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Kommunikation als Managementkompetenz: Viel Luft nach oben
Executive Education / 6 March, 2020
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Freiberufliche Rechtsanwältin, Mediatorin und Business-Coach; Gesellschafterin der mediate.am
Anke Stein-Remmert ist freiberufliche Rechtsanwältin, Mediatorin und Business-Coach sowie Gesellschafterin der mediate.am. Sie begleitet Unternehmen und deren Mitarbeiter in Krisen - und Konfliktsituationen. Ihr Schwerpunkt liegt in der Arbeit mit Blockaden, Emotionen und der Entwicklung einer ziel- und lösungsorientierten Haltung.

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Wir tun es unentwegt und wissen doch manchmal nicht genau, wie wir es angehen sollen: Kommunikation kann leicht und schwer fallen. Gerade in kritischen Situationen wird der Austausch der „richtigen Worte“ schnell zur Gradwanderung.

Der Begriff „Kommunikation“ kommt vom lateinischen Wort „communicatio“ – „die Mitteilung“. Der Begriff umfasst dementsprechend jeglichen Austausch von Informationen, durch Zeichen und Sprache. Hierbei besteht häufig ein großer Spielraum für eigene Interpretationen, die wiederum häufig den Ursprung von Missverständnissen darstellen. Vor allem die Kommunikationspsychologie für Führungskräfte ist ein noch sehr ausbaufähiges Gebiet. Denn der Druck auf Manager wird immer größer: Sie sollen ständig ansprechbar sein, Mitarbeitern konstruktive Kritik geben, positives Feedback und Motivation ausleben und zusätzlich sekundenschnell, nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Der Coachingbedarf unter Führungskräften steigt mit den Anforderungen, ist den Betroffenen aber oft nicht bewusst.

Gut kommunizieren macht glücklich

Die Kommunikation hat sich – wie so vieles – im Rahmen der Digitalisierung stark verändert. Angefangen mit der SMS bis hin zu Social Media und der Interaktion mit Chat Bots: Verständigung wird immer kürzer, punktierter und zielorientierter. Umso wichtiger ist es, die eigenen Ressourcen zu aktivieren. Jeder von uns ist in der Lage, sich mit seinen Mitmenschen zu verständigen, doch vor allem Menschen in Managementpositionen müssen darüber hinaus über gewisse Skills verfügen.

Fühlen Sie sich in der Lage, ein Feedbackgespräch mit ihrem Mitarbeiter zu führen? Können Sie Verhalten bewerten und Lob und Tadel angemessen kommunizieren? Wissen Sie, wie man ein Trennungsgespräch mit einem Mitarbeiter angemessen gestaltet? Eine transparente Kommunikationskultur ist heute, wo alles immer agiler und digitaler wird, essentiell.

Mehr Gelbes für die Blauen

Besonders spannend wird es dann, wenn sehr analytisch und logisch denkende Personen mit der Kunst des Kommunizierens konfrontiert werden. Nach dem 4-Farben-Modell von Frank M. Scheelen kann jede Persönlichkeit eine Farbenergie zugeordnet werden – Blau, Rot, Gelb und Grün. Die vier Farben ergeben einen Kreis. Rot und Grün liegen sich gegenüber und sind damit schwierig miteinander zu kombinieren. Gleichermaßen stehen sich Blau und Gelb gegenüber und vertragen sich nicht wirklich gut.

Der blaue Persönlichkeitstyp ist bedacht, liebt Fakten. Ihn beeindrucken nur sachliche Argumentationen – rational nachvollziehbare Werte. Personen in Managementpositionen sind oft der Blauen-Farbenergie zuzuordnen.

Der gelbe Persönlichkeitstyp ist kontaktfreudig und kreativ. Er interessiert sich für Menschen, kann gut zuhören und verhält sich emotional. Kommunikation zu lernen und anzuwenden fällt diesem Typ leicht.

Sie sehen darin einen Konflikt? Richtig!
Trotzdem ist es nicht unmöglich, beides miteinander zu verbinden.

In unserem Zertifikatsstudiengang „Zertifizierter TGA-Manager“, der in diesem Jahr erstmals für angehende Führungskräfte der TGA-Branche durchgeführt wurde, haben wir auch im Modul „Kommunikation & Konflikt“ erfolgreich ein breites Spektrum der genannten Managementkompetenzen vermittelt und sehr gutes Feedback dazu erhalten. Vorhandene Qualifikationsangebote in dieser Branche stärken überwiegend die technischen Profile.

„Führung hat auch immer eine dienende Funktion“

Im Laufe des Studiengangs stellte sich schnell heraus, dass Kommunikation auch im Management dieser Branche durchaus eine hohe Wichtigkeit genießt. Wir thematisierten aktuelle Pain-Points wie anstehende Jahresgespräche, die unter großem Zeitdruck geplant werden müssen. Die Mitarbeiter und die Führung laufen sich im Arbeitsalltag selten über den Weg: Realistisch gesehen verbringen die Fachkräfte den Großteil ihrer Zeit in Projekten und nicht im Unternehmen. Das Spannungsfeld, das entsteht, wenn die jeweiligen Feedback-Gespräche anstehen, gilt es zu berücksichtigen. Wertvoller Output aus diesem Praxisbeispiel war die gute Vorbereitung. Sie stellt in diesem Fall das A&O dar. Wenn alles in wenigen Minuten stattfinden muss, sollten die Worte präzise gewählt sein, schnell rübergebracht werden, ohne aber an Wertschätzung zu verlieren. Vor allem wenn seitens des Mitarbeiters gestellte Forderungen nicht erfüllt werden können, steht Einfühlsamkeit auf dem Plan.

Der Fachkräftemangel hält weiter an – in der heutigen Zeit ist der Markt dünn besiedelt. Wer also gute Mitarbeiter hat, sollte versuchen, diese auch zu halten. Aber nicht zu jedem Preis! Mithilfe investigativer Fragestellungen ist es möglich, dem Mitarbeiter etwas zu bieten ohne dabei die eigenen Anforderungen zu verwerfen. Nehmen Sie einen Perspektivwechsel vor und versetzen Sie sich in seine Lage. Hierbei geht es nicht um Manipulation, sondern um Bedürfniserkennung!

Techniken wie das Harvard-Konzept, ein Tool für Verhandlungstechniken, helfen Ihnen in den verschiedensten Lebenslagen. Nicht nur im Gespräch mit Ihren Mitarbeitern sind diese Kenntnisse wertvoll, Sie sparen auch Zeit und Geld in Projekten mit Ihren Kunden, wenn die Kommunikation rund läuft.

Bei Interesse rund um den Studiengang „Zertifizierter TGA-Manager“ und unser Angebot im Bereich der Kommunikation kontaktieren Sie uns gern: Annette Blank, Leiterin Competence Center.