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Instant Payments: Was hat die Instant Payment Verordnung gebracht?
Executive Education / 1 June 2026
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Programm Managerin im Bereich Leadership, Strategie und Innovation an der Frankfurt School of Finance & Management
In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit den Anforderungen moderner Executive Education und der Frage, wie Weiterbildung praxisnah, flexibel und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Ihr akademischer Hintergrund liegt in den Kulturwissenschaften sowie in der Erwachsenen- und Weiterbildung.

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Die Instant Payment Verordnung ist umgesetzt – nicht als technischer Neustart, sondern als Weiterentwicklung eines Verfahrens, das es bereits seit 2017 gibt. Echtzeitüberweisungen waren zwar verfügbar, fristeten jedoch lange ein Randdasein: begrenzt, optional und im Alltag vieler Nutzer kaum präsent. Entsprechend gering war auch die Nutzung.

Der regulatorische Rahmen wurde nun deutlich nachgeschärft. Zu den zentralen Punkten zählen die verpflichtende Teilnahme aller SCT-fähigen Banken und Payment Service Provider, der Wegfall der Betragsgrenze sowie die Einführung der Verification of Payee (VoP) als zusätzliches Sicherheitsinstrument. Aus einer optionalen Zahlungsart soll damit ein europäischer Standard werden – zumindest technisch und regulatorisch. Ob daraus auch eine breite Nutzung entsteht, bleibt offen. Vielmehr dürfte es der Beginn eines längeren Transformationsprozesses sein.

Nutzung durch Privatpersonen

Gerade bei Privatpersonen zeigt sich das Potenzial dieser Standardisierung besonders deutlich. Der Nutzen ist unmittelbar spürbar: Geld wird in Sekunden übertragen – nicht erst am nächsten Bankarbeitstag.

Transfers zwischen Privatpersonen – etwa Kosten teilen, Miete ausgleichen oder Geld zurückschicken – sind jederzeit möglich, auch am Wochenende und außerhalb klassischer Bankzeiten. Neben der Geschwindigkeit wächst auch der Einsatz bei größeren Beträgen. Ob gebrauchtes Moped, Fahrrad oder andere wertigere Güter im privaten Umfeld: Instant Payments ersetzen hier faktisch Bargeld – schnell, final und ohne Übergaberisiko. PayPal bleibt eher für kleinere Beträge relevant, während Kreditkarten bei Peer-to-Peer-Zahlungen eine untergeordnete Rolle spielen.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Wer Geld sofort sieht, empfindet Kontrolle und Sicherheit. Der unmittelbare Zahlungseingang reduziert Unsicherheit und stärkt das Vertrauen. Für Privatpersonen wird „Instant“ damit weniger als technisches Feature wahrgenommen, sondern als Erwartung: Geld soll sich wie andere digitale Dienste verhalten – unmittelbar, verlässlich und ohne Verzögerung.

E‑Commerce und Händlerperspektive

Im E-Commerce könnten Instant Payments insbesondere im Vergleich zu Kreditkarte und PayPal Vorteile bieten. Sofortige Zahlungseingänge, direkte Wertstellung und der Verzicht auf Intermediäre könnten Prozesse beschleunigen und Liquidität unmittelbar verfügbar machen. Eine Zahlung ließe sich theoretisch in Echtzeit finalisieren – mit direkter Wirkung auf die Warenfreigabe.

Die Herausforderung liegt jedoch weniger im Zahlungseingang als in der prozessualen Rückmeldung. Händler sind aus der Karten- und PayPal-Welt strukturierte Statussignale gewohnt, die automatisch eine Warenfreigabe auslösen. Im Instant-Payment-Umfeld fehlt diese Durchgängigkeit häufig. Entscheidend ist, wie der Zahlungseingang verlässlich, automatisiert und maschinenlesbar an den Shop zurückgespielt wird. Ohne diese Rückmeldung endet der Prozess oft am Kontoauszug.

