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Die nächste Welle: Migrationen im Zahlungsverkehr und Cash Management
Executive Education / 13 July 2021
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Axel Jäger ist seit 1995 Zahlungsverkehr- und Cash Management Spezialist, sowie Dozent im Zertifikatsstudiengang Certified Payment Professional.

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Wenn wir in der heutigen Zeit von einer „Welle“ sprechen, dann denken wir meist an die Pandemie. Wir denken an Einschränkungen und Beschränkungen. In diesem Fall geht es jedoch nicht um die nächste COVID Welle, sondern um weitreichende Änderungen im Zahlungsverkehr und Cash Management.

Mit der Umstellung des SEPA Zahlungsverkehrs von DTA auf das ISO20022 XML-Format haben Firmenkunden in den Jahren bis 2014 bereits große Anstrengungen unternehmen müssen. Finanzbuchhaltungssysteme und Treasury Management Systeme mussten die neue „Sprache“ lernen, Stammdaten mussten von Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN und SWIFT BIC Code angepasst und bei Lastschrifteinreichern neue Mandate eingeholt werden. Diese Migration war ein Kraftakt, der immer parallel zum Tagesgeschäft gestemmt werden musste.

Aus dieser Umstellung sind zwei Bereiche bis dato unberührt geblieben, bzw. – da nicht verpflichtend – von den meisten Kunden bis jetzt nicht angegangen worden; der Auslandszahlungsverkehr (DTAZV) und der Kontoauszug (MT94x).

T2 und CBPR+ Migration

Im Zuge der Umstellung der von der EZB betriebenen TARGET2 Plattform sowie der SWIFT Infrastruktur auf das ISO20022 XML-Format – zunächst sind die Nachrichten der Bücher 1, 2 und 9 (MT1xx, MT2xx und MT9xx) betroffen – werden nun auch diese letzten „Altformate“ abgelöst. Somit rollt also die nächste Welle auf Firmenkunden zu. Diese Änderungen, die als „Big-Bang“ im November 2022 erfolgen, betreffen zunächst einmal ausschließlich den Bankensektor, perspektivisch jedoch auch den Datenaustausch zwischen (Firmen-)Kunden und deren Banken. Es steht somit den Kunden eine weitere Migration ins Haus, die aus heutigem Stand bis 2025 erfolgen muss. Wieder müssen Systeme (ERP, TMS, eBanking) einem technischen Update und ausgiebigen Tests unterzogen werden, um einwandfrei prozessierbare Daten erzeugen und verarbeiten zu können. Ja, es wird nochmals eine anstrengende Zeit für IT-Fachkräfte, Berater:innen und Treasury Teams, aber die Anstrengungen lohnen sich. Die Medienbrüche im Zahlungsverkehr und insbesondere im Cash Management werden verschwinden, ein XML End-to-End Processing Realität. Insbesondere bei den Kontoinformationen werden „Datenverluste“ ausgeschlossen und eine automatische Verbuchung von Zahlungsein- und -ausgängen weiter erhöht. Die Einführung von ISO20022 (Version 2019) bietet weitere Vorteile (bis zu 9000 Zeichen im Verwendungszweck, einzelne Rechnungen können in einem Zahlungsauftrag zusammengefasst, aber einzeln ausgewiesen werden) und hebt die Qualität und die Möglichkeiten im Zahlungsverkehr auf ein neues Niveau.

Kurzum: Es bleibt spannend im so „schnöden“ Zahlungsverkehr, er entwickelt sich weiter und das ist gut so! Wir alle, Kunden, Banken, IT-Dienstleister:innen und Berater:innen haben einen Berg vor uns, wenn dieser aber erklommen ist, sind die Aussichten großartig! Der Zertifikatsstudiengang „Certified Payment Professional“ bietet einen kompakten Rundumblick zu allen bereits etablierten und bevorstehenden Reglementierungen. Alle Infos hierzu finden Sie auf unserer Webseite.

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