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Charisma erlernen: Die vier Grundpfeiler der Überzeugungskraft
Professional Education / 27 September, 2018
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Trainerin
Nach Ihrem Studium der Soziologie arbeitet Karin Stiller über Jahre in der Transaktionsanalyse und systematischen Beratungen. Seit Ende der 80iger Jahre selbstständig, leitet sie als Geschäftsführerin das Unternehmen Organisation & Personal GmbH. Ihre Schwerpunkte liegen bei Veranstaltungen zu den Themen Führung, Beurteilung/Zielvereinbarung, Kommunikation/Konfliktbewältigung, Präsentation/persönliche Wirkung Stressbewältigung/Zeitmanagement und Teamentwicklung/Besprechungstechnik. Als selbständige Trainerin, Coach und Dozentin für Rhetorik, Führung und Selbstmanagement ist Karin Stiller seit Beginn der 90er Jahre, zunächst für den Verein für Bankberufsbildung und seit 2002 für die Frankfurt School of Finance & Management im Bereich Business Executive tätig. Im Rahmen der Themen Persönlichkeit, soziale Kompetenz und Soft Skills betreut sie die Trainings Rhetorik I und Rhetorik II.

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Die amerikanische Psychologin Olivia Fox Cabane geht davon aus, dass Charisma keine angeborene, unveränderbare Eigenschaft ist, sondern von jedem Menschen erlernt werden kann. In Gesprächen, bei Präsentationen oder Besprechungen zeigen wir uns je nach Stimmung, innerer Haltung und Erfahrung zuweilen sehr überzeugend. Wir befinden uns in einem „State of Excellence“, bei dem uns alles zufliegt und wir ganz in unserem Element sind. In anderen Situationen will uns diese innere Haltung einfach nicht gelingen, so sehr wir uns anstrengen. Wir sind in einem „Stuck State“, wie es im NLP ausgedrückt wird und können kaum überzeugen. Um diese innere Haltung und das damit verbundene Verhalten zu vermeiden, kann man die vier Grundpfeiler positiver Ausstrahlung festigen.

Charisma und Überzeugungskraft sind reine Übungssache

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Erster Grundpfeiler: Präsenz

Mit voller Konzentration auf das Hier und Jetzt, reagieren wir am besten auf Personen und Sachlage zugleich. Wir wirken wach und sind schlagfertig.

Übung für mehr Präsenz

  1. Schließen Sie die Augen.
  2. Konzentrieren Sie sich für einen Moment ganz auf das, was Sie hören. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Ohren kleine Satellitenschüsseln sind, die alle Geräusche aufnehmen.
  3. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und das Gefühl des Atmens in Ihrem Körper.
  4. Konzentrieren Sie sich anschließend besonders auf Ihre Zehen. Achten Sie darauf, was Sie spüren und gehen Sie den ganzen Körper entlang.

Es ist gut diese Übung oft zu wiederholen, denn von Natur aus sind Menschen geneigt sich ablenken zu lassen. Es ist ein Relikt aus Urzeiten, als eine schnelle Reaktion auf neue Reize lebensrettend sein konnte. Versuchen Sie in Gesprächen immer wieder sich auf Gehörtes, Ihren Körper, insbesondere die Zehen oder den Atem, zu konzentrieren und Sie werden merken, wie Sie in den Augenblick zurückkehren.

Zweiter Grundpfeiler: Stärke

Je weniger Zeit wir zur Eigendarstellung während Präsentationen oder Besprechungen haben, umso wichtiger ist es, einen logischen Aufbau der eigenen Argumentation vorbereitet zu haben. Wir wirken zielbewusst, klar und sind prägnant im Ausdruck. Wir strahlen Kompetenz und Selbstvertrauen aus und erhalten das Vertrauen anderer.

Übung für die Ausstrahlung von Stärke

  1. Achten Sie auf Kleidung, die ungehindertes Atmen ermöglicht. Selbstvertrauen ist viel leichter möglich, wenn wir tief einatmen können.
  2. Lockern Sie Ihren Körper im Stehen. Stehen Sie fest auf beiden Füßen.
  3. Strecken Sie die Arme nach oben, als wollten Sie die Decke berühren, und dann zur Seite, als wollten Sie die Wände berühren.
  4. Lassen Sie die Arme danach hängen und rollen die Schultern.
  5. Atmen Sie tief und geräuschvoll ein und aus.

Dritter Grundpfeiler: Wärme

Menschen haben das Bedürfnis, sich willkommen und anerkannt zu fühlen. Eine freundliche, zugewandte und unterstützende Haltung gegenüber Gesprächspartnern und Zuhörern bringt Wohlwollen und fördert eine angenehme Atmosphäre. Wenn uns das auch bei Personen gelingt, die vielleicht skeptisch oder ablehnend wirken, steigt unsere Überzeugungskraft in hohem Maße.

Tipps für schwierige Situationen

  1. Verschanzen Sie sich nicht hinter einem Pult oder Tisch, sondern gehen Sie auf die Personen zu. Menschen sind wie Wölfe: Sie „beißen“ nicht beziehungsweise sind freundlicher, wenn man sich ihnen „ungeschützt“ zuwendet.
  2. Beziehen Sie Skeptiker mit ein, indem Sie sich von ihnen helfen lassen, zum Beispiel bei technischen Problemen.
  3. Beziehen Sie nicht alles auf sich persönlich. Vielleicht hat die ablehnende Miene eines Gegenübers nichts mit Ihrer Argumentation zu tun, sondern mit Geschehnissen vorab. Stellen Sie sich vor, was dies sein könnte, zumeist wirkt die Person dann freundlicher.

Vierter Grundpfeiler: Lebendigkeit

Es wirkt erfrischend, wenn man durch die eigene Persönlichkeit Authentizität ausstrahlt und einen anregenden Ausdruck vermittelt. Wenn Sie bei sich selbst sind, können Sie am besten überzeugen. In entsprechenden Weiterbildungen zum Thema Kommunikation und Rhetorik wird deshalb darauf Wert gelegt, dass alle Teilnehmenden die Gelegenheit haben, Rückmeldung von anderen über ihre Stärken und Besonderheiten zu erhalten.

Tipps für mehr Lebendigkeit und Originalität durch Charisma

  1. Imitieren Sie niemanden, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, wie eine gute Stimme, temperamentvolle Gesten oder vertrauenserweckende ruhige Ausstrahlung.
  2. Erzählen Sie Persönliches von sich, das Ihr Gegenüber interessiert.
  3. Arbeiten Sie mit Humor, der zu Ihnen passt, bei dem niemand ausgegrenzt wird und alle mitlachen können.
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