Johannes Kirn
Ausbilder Azubimanagement
Johannes Kirn arbeitet seit 6 Jahren als Ausbilder und Trainingsmanager bei der Frankfurt School of ...
Advisory

Das Bankfachwirt-Studium oder: Der Tag, an dem der Samstag starb

July 1, 2016
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Ich habe mich nach meiner Ausbildung zum Bankkaufmann zunächst selbst orientieren müssen. Was will ich überhaupt? Will ich mich mit weiteren Fortbildungen an die Bankbranche binden? Soll der weitere Weg wirklich weiter in der Bank hineinführen? Oder soll ich mich breiter aufstellen und mich einer allgemeineren berufsbegleitenden Fortbildung widmen wie zum Beispiel dem Bankfachwirt-Studium?

Mit dem Arbeitsleben kommt die Routine und das besondere Gefühl das Wochenende noch mehr zu schätzen als zuvor schon in der Ausbildung und Schulzeit. Bin ich bereit hiervon etwas zu opfern für den weiteren Weg, die weitere Karriere? Für einen Langschläfer wie mich ein großer Einsatz.

Die Pro- und Contra-Liste musste her. Letztlich überzeugt zum Bankfachwirt haben mich:

  • Dem eigenen Karriereanspruch einen weiteren Schub geben
  • Finanzielle Unterstützung durch Meister-Bafög und KfW-Darlehen
  • Automatisches Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife und Fachhochschulreife durch die IHK-Prüfung

Nach drei Jahren Berufserfahrung und Bedenkzeit, in denen ich einige Zertifikatskurse besucht habe, entschloss ich mich für den klassischen Bildungsweg des Bankers, weil er thematisch nah an der Bankpraxis ist, in der ich aktuell auch tätig bin. Jedoch sind die Inhalte des Studiengangs breit aufgestellt, so dass der Bezug zur allgemeinen Betriebswirtschaft enorm ist.

Bankfachwirt-Studium: Ganz anders als ich dachte

Am ersten Tag des Studiengangs „Bankfachwirt“ nahm ich Platz…der Raum füllte sich langsam. Es trudelten nach und nach Personen ein. Zu Schluss waren wir 20 Personen – eine Schulklassengröße! Kein randvoller Hörsaal, in dem kein Platz ist! Kein Geräuschpegel, der am frühen Samstagmorgen Kopfschmerzen bereitet!

Ich traf alte Bekannte und lernte neue kennen. Die insgesamt zwei Jahre (4 Semester) kamen mehr Unterricht gleich als einer einfachen Mono-Beschallung durch einen Professor. Nicht zuletzt dadurch, dass die Dozenten aus der Praxis kommen: Vorlesung „Recht“ vom Rechtsanwalt; Vorlesung „Personal“ von der Ausbildungsleiterin einer örtlichen Volksbank; Volkswirtschaft vom Treasury-Experten eines Finanzdienstleisters.

Die Zeit ging wirklich schnell vorbei, sie war toll, sie war intensiv. Aber sie war auch fordernd.  Es war mitunter wirklich schwierig, die Hälfte des Wochenendes aufzugeben. Freitagabende wurden kürzer, damit das Aufstehen am Samstagmorgen nicht noch schwerer fiel. Und auch im Anschluss an die Vorlesungen fühlte man sich wie nach einem anstrengenden Arbeitstag. Das mag auch der Grund dafür sein, dass es manche aus dem Jahrgang zunächst bei dem einen Abschluss belassen. Die meisten jedoch machen weiter: Einige wechseln in das gekürzte Bachelor in Finance & Management (B.A.) (speziell für Bankfachwirte!), andere werden den einjährigen folgenden Studiengang zum Bankbetriebswirt belegen.

Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall!

Ein Studienkollege – an das Wort „Kommilitone“ habe ich mich bis heute nicht gewöhnt – fasste unseren ersten Samstag im Bankfachwirt einfach zusammen: “Der Tag, an dem der Samstag starb!” Aber wir alle haben die ersten Früchte des „Samstag-Opfers“ bereits geerntet!

Fazit: Bankbetriebswirt – ich komme!

ES LEBE DER SONNTAG!

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