Ein möglicher Lösungsansatz ist ein von Banken bereitgestellter strukturierter Report (z. B. camt C5N), der Zahlungseingänge automatisiert zurückmeldet. Erst mit solchen Signalen wird ein schneller Zahlungsrail auch operativ nutzbar.

Unternehmen und Corporate Payments

Deutlich nüchterner fällt die Betrachtung beim ausgehenden Zahlungsverkehr von Unternehmen aus. Im Lieferantenbereich oder im Treasury spielt „instant“ bislang noch eine untergeordnete Rolle. Wer zahlt ernsthaft samstags um 23:47 Uhr Rechnungen? Welche Buchhaltung arbeitet rund um die Uhr, nur weil es technisch möglich ist?

Corporate‑Zahlungsprozesse sind bewusst geplant, kontrolliert und gebündelt. Cashflow ist hier ein strategisches Instrument, kein Sprint. Instant Payments lösen deshalb im Unternehmensumfeld meist kein akutes Problem, sondern schaffen Optionen für Ausnahmefälle – sinnvoll, aber noch kein grundlegender Umbruch.

Verification of Payee (VoP): sinnvoll, aber differenziert zu betrachten

Die Verification of Payee verdient eine differenzierte Betrachtung. Für Privatpersonen stellt sie einen klaren Mehrwert dar. Ein einfacher Name-IBAN-Abgleich erhöht die Sicherheit, erkennt Fehler früh und erschwert Betrugsversuche. In Banking-Apps ist VoP in der Regel gut integriert und verständlich.

Für Unternehmen zeigt sich ein anderes Bild. Zwar ist VoP konzeptionell sinnvoll, in der aktuellen Ausgestaltung jedoch oft prozessual sperrig. Relevanz besteht vor allem in sensiblen Situationen wie neuen Lieferanten, geänderten Bankverbindungen oder kurzfristigen Änderungen – also genau dort, wo Betrug typischerweise ansetzt.

Weniger überzeugend ist VoP im Bestand. Wer langjährige Lieferanten regelmäßig bezahlt, hinterfragt zu Recht, warum jede einzelne Zahlung erneut geprüft werden muss. Hinzu kommt, dass VoP aktuell an eine konkrete Transaktion gebunden ist. Eine vorgelagerte, zahlungsunabhängige Prüfung ist regulatorisch nicht vorgesehen, was den präventiven Nutzen einschränkt und die Komplexität erhöht.

Datenschutz wird häufig als Begründung angeführt. Es ist jedoch nicht zwingend ersichtlich, dass eine vorgelagerte Prüfung grundsätzlich gegen regulatorische Vorgaben verstoßen würde – vorausgesetzt, sie ist zweckgebunden und technisch sauber umgesetzt.

Hier besteht Nachjustierungsbedarf. Der Regulator sollte den Schutzgedanken stärker auf Unternehmen ausweiten und praxistauglich integrierbare Lösungen ermöglichen. In der Praxis dürfte ein gezielter Einsatz von VoP ausreichen – etwa bei neuen oder geänderten Stammdaten. Eine pauschale Anwendung bei jeder Zahlung erzeugt Reibung ohne proportionalen Sicherheitsgewinn.

Richtig eingesetzt wird VoP damit weniger zum Transaktionsfeature, sondern zu einem gezielten Kontrollinstrument.

Und ja: Banken müssen solche Leistungen bepreisen dürfen. Sicherheit, Echtzeitfähigkeit und Verfügbarkeit entstehen nicht kostenfrei.

Wer sich tiefer mit diesen Zusammenhängen beschäftigt – sei es im Rahmen spezialisierter Weiterbildungen oder aktueller Fachseminare zum Zahlungsverkehr – erkennt schnell, dass Instant Payments weniger ein isoliertes Produkt sind als vielmehr ein Baustein in einer umfassenden Transformation des Zahlungsverkehrs.

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