22 August, 2016


Guten Abend, Herr Dr. Schneiderheinze, den Artikel finde ich sehr gut. Mir fehlt lediglich der Hinweis auf die zentrale Bedeutung der Führungskraft. Die Führungskraft muss meiner Meinung nach in alle Stufen eingebunden sein, damit eine Akzeptanz entsteht und damit eine Unterstützung erfolgt. Insbesondere bei den Mitarbeiter/innen, die sich bei Veränderungen eher etwas schwer tun und Unterstützung benötigen. Schöne Grüße Thomas Biemer
B. Bormann

23 August, 2016


Guten Tag Herr Schneiderheinze, für den klinischen Bereich, fehlen mir noch Informationen welch Zielgruppe Sie ansprechen möchten. Informationen über das Handling, Zeitauf-wand/EDV-Kenntnisse u. Kosten fehlen für Unternehmerische Entscheidung. Beim ersten lesen des Infotextes hätte ich eine Vorschlag der Komoderation und inhaltlichen Ergänzung, wenn ich daran denke welche folgenschwere Fehler bei Erstkontakt zwischen Praxis- und Klinikpersonal mit Kunden und Angehörigen entstehen. Die würde ich Ihnen in einem Telefonat mitteilen. Beste Grüße
Wolfgang Scheiderheinze

23 August, 2016


Sie haben Sie vollkommen Recht lieber Herr Biemer. Nachhaltige Fortbildung ist das Resultat einer intensiven Zusammen-Arbeit von PE, Führungskräften, Seminaranbietern und natürlich Teilnehmern. Die immer noch weit verbreitete Konsumentenhaltung auf der einen und veralteten Angeboten und Konzepten muss überwunden werden. Dieser Artikel ist hierzu für mich ein erster Schritt.
Wolfgang Schneiderheinze

24 August, 2016


Herzlichen Dank für Ihr sehr konkretes Interesse, liebe Frau Bormann! Natürlich rufe ich Sie an, um zu hören, was genau Sie interessiert. Dieser kurze Beitrag hier sollte aus meiner Sicht ein bestehendes Problem offen ansprechen. Das scheint gelungen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!
Julia Staudt

06 September, 2016


Ein spannender Artikel, dem ich absolut zustimme. Zum Thema Motivation würde ich gerne noch einen Aspekt ergänzen: aus meiner Sicht ist es entscheidend, dass im Training "echte" Probleme aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmer bearbeitet werden. Wenn die Teilnehmer vorab ihr eigenes Lernprojekt definieren und selbst festlegen, was sie nach dem Training besser können wollen, steigt die Motivation um ein Vielfaches